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ÖSTERREICH IN ZAHLEN

Österreich wächst nur noch durch Zuwanderung

Zu Jahresbeginn 2026 lebten in Österreich 9.215.956 Menschen, um 18.743 mehr als ein Jahr zuvor. Ein so geringes Wachstum gab es zuletzt 2009. Der Zuwachs kam allein aus dem Ausland: 2025 zogen 161.932 Menschen nach Österreich, 131.190 zogen ins Ausland weg. Ohne diesen Überschuss wäre die Einwohnerzahl gesunken, denn zum sechsten Mal in Folge starben mehr Menschen, als Kinder geboren wurden.

Weniger Geburten, längeres Leben

Im Jahr 2025 kamen 76.067 Kinder zur Welt, so wenige wie seit 2001 nicht mehr, und damals hatte Österreich mehr als eine Million Einwohner weniger. Dem standen 87.902 Sterbefälle gegenüber, die Geburtenbilanz lag bei minus 11.835. Im Schnitt bekam eine Frau 1,30 Kinder, ein neuer Tiefststand. Gleichzeitig erreichte die Lebenserwartung bei der Geburt einen Höchstwert: 84,60 Jahre bei Frauen und 80,15 Jahre bei Männern, die damit erstmals über 80 Jahren liegen. Die Bevölkerungsprognose rechnet für 2050 damit, dass 28,0 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter sind, 2025 waren es 20,5 Prozent.

Woher die Zuwanderung kommt

Unter dem Strich zogen 2025 um 30.742 Menschen mehr aus dem Ausland zu als dorthin weg, deutlich weniger als 2024 und ähnlich wenige wie zuletzt 2011. Bei österreichischen Staatsangehörigen gab es mehr Wegzüge ins Ausland als Zuzüge, ihr Saldo lag bei minus 5.276. Von der Netto-Zuwanderung ausländischer Staatsangehöriger entfielen gut zwei Drittel auf Drittstaaten und 58 Prozent auf Frauen. Die höchsten Salden hatten Menschen aus der Ukraine, China und Afghanistan, unter jenen aus EU- und EFTA-Staaten lagen Deutschland, Ungarn und Italien vorn. Anfang 2026 hatten 1.881.309 Menschen keinen österreichischen Pass, darunter 242.272 Deutsche.

Wo Platz zum Siedeln ist

Von den 83.884 Quadratkilometern Österreichs zählen nur 39 Prozent zum Dauersiedlungsraum. Das ist die Fläche, die nach Abzug von Wald, alpinem Grünland, Ödland und Gewässern für Landwirtschaft, Siedlungen und Verkehr bleibt. In Tirol sind es fast 13 Prozent der Landesfläche, in Wien 80 Prozent. Auf die gesamte Fläche gerechnet leben rund 110 Menschen je Quadratkilometer, im Dauersiedlungsraum etwa 280. Wald bedeckt 47,9 Prozent des Landes, in der Steiermark 62 Prozent. Bis 2022 wurden 5.648 Quadratkilometer für Siedlungen, Verkehr, Freizeitanlagen sowie Ver- und Entsorgung in Anspruch genommen, gut die Hälfte davon ist versiegelt.

Wachstum seit 2011

Seit der Registerzählung 2011 wuchs die Bevölkerung um 814.016 Menschen oder 9,7 Prozent. Mehr als die Hälfte dieses Zuwachses entfiel auf die neun Landeshauptstädte, in denen heute ein Drittel der Bevölkerung lebt, Wien allein legte um 326.687 Einwohner zu. Von den 2.092 Gemeinden wuchsen 1.398, in 691 leben heute weniger Menschen. Prozentuell am stärksten zugelegt hat Kittsee im Bezirk Neusiedl am See, von 2.176 auf 3.898 Einwohner. Am stärksten geschrumpft ist Namlos im Bezirk Reutte, von 90 auf 55 Einwohner, gefolgt von Eisenerz mit einem Minus von 32 Prozent, von 4.826 auf 3.280.

Gäste aus dem Ausland

Mit 157,29 Millionen Nächtigungen erreichte der Tourismus 2025 den höchsten Wert seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1974. Drei Viertel davon gingen auf Gäste aus dem Ausland zurück. Im Tourismusjahr 2024/25 kamen 37,2 Prozent aller Übernachtungen von Gästen aus Deutschland, in den 1970er-Jahren waren es noch rund 60 Prozent. Unter den ausländischen Märkten folgen die Niederlande mit 7,1 Prozent. In gewerblichen Unterkünften kamen 2025 rund 14,8 Nächtigungen auf jeden Einwohner, mehr als doppelt so viele wie im Schnitt der EU mit 6,9 und fast dreimal so viele wie in Deutschland mit 5,3.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 19.10.2026