LERMOOS KENNENLERNEN
Lermoos zwischen Moos und Fernpass
Lermoos liegt am Rand des Lermooser Mooses, dort wo sich der Blick zur Zugspitze öffnet und die Straße Richtung Fernpass ansteigt. Auf rund 1.000 Metern Seehöhe umfasst die Gemeinde 56,45 Quadratkilometer und zählt 1.169 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Der Ort verbindet eine alte Transitlage mit einem stark auf Gäste ausgerichteten heutigen Alltag.
Am Rand des Lermooser Mooses
Die Siedlung liegt in einer weiten Beckenlandschaft, durch die die Loisach fließt. Im Norden begrenzen die Ammergauer Alpen, südlich und westlich die Lechtaler Alpen und das Wettersteingebirge den Blick. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Hauptort die Weiler Obergarten und Untergarten. Entlang der Straße Richtung Zwischentoren ist der frühere Weiler Gries an den Hauptort herangewachsen. Das Lermooser Moos erinnert an die frühere Feuchtlandschaft des Beckens; es bildet einen auffälligen offenen Gegenpol zu den steilen Bergflanken. Der 1984 eröffnete Lermooser Tunnel nahm dem Ortskern einen Teil des Durchzugsverkehrs. Mit Bahnhof und B179 bleibt der Ort zugleich an Bahn- und Straßenverbindungen angeschlossen.
Gastgewerbe als tragende Arbeit
In Lermoos zählte die Arbeitsstättenzählung 2024 802 Beschäftigte an Arbeitsstätten; 91,5 Prozent entfielen auf den Dienstleistungssektor. Die Gemeinde nennt rund 4.200 Gästebetten einschließlich Campingplätzen. Beherbergung, Gastronomie und Freizeitangebote schaffen Arbeit, weil sie Gäste über mehrere Jahreszeiten versorgen. Im Winter erschließen die Bergbahnen das Skigebiet am Grubigstein; im Sommer führen Wander- und Mountainbikewege in die Umgebung. Rund 4.200 Betten bei 1.169 Einwohnern machen deutlich, wie stark Unterkunft und Versorgung von Gästen den Ort prägen. Das Panorama-Freibad ist ein weiteres Sommerangebot, das auch Einheimische nutzen können.
Eine Station an alten Handelswegen
Schon in römischer Zeit verlief die Via Claudia Augusta durch das heutige Gemeindegebiet. Später führte eine wichtige Route von den Salzlagern in Hall über den Fernpass nach Bayern und Schwaben. Lermoos diente als Zwischenstation und Rodstation; bereits 1318 wurde ein Salzstadel errichtet. Die Verkehrswege brachten Waren, Reisende und später auch Sommergäste in den Ort. Die Eisenbahn machte die Anreise zusätzlich möglich und stärkte den Fremdenverkehr bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Diese lange Verbindungsgeschichte zeigt sich im Gemeindewappen mit dem siebenspeichigen Wagenrad. Die Lage am Fernpass erklärt, weshalb Verkehrswege und Gastgewerbe bis heute eng zur Ortsgeschichte gehören.
Bergsport, Kirche und Ortsmitte
Abseits der touristischen Einrichtungen ist Lermoos auch ein Wohnort mit Schule, Kinderbetreuung und Bücherei. Im Ortskern steht die Pfarrkirche zur heiligen Katharina, die 1751 und 1752 nach Plänen des Baumeisters Franz Kleinhans errichtet wurde. Der Hauptort gliedert sich in Oberdorf, Unterdorf und Gries; Bahnhof und Dorfbereiche liegen dadurch in einer überschaubaren Abfolge. Der Kirchturm wurde 1767/1768 neu errichtet; eine Glocke von 1411 ist dort erhalten. Oberdorf, Unterdorf und Gries bilden die gewachsenen Teile des Hauptorts, während Obergarten und Untergarten außerhalb des Kerns liegen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lermoos – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Lermoos - GEM2GO WEB - Startseite - Unser Lermoos - Wissenswertes - Zahlen und Fakten
- Lermoos und der Tourismus im Nationalsozialismus / Tourismusgeschichte
- Lermoos: Station 15 – Martinskapelle (Kirchengeschichte)
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Tirol Atlas tiroLexikon / Alpenmodul: Lermoos
Stand der Angaben: 15.10.2026
