MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Wiesen

Die Marktgemeinde erzählt ihre Geschichte über Obstbau, Bahn und Waldränder.

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Blick auf Häuser und Gärten in Wiesen
Blick auf Häuser und Gärten in Wiesen · Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber (CC BY-SA 4.0) · „Wiesen 5138“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 751
01.01.2026
Fläche
18,91 km²
Bevölkerungsdichte
145,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7203
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WIESEN KENNENLERNEN

Wiesen, wo Erdbeergärten auf die Rosalia treffen

Wiesen liegt am Fuß des Rosaliengebirges zwischen Bad Sauerbrunn und Forchtenstein. Die Marktgemeinde umfasst 2.751 Einwohnerinnen und Einwohner und 18,91 Quadratkilometer (Stand 1. Jänner 2026). Ihr bekanntestes Erzeugnis ist die Ananas-Erdbeere, doch das Obstbauprofil reicht weiter zurück: Wiesen war über Jahrhunderte auch für Obsthandel und Weinbau bekannt. Die Ortslage verbindet die landwirtschaftlich genutzte Ebene mit bewaldeten Hängen und Siedlungsteilen, die sich über das Gemeindegebiet verteilen.

Am Fuß des Rosaliengebirges

Die Lage am Osthang der Rosalia prägt Wiesen bis heute. Zu den Ortsbereichen zählen Anger, Dorf, Graben und Wiesen Nord. Der Naturpark Rosalia-Kogelberg berührt das Gemeindegebiet. Die Landschaft wechselt zwischen Wiesen, Feldern und Wald; diese Mischung findet sich auch im Gemeindewappen wieder: Obstschale und Erdbeere stehen neben der Darstellung von Wald und Flur. Der Ortskern liegt auf 306 Metern Seehöhe.

Vom Obsthandel zur Ananas-Erdbeere

Wiesen wurde um 1300 als Rodungssiedlung gegründet und 1346 erstmals urkundlich erwähnt. Obst- und Weinbau entwickelten sich früh zu wichtigen Erwerbszweigen. Die Nähe zu Wiener Neustadt bot den landwirtschaftlichen Betrieben einen Markt, und die 1847 eröffnete Bahnverbindung zwischen Ödenburg und Wiener Neustadt stärkte Handel und Arbeitspendeln. Um 1870 wurde die Ananas-Erdbeere erstmals in Wiesen gepflanzt. Eine staatliche Erdbeerversuchsanstalt erprobte später Sorten und gab Pflanzen an die Bevölkerung weiter. So wurde aus einem Teil des traditionellen Obstbaus ein unverwechselbares Merkmal der Gemeinde. Die staatliche Erdbeerversuchsanstalt wurde 1912 eingerichtet und bestand bis 1922.

Ein Ort zwischen Herrschaftszeiten

Die Grafschaft Mattersdorf-Forchtenstein prägte Wiesen seit dem Mittelalter. Nach dem Aussterben der Familie Mattersdorf gelangten ihre Besitzungen an die Habsburger; im 17. Jahrhundert kam die Herrschaft an die Esterházy. Kriege und Seuchen hinterließen tiefe Spuren. Ein Großbrand zerstörte 1805 fast alle Bauernhäuser und Erntevorräte, worauf weitere Brände die Bedeutung organisierter Brandbekämpfung deutlich machten. 1890 entstand der Freiwillige Feuerwehrverein. Wie das übrige Burgenland gehörte Wiesen bis 1921 zu Ungarn und wurde danach Teil Österreichs. Ab 1853 erhielten Bauern und Kleinhäusler volles Eigentumsrecht an ihren Gründen. Wald und Hutweide blieben Gemeindeeigentum und wurden von der 1879 gegründeten Urbarialgemeinde gemeinsam genutzt.

Erdbeerdorf und Kulturort

Die Erdbeere steht für eine landwirtschaftliche Spezialisierung, die Wiesen über die Region hinaus bekannt machte. Das Landwirtschaftsministerium führt die Wiesener Ananas-Erdbeere als traditionelles Lebensmittel; besonders hervorgehoben werden die Sortenvielfalt und der regionale Anbau. Zugleich entwickelte sich Wiesen zu einem Veranstaltungsort. Das Festivalgelände verbindet seit Jahrzehnten Konzerte im Grünen mit der sommerlichen Kultursaison und wird heute als Konzertstandort weitergeführt. Damit treffen zwei sehr unterschiedliche Seiten des Ortes aufeinander: Obstgärten und landwirtschaftliches Wissen einerseits, Musikveranstaltungen unter freiem Himmel andererseits. Gemeinsam prägen sie das Bild der Marktgemeinde ebenso wie die Wälder und Wege am Rosaliengebirge. Im Register traditioneller Lebensmittel ist das Erzeugnis unter Nummer 136 verzeichnet.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Wiesen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 790
31.10.2021 · Registerzählung2 758
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 751

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 274
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Wiesen

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.