MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Stratzing

Fanny vom Galgenberg, alte Handelswege und ein Markt mit langer Geschichte

GEMEINDEKENNZIFFER31347
Weingärten vor Stratzing
Weingärten vor Stratzing · Foto: VIEX - Ernest Niedermann · „Stratzing Obere Saetzen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
877
01.01.2026
Fläche
5,86 km²
Bevölkerungsdichte
149,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3552
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

STRATZING KENNENLERNEN

Stratzing: Eiszeitfund und Weinort

Stratzing zählt 877 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 5,86 Quadratkilometer. Der Markt liegt auf einem Hochplateau oberhalb des Kremstals. Er verbindet einen altsteinzeitlichen Fundplatz am Galgenberg mit Weinbau, einer mittelalterlichen Handelsroute und einer wechselvollen Gemeindegeschichte.

Am Galgenberg: eine Figurine aus der Eiszeit

Am Galgenberg kamen auch jungsteinzeitliche Relikte zutage. 1988 wurde nahe Stratzing eine rund sieben Zentimeter hohe Figurine aus Amphibolitschiefer entdeckt. Das Naturhistorische Museum Wien datiert sie auf etwa 36.000 Jahre und zeigt das Stück im Venuskabinett. Die dynamische Haltung mit erhobenem Arm brachte der Statuette den Namen „Fanny“ ein – nach der Tänzerin Fanny Elßler.

Markt an der Straße nach Böhmen

Die Gemeindechronik nennt auch die früheren Ortsnamen „Stränzen“ und „Stretzingen“. Eine Urkunde des Stiftes Göttweig nennt Stratzing 1140 erstmals. Weinbau ist bereits 1209 schriftlich belegt; im selben Jahr gelangte der Ort durch Landschenkungen an das Stift Lilienfeld, das 1316 die Gerichtsbarkeit erhielt. 1345 wird Stratzing als Markt bezeichnet. Durch den Ort führte die alte Salz- und Eisenstraße von Wien nach Böhmen, was Handwerk und Handel begünstigte. Kaiser Rudolf II. verlieh dem Markt 1583 ein Wappen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Stratzing 1619 geplündert und niedergebrannt. Nach einer Pestwelle in der Umgebung gelobte die Bürgerschaft 1679, das Fest des heiligen Sebastian jährlich besonders zu begehen; drei Pestmarterl erinnern an diese Zeit. 1873 blieb Stratzing auch von der Cholera verschont. Die Wappenurkunde ging während der Weltkriegswirren verloren; 1983 wurde das Marktwappen erneut verliehen.

Geteilt, vereinigt, wieder selbstständig

Im Ersten Weltkrieg fielen 25 Stratzinger; ein Denkmal erinnert seit 1921 an sie. 1938 wurde der Ort an Krems angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg verlor Stratzing 20 Menschen, weitere 14 galten als vermisst. 1948 erhielt der Markt seine Selbstständigkeit zurück. 1971 schloss er sich mit Droß zusammen; am 1. Jänner 1993 wurden beide Gemeinden wieder getrennt.

Rieden und Kellergasse

Stratzings Hanglagen tragen die Rieden Sand, Kremsfeld, Riedl, Satzen und Loiserweg. Ein Abschnitt des Weitwanderwegs Kremstal-Donau führt von Lengenfeld durch diese Weingärten und über die Stratzinger Kellergasse ins Ortszentrum. Vom Plateau öffnet sich der Blick in Richtung Donau und Kremsfluss. Das Landschaftsbild wechselt zwischen bearbeiteten Rebflächen und schattigen Waldstücken, die auf dem anschließenden Weg Richtung Droß erreicht werden.

Ein Weg mit zehn Stationen

Am Fundort führt ein neu gestalteter Rundweg mit zehn Mitmachstationen durch Themen der Eiszeit; die Gemeinde gibt die Länge mit etwa 700 bis 900 Metern an. Drehrad, Klapptafeln und ein elektronisches Spiel ergänzen die Stationen. Der Rundkurs ist kinderwagentauglich, Parkplätze liegen beim Einstieg am Tennisplatz. Führungen sind nach telefonischer Anmeldung möglich und können Bogenschießen einschließen. Eine weitere, 3,85 Kilometer lange Etappe verbindet Stratzing mit Droß. Am 13. Juli 2025 wurden am Galgenberg außerdem die Fanny Lodge und der Fanny-Motorikpark eröffnet; dort gibt es Bewegungsstationen zum Trainieren.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Stratzing auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung808
31.10.2021 · Registerzählung909
01.01.2026 · Bevölkerungsstand877

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
329
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.