NÖCHLING KENNENLERNEN
Nöchling: Hochplateau zwischen Donau und Toberspitz
Nöchling liegt im südlichen Waldviertel im Bezirk Melk. Die Marktgemeinde hat 1.020 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 19,56 Quadratkilometer groß.
Nochilinga zwischen Ysper und Sarmingbach
Die Gemeinde führt ihre erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 998 zurück. Damals hieß das Gebiet Nochilinga und wurde in einer Schenkung Kaiser Ottos III. an seinen Vetter, Herzog Heinrich von Bayern, zwischen Ysper und Sarmingbach verortet. 1024 kam Nöchling an die Babenberger. Klöster erwarben früh Besitzungen: Stift Waldhausen am Daxberg und in Gloxwald, das Stift Baumgartenberg an weiteren Stellen. Der Name Baumgartenbergeramt erinnert an diese Verbindungen. Zwischen 1161 und 1164 wurde Nöchling zur Pfarre. Im 13. Jahrhundert unterschied ein landesfürstliches Urbar das nördliche Nochelingen, das heutige St. Oswald, vom übrigen Gebiet mit 60 Lehen und 16 Hofstätten.
Bauphasen in der Pfarrkirche
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Ihr Langhaus ist ein übersichtlicher Saalbau von 1839; der Chor davor bewahrt spätgotische Formen vom Ende des 15. Jahrhunderts. Im Inneren fallen Laubwerkkapitelle, ein reich durchbrochener Schlussstein und Konsolen mit Maskenköpfen auf. Links vorne befindet sich eine spätgotische Sakramentsnische, deren Eisengitter aus dem 16. Jahrhundert stammt. Neben dem rechten Seitenaltar steht ein zwölfeckiger Taufstein aus dem 15. Jahrhundert. Zwei Holzfiguren ergänzen die Ausstattung: eine Jakobusdarstellung aus dem 16. Jahrhundert und ein heiliger Nepomuk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Pfarre ist älter als das heutige Langhaus: Eine Urkunde von 1160 nennt Nöchling als Filiale von St. Oswald und bezeugt bereits regelmäßigen Gottesdienst in der Region.
Vom Flussufer zum Toberspitz
Das Gemeindegebiet reicht von rund 230 Metern an der Donau bis auf 734 Meter am Toberspitz. Landwirtschaftlich genutzte Flächen nehmen mehr als die Hälfte des Gebiets ein; rund vierzig Prozent sind bewaldet. Die Gemeinde beschreibt ein Wegenetz von etwa 60 Kilometern aus Straßen, Güterwegen sowie Fahr-, Wald- und Wiesenwegen. Es reicht von kurzen Runden nahe dem Ort bis zu längeren Touren vom Donautal in Richtung Kleines Yspertal. Ein Beispiel ist der Predigtstuhlweg: Er führt vom Marktplatz über den Güterweg Kienrieß, vorbei an Höfen und über Wiesen- und Waldwege zu einem Felsen mit Blick in den Strudengau. Der beschriebene Rückweg führt über Gloxwald und Forstwege weiter nach Nöchling.
Kriegszeiten und regionale Verbindungen
Der Hussiteneinfall von 1430 verwüstete Nöchling. 1530 ließ man an der Mündung des Ysperbaches in die Donau ein Bollwerk gegen die Türkengefahr errichten; seine letzten Reste verschwanden erst beim Bau der Donauuferbahn. 1593 kaufte Ferdinand Albrecht von Hoyos die Herrschaften Persenbeug, Weinberg und Roregg samt Yspertal und damit auch Nöchling. Der Ort schloss sich 1597 dem Bauernaufstand an. Ein weiterer Einschnitt folgte 1619, als kaiserliche Reiter Nöchling plünderten. Im Jahr 1664 gelangten mehrere Häuser zeitweilig zu Oberösterreich; ein Teil blieb dort. Heute gehören Artneramt, Baumgartenberg, Freigericht, Gulling, Mitterndorf, Niederndorf und Nöchling als amtliche Ortschaften zur Gemeinde. Die Katastralgemeinden heißen Artneramt, Mitterndorf und Nöchling.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
