KÖNIGSDORF KENNENLERNEN
Königsdorf: Der Limbach im Anger und ein See aus Schottergruben
Königsdorf liegt in der weiten Ebene des unteren Lafnitztals, südöstlich von Fürstenfeld. Die Gemeinde im Bezirk Jennersdorf hat 781 Einwohner auf 15,67 Quadratkilometern, Stand 1. Jänner 2026. Ihr Ortsbild wird vom Limbach und von Bauernhöfen am Anger geprägt. Nördlich der Ebene steigt das Gelände zu bewaldeten Hügeln an. Der Naturbadesee setzt einen jüngeren Schwerpunkt: Seine Entstehung verbindet Rohstoffgewinnung mit der späteren Nutzung als Erholungsraum.
Ein Bach als Mitte des Dorfes
Der Limbach durchzieht den Anger, den langgestreckten gemeinsamen Freiraum zwischen den Häuserzeilen. An beiden Seiten stehen zahlreiche Drei- und Vierseithöfe. Ihre um einen Hof angeordneten Gebäudetrakte erinnern an das enge Nebeneinander von Wohnen, Stall und Wirtschaftsarbeit. Zur geschlossenen Dorfanlage kommt die Streusiedlung Königsdorf-Berg mit weiteren Siedlungslagen wie Friesenberg, Hartberg und Steinleiten. Während der Talort auf rund 239 Metern liegt, erreicht der Gitterberg 350 Meter. Zum Verhältnis von Dorf und Wasser gehört auch die Hochwassergeschichte: Wiederkehrende Überschwemmungen waren der Anlass, 1936 mit einer Regulierung des Limbachs zu beginnen.
Ein Kirchenpatron und ein alter Ortsname
In einer Urkunde von 1428 erscheint Königsdorf unter der Form Kyralfalwa. Ob der Name auf königlichen Besitz oder auf den Kirchenpatron Stephan zurückgeht, ist nicht abschließend geklärt. Die örtliche Überlieferung verbindet ihn mit einer Stephan geweihten Kapelle. Die heutige Pfarrkirche ist ebenfalls dem ungarischen König und Heiligen gewidmet. Ihr Bau entstand 1757 bis 1759 an der Stelle einer Holzkirche; Ludwig Batthyány stellte den Baugrund und den Friedhofsplatz zur Verfügung. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wiederaufgebaut. So führt der Kirchenplatz mehrere historische Schichten zusammen, ohne die Frage nach dem Ortsnamen eindeutig zu lösen.
Zwei Schulhäuser für zwei Konfessionen
Die konfessionelle Vielfalt des Dorfes lässt sich an seiner Schulgeschichte ablesen. 1860 entstand ein katholisches Schulhaus, 1869 und 1870 folgte das evangelische. Zuvor waren Schulwege auch über die Ortsgrenze hinweg organisiert: Evangelische Kinder aus Königsdorf besuchten die Schule in Eltendorf, katholische Kinder aus Eltendorf kamen nach Königsdorf. Nach der Auflösung der konfessionellen Schulen 1938 wurden beide Gruppen gemeinsam unterrichtet. Das frühere evangelische Schulgebäude wurde ab 1987 saniert und nahm die Volksschule auf. Die Geschichte dieser Häuser zeigt, wie Gebäude ihre Nutzung behalten können, während sich die institutionellen Grenzen des Zusammenlebens verändern.
Vom Abbaugelände zum Badegewässer
Der Naturbadesee entstand durch die Gewinnung von Sand und Schotter in den späten 1990er-Jahren. Er wird vom Grundwasser gespeist; mehrere Erweiterungen führten zu einer Gesamtwasserfläche von etwa 21 Hektar. Rund fünf Hektar davon dienen dem Baden. Aufgeschütteter Kies am Ufer, Liegewiesen und Bäume prägen den Freizeitbereich, während im Umfeld weiterhin landwirtschaftliche Flächen liegen. Die offizielle Eröffnung des Bades erfolgte 2001. Der See ergänzt damit die ältere Kulturlandschaft um eine neue Wasserfläche. Seine Bezeichnung als Naturbadesee beschreibt die Badeform, obwohl das Gewässer seinen Ursprung in menschlichen Eingriffen hat.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Königsdorf (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Königsdorf | GEMEINDE KÖNIGSDORF
- Geschichte | GEMEINDE KÖNIGSDORF
- Badegewässerprofil Badesee Königsdorf, Ausgabe 2023 – Bundesministerium und Land Burgenland, bereitgestellt von AGES
- Diözese Eisenstadt – Pfarre Königsdorf
- Gemeinde Königsdorf – Ortsvorstellung, erneuter Abruf
Stand der Angaben: 08.10.2026
