GROSSKIRCHHEIM KENNENLERNEN
Goldspuren im Tal der Hohen Tauern
Großkirchheim liegt im oberen Mölltal zwischen Schober- und Goldberggruppe. Die Gemeinde zählt 1.316 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 109,75 Quadratkilometer. Im Ort Döllach begegnen sich die Geschichte des Goldbergbaus und die Wege über den Tauernkamm.
Gold aus den Tauern
Über Jahrhunderte war Großkirchheim ein Zentrum des Goldbergbaus an der Südseite der Hohen Tauern. Eine Urkunde aus dem Jahr 1338 regelte Grubenrechte im Kirchheimer Gericht nahe dem Fleißtal. Gold wurde im Gemeindegebiet noch bis ins 17. Jahrhundert geschürft. Der Abbau von Edelmetallen erlebte im Mittelalter und ab Ende des 15. Jahrhunderts eine Blütezeit. Die Ausstellung „Tauerngold“ im historischen Putzenhof zeigt Nuggets, Wasch- und Berggold sowie Münzen aus römischer und keltischer Zeit. Auch Werkzeuge aus aufgelassenen Stollen, darunter ein Grubenhunt, veranschaulichen die Arbeit der Knappen. Der Putzenhof entstand zwischen 1570 und 1590 als Haus des Gewerken Melchior Putz von Kirchheimegg.
Schloss und Säumerhaus
Am nördlichen Ortseingang von Döllach steht das Schloss Großkirchheim. Melchior Putz ließ es vermutlich um 1561 vollenden; es diente als Amtshaus der für den Bergbau zuständigen Gewerken und als Wohnsitz adeliger Familien mit Salzburger Schürfrechten. Das Schloss prägt auch das Gemeindewappen. Daneben bewahrt das etwa 500 Jahre alte Putzenschlössl seine ursprüngliche Bausubstanz. Pferdestall, Sattelkammer und Schmiede erinnern an die Säumer, die Wein und Salz über den Tauernkamm zwischen Gemona und Salzburg transportierten. Auch die alte Goldschmelze in Döllach ist erhalten: Nach ihrer Nutzung durch die Nationalparkverwaltung beherbergt sie heute einen Veranstaltungssaal.
Kirchen im Pfarrgebiet
Die Pfarrkirche St. Georg in Sagritz ist bereits 1271 urkundlich belegt. Der heutige spätgotische Bau wurde 1516 geweiht; nachdem er Anfang des 17. Jahrhunderts stark verfallen war, folgten Wiederherstellungsarbeiten. Zur Pfarre Sagritz gehören Filialkirchen in mehreren Orten: St. Andreas in Döllach, Maria Dornach in Mitteldorf und Maria Hilf in Putschall liegen in Großkirchheim. Die Dreifaltigkeitskirche in Apriach gehört zur Gemeinde Heiligenblut. Maria Dornach ist ein einschiffiger gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Eine Kirche an diesem Platz erscheint schon 1365 unter dem Namen „Beata Maria an der Schütt“. In Putschall bestand 1772 eine geweihte Kapelle am Kreuzweg; die heutige Filialkirche wurde 1809 errichtet.
Zwischen Möll, Höhenwegen und Nationalpark
Döllach liegt auf rund 1.024 Metern Seehöhe. Etwa 40 Prozent des Gemeindegebiets befinden sich im Nationalpark Hohe Tauern. Die Großglocknerstraße B 107 durchquert das Tal, während der Glockner-Radweg dem Flusslauf folgt. Im Westen führt das Gradental in die Schobergruppe, wo die Adolf-Noßberger-Hütte einen Stützpunkt für Bergwanderungen bietet. Östlich erhebt sich die Goldberggruppe; Eckkopf und Stanziwurten sind dort Ziele für Höhenwanderungen. Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden und 14 Ortschaften. Döllach und Sagritz waren zunächst eigenständige Ortsgemeinden; 1956 wurden sie zu Döllach-Sagritz verbunden. Den heutigen Namen Großkirchheim erhielt die Gemeinde 1983. In Döllach stieg die Jahresmitteltemperatur zwischen den Klimanormalperioden 1961–1990 und 1991–2020 von 5,8 auf 7,0 Grad Celsius.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
