KILB KENNENLERNEN
Kilb zwischen Sierning und Marktplatz
Kilb liegt im Bezirk Melk im Hügelland des Mostviertels. Am 1. Jänner 2026 zählte die Marktgemeinde 2.597 Einwohner; ihr Gebiet umfasst 45,18 Quadratkilometer. Die Sierning durchzieht die Landschaft, in der sich Dorfkirche, Herrschaftssitz und Markt über Jahrhunderte entwickelten.
Sierningtal und Gemeindegebiet
Das Gemeindegebiet liegt im Alpenvorland an der Sierning und an der Manker Straße B 29. Die Landschaft ist hügelig; rund 26 Prozent der Fläche sind bewaldet. Sieben Katastralgemeinden gliedern die Marktgemeinde. Der Ortsteil Kettenreith liegt etwa fünf Kilometer vom Hauptort entfernt; dort gibt es einen Kindergarten und eine Freiwillige Feuerwehr. Von Kilb sind es etwa 25 Kilometer nach St. Pölten und 20 Kilometer nach Melk. 1966 wurden Heinrichsberg, Rametzberg, Teufelsdorf und Umbach eingegliedert, 1971 folgte Kettenreith; 1972 wechselte ein Teil des Gebietes zur neu gebildeten Gemeinde Texingtal.
Vom Pfarrort zum Markt
Funde aus Stein- und Metallzeiten verweisen auf frühe Besiedlung; der Römerweg 651 erinnert an die römische Präsenz. Um 800 rodeten bayerische Einwanderer das Quellgebiet der Sierning. Bischof Altmann von Passau erhob Kilb 1072 zur selbstständigen Pfarre; ihr Sprengel reichte einst bis in den südlichen Alpenraum. 1074 ist der Name Kilb erstmals urkundlich belegt. 1227 wird Kilb als Marktort genannt, 1314 ausdrücklich als Markt. Das Marktwappen erhielt der Ort 1541 auf eigenes Ansuchen.
Die Königin der Landpfarrkirchen
Am Platz einer hochwassergefährdeten Holzkirche ließ die Grundherrin Richiza de Chiuliube 1083 eine steinerne Kirche errichten. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der ältere Bau zur dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche erweitert. Der heutige Westturm entstand ab 1519; nach mehreren Bränden erhielt er einen steinernen Helm, der 1774 vollendet wurde. Die Ausstattung vereint unterschiedliche Zeiten: Das Kruzifix schuf der Bildhauer Kriechbaum 1532, der Taufstein stammt von 1586 und die Kanzel von 1754. Ölbilder werden dem Kremser Schmidt und seiner Werkstatt zugeschrieben. Die Halle misst 49 Meter in der Länge und 19,5 Meter in der Breite; der Turm erreicht 50 Meter.
Schloss Grünbichl
Der Name Grünbühel ist im 14. Jahrhundert belegt. Als Bauherr der Anlage am Siechenbichl gilt Niklas Seebeck von Seebenstein. Ein Votivbild der Familie Gienger trägt die Jahreszahl 1563. Um 1830 erhielt das Schloss unter Graf Karl Theodor von Wickenburg sein klassizistisches Aussehen. Die Herren von Kilb übten bis 1850 Gerichtsbarkeit in der Umgebung aus; heute ist die Anlage in Privatbesitz.
Gemeindezentrum und heutiges Kulturleben
2004 eröffnete am Marktplatz das Gemeindezentrum K4 mit einem multifunktionalen Veranstaltungssaal. Das Vorgängerhaus stammte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts; ein Fresko und ein Erker schmückten seine Fassade. Das Gebäude steht auf dem Gelände eines Gasthauses und einer Bäckerei; sein Name verbindet Kunst, Kultur und Kulinarik mit Kilb. Der aktuelle Veranstaltungskalender führt dort Konzerte, Theater, Kabarett und Ausstellungen. Je nach Aufbau finden knapp 900 Menschen im Saal Platz; Bühne, Licht- und Tonanlage machen ihn für wechselnde Formate nutzbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kilb – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Kilb – Historischer Überblick
- Marktgemeinde Kilb – Kirche „Königin der Landpfarrkirchen“
- Marktgemeinde Kilb – Schloss Grünbichl
- Marktgemeinde Kilb – Gemeindezentrum K4
- Marktgemeinde Kilb – K4, Veranstaltungen
- Marktgemeinde Kilb – Anfahrtsplan
- Marktgemeinde Kilb – K4, Raumangebot und Technik
Stand der Angaben: 08.10.2026
