LASSEE KENNENLERNEN
Lassee: Marchfeld, Dorfgeschichte und Sanddünen
Lassee liegt im Marchfeld im Bezirk Gänserndorf. Die Marktgemeinde hat 3.017 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 55,64 Quadratkilometern. Zur Gemeinde gehört auch Schönfeld im Marchfeld; Ortsgeschichte, Sakralbauten und geschützte Sandstandorte prägen den Ort.
Von Lauchsee zum Markt
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1115; der damalige Name „Lauchsee“ wird auf einen See zurückgeführt, an dem Lauch wuchs. Schönfeld ist 1262 als Seeveld belegt. Herzog Friedrich II., der letzte Babenberger, bezog 1241 Zehente aus Lauchsee. Im Jahr 1724 übertrug Kaiser Karl VI. den Ort an Prinz Eugen von Savoyen und wies ihn der Kanzlei in Obersiebenbrunn zu. Lassee erhielt 1822 das Marktrecht. Das Gemeindewappen wurde 1977 verliehen: Die Ähren stehen für den Getreideanbau, das Pferd für die Viehzucht und die gekreuzten Schlüssel verweisen auf die Benediktiner und die Pfarrzugehörigkeit zum Stift Melk.
Pfarrkirche und Kapelle
Die Pfarrkirche von Lassee ist dem heiligen Martin geweiht. Ein Bericht der niederösterreichischen Denkmalpflege beschreibt sie als romanischen Bau des 13. Jahrhunderts, der im 14. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Basilika erweitert und um 1695 barockisiert wurde. Die Pfarrseite führt außerdem die Kapelle „Schmerzhafte Muttergottes Maria“ in Schönfeld als Filialkirche an. Sie wurde 1744 im Zentrum des Ortsteils errichtet und 2007 durch einen Zubau erweitert.
Dünen und Trockenrasen
Im Gemeindegebiet liegen die Naturschutzgebiete Lassee, Erdpresshöhe und Windmühle. Der Managementplan des Landes Niederösterreich ordnet sie den wertvollen Sandlebensräumen der Praterterrasse zu. Die Sanddünen entstanden durch Winderosion: Während und kurz nach der letzten Eiszeit lagerten Donau und March Sand- und Kiesbänke ab; feinkörniges Material wurde später ausgeweht. Auf den offenen, trockenen Böden wachsen spezialisierte Sandrasen. Der Managementplan verzeichnet im gesamten FFH-Gebiet 14 Hektar des Lebensraumtyps „Pannonische Steppen auf Sand“; in Niederösterreich ist er nur dort ausgewiesen. Die Pionierstandorte sind durch Trockenheit, beweglichen Sand, starke Sonneneinstrahlung und nährstoffarme Böden geprägt. Für das gesamte Europaschutzgebiet nennt der Plan als Arten unter anderem Ziesel, Großen Feuerfalter und Großen Eichenbock. Im Vogelschutzgebiet sind neben der Großtrappe Kaiseradler und Sakerfalke wichtige Greifvögel; Triel und Brachpieper nutzen Abbaugebiete und Dünenstandorte. Für 2021 nennt der Plan im Vogelschutzgebiet fünf bis sieben reproduzierende Großtrappen und 13 bis 14 Durchzügler. Ihr Areal erstreckt sich unter anderem zwischen Orth an der Donau, Untersiebenbrunn, Lassee und Witzelsdorf.
Schwemme, Stempfelbach und Seengebiet
Die Gemeindeseite zu den Sehenswürdigkeiten zeigt die obere Schwemme, Spaziergänge am Stempfelbach und die Wasserflächen bei Schönfeld als konkrete Landschaftspunkte. Das Erholungszentrum bei Lassee besteht nach einer Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft aus Grundwasserseen; seine Nutzung und Wasserrechte sind gemeinschaftlich organisiert. Am Kleindenkmalweg sind unter anderem der Bildstock des heiligen Rupert, eine Figur der Boulspieler, der Briennonstein und ein Gedenkstein für Sallinger aufgeführt. Weitere Stationen sind das Mariazeller Marterl, eine Marienstatue und ein Bildstock des heiligen Florian.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lassee – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Lassee – Geschichte
- Marktgemeinde Lassee – Sehenswürdigkeiten
- Land Niederösterreich – Managementplan Pannonische Sanddünen und Sandboden/Praterterrasse
- Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf – Erholungszentrum Lassee
- Denkmalpflege in Niederösterreich – Innenrestaurierung der Pfarrkirche Lassee
Stand der Angaben: 08.10.2026
