MATTIGHOFEN KENNENLERNEN
Mattighofen: Stadtplatz, Schloss und Motorradproduktion
In Mattighofen treffen ein langer Stadtplatz, ein ehemaliges Schloss und die Motorradproduktion von KTM aufeinander. Die Stadt liegt im Mattigtal im Bezirk Braunau. Am 1. Jänner 2026 zählte Mattighofen 7.763 Einwohnerinnen und Einwohner auf 5,16 Quadratkilometern; Handel, Dienstleistungen und Industrie prägen die kompakte Stadt.
Der Stadtplatz als Einkaufsachse
Der mehr als 300 Meter lange Stadtplatz ist das Rückgrat der Innenstadt. Die geschlossene Reihe farbiger Scheinfassaden gehört zum Inn-Salzach-Stil und verleiht den Häusern eine markante Silhouette. Hinter den Fassaden liegen großteils Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Die Stadt beschreibt diesen Baustil auch als Reaktion auf die Brandgefahr früherer Jahrhunderte: Dächer wurden verdeckt und Häuser durch hohe Mauern getrennt, um ein Übergreifen von Feuer zu erschweren. Der Platz erfüllt deshalb zugleich eine praktische und eine städtische Rolle. Er bündelt Einzelhandel, Fachgeschäfte und Einkehrmöglichkeiten und bleibt ein zentraler Orientierungspunkt im Stadtgebiet. In der Umgebung liegen Schloss und Propsteipfarrkirche, sodass der Weg durch das Zentrum auch an den wichtigsten historischen Gebäuden vorbeiführt.
Motorradbau und Stadtwirtschaft
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Mattighofen 532 Arbeitsstätten und 5.243 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 45,4 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im sekundären Sektor; 85,5 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum tertiären Sektor. 68,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. KTM produziert am Hauptstandort Mattighofen Motorräder; laut Unternehmensangaben liefen 2023 dort 210.000 Motorräder verschiedener Marken vom Band, darunter rund 140.000 KTM-Modelle. Daneben nennt die Stadt Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistungen als prägende Bereiche. Der Stadtplatz macht den Einzelhandel im Alltag sichtbar, während die Produktion in einem anderen Teil des Stadtgebiets stattfindet.
Vom Wirtschaftshof zum öffentlichen Gebäude
Das Schloss liegt unmittelbar nördlich des Stadtplatzes. Seine erste Erwähnung datiert die Stadt auf 788, als herzoglichen Wirtschaftshof. Im Lauf der Jahrhunderte wechselte die Nutzung; sogar als Brauhaus diente das Gebäude zeitweise. Das heutige Erscheinungsbild erhielt es 1799 im italienischen Stil. Die Stadt kaufte das Schloss 2007, seit 2013 befinden sich dort Amtsräume, Veranstaltungsräume und Gastronomie. Ein gemauerter Türstock aus dem 16. Jahrhundert und weitere ältere Bauteile verweisen auf frühere Bauphasen. Die Nutzung als Amtssitz hält öffentliche Funktionen in der Innenstadt, während Veranstaltungen und Gastronomie zusätzliche Gründe für einen Besuch des Gebäudes schaffen.
Handwerk und Herstellung über Generationen
In Mattighofen wurde über mehr als vier Jahrhunderte Bier gebraut; als Gründungsjahr der Brauerei gilt in der Überlieferung 1550. Um 1950 erzeugte sie jährlich mehr als 25.000 Hektoliter und belieferte rund 180 Wirte und weitere Kunden im oberen Innviertel und im angrenzenden Salzburg. Am 31. Oktober 1975 stellte die Österreichische Brau AG die Produktion ein. Auch die Lederfabrik Vogl entwickelte sich zu einem großen Werk: Friedrich Vogl baute den Betrieb auf bis zu 150 Beschäftigte aus, 1916 erhielt er ein Werksgleis vom Bahnhof. Nach der Liquidation 1973 nahm eine neue Gesellschaft die Lederproduktion wieder auf. Die heutige Landesmusikschule entstand 1905 als Villa des Lederfabrikanten Ludwig Vogl.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 10.10.2026
