GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Ebergassing

Schloss, Papierindustrie und Wehrkirche im Wiener Becken

GEMEINDEKENNZIFFER30729
Pfarrkirche und Ortszentrum von Ebergassing
Pfarrkirche und Ortszentrum von Ebergassing · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Ebergassing - Kirche (2)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
4 391
01.01.2026
Fläche
16,28 km²
Bevölkerungsdichte
269,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2435
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

EBERGASSING KENNENLERNEN

Ebergassing und Wienerherberg an der Fischa

Ebergassing liegt im Bezirk Bruck an der Leitha am Rand des Wiener Beckens. Die Gemeinde hat 4.391 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 16,28 Quadratkilometer. Schloss und frühe Industriegeschichte prägen den Hauptort; Wienerherberg bewahrt eine eigene Dorfgeschichte.

Schloss und Fluss

Die Fischa begünstigte früh die Besiedlung und die Nutzung der Wasserkraft. Am Fluss entstand das Schloss Ebergassing, dessen Ursprung die Gemeinde ins Mittelalter, etwa um 1180, setzt. 1437 wurde die Anlage zu einer Doppelburg erweitert; in der Renaissance verwandelte sie sich in ein Wasserschloss. Besonders auffällig ist der dreigeschossige Arkadenhof mit seinen Bogenmotiven. 1640 kam das Schloss an Hartmann von Liechtenstein. Nach dem Ende dieser Besitzphase 1788 wechselte es an Johann Thomas von Trattner und später an Franz von Schloissnigg. Heute ist das Gebäude in Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken genutzt. Die Schlosskapelle ist dem heiligen Ulrich geweiht; unter den Liechtensteinern wurde die Burg um 1720 und 1760 barock ausgebaut.

Papier, Metall und Arbeiterwohnen

Die gleichmäßige Wasserführung der Fischa machte den Ort für frühe Gewerbe interessant. In der Regierungszeit Maria Theresias entstand hier ein Stückbohrwerk, in dem Rohre für Artilleriekanonen gebohrt wurden. Im 18. Jahrhundert entstanden aus Mühlen Papierfabriken entlang der Fischa. Später produzierten die Papierfabriken in den beiden heutigen Katastralgemeinden auch Endlospapier; die Gemeinde verweist auf ihre Rolle bei der Herstellung des ersten Banknotenpapiers für die Österreichische Nationalbank. Der Zuzug von Fabriksarbeitern führte zur „Ebergassinger Kolonie“, die die Gemeindeseite als eine der frühen Arbeiterwohnsiedlungen Ostösterreichs beschreibt.

Wienerherberg an der Fischa

Wienerherberg liegt am Fuß der Rauchenwarther Platte am Ufer der Fischa. Um 1180 wird Wolfger de Wienerherberg in einer Urkunde des Stifts Klosterneuburg genannt. Die dem heiligen Georg geweihte Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert ist teilweise noch von einer Bruchsteinmauer umgeben. In der angeschlossenen Gruft liegt Johann Edler von Trattner, Wiener Druckereibesitzer im 18. Jahrhundert. Er stiftete den Hochaltar mit einem Bild des heiligen Georg, das dem Barockmaler Anton Maulbertsch zugeschrieben wird. Die Lage am Fluss brachte dem Dorf zudem Mühlen: Im 19. Jahrhundert betrieb Georg Volk zunächst drei Mühlen im Ortsgebiet.

Mühlen, Fabrik und Dorfwandel

Aus einer Mühle in Wienerherberg entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine Papierfabrik der Neusiedler KG. Mit dem Arbeitskräftebedarf kamen Menschen aus den damaligen Kronländern, besonders aus Böhmen und Mähren, in den Ort. Die Fabrik an der Fischa wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; ein Kleinkraftwerk blieb erhalten. Wienerherberg wurde 1954 wieder Niederösterreich zugeschlagen, nachdem es Teil Wiens gewesen war. 1975 folgte die Zusammenlegung mit Ebergassing. In derselben Zeit entstand auf einer früheren Hutweide eine Einfamilienhaussiedlung. Ebergassing selbst gehörte lange zur Pfarre Wienerherberg; zunächst diente dort die Schlosskapelle als Kirche.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Ebergassing auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 880
31.10.2021 · Registerzählung4 017
01.01.2026 · Bevölkerungsstand4 391

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 217
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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