MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

St. Veit an der Gölsen

Ein Markt im Gölsental mit gotischer Pfarrkirche und gewachsener Industrietradition

GEMEINDEKENNZIFFER31412
Blick auf Sankt Veit an der Gölsen und die Berglandschaft
Blick auf Sankt Veit an der Gölsen und die Berglandschaft · Foto: Braveheart · „Ortsansicht St. Veit an der Gölsen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 824
01.01.2026
Fläche
78,15 km²
Bevölkerungsdichte
48,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3161
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. VEIT AN DER GÖLSEN KENNENLERNEN

Kirche, Talstraße und Handwerk: St. Veit an der Gölsen

St. Veit an der Gölsen liegt im Bezirk Lilienfeld zwischen den Voralpenhöhen des Gölsentals. Die Marktgemeinde hatte am 1. Jänner 2026 3.824 Einwohner und eine Fläche von 78,15 Quadratkilometern. Ihre Geschichte ist eng mit der alten Pfarrkirche und den Verkehrs- und Gewerbestandorten im Tal verbunden.

Kirche und Markt

Vor 1122 ist in St. Veit eine Kirche erwähnt; seit 1161 ist der Ort mit dem Stift Göttweig verbunden. Damals übertrug Markgraf Otakar III. seine Eigenkirchen in St. Veit und Hainfeld dem Kloster. Eine eigene Pfarre bestand bald danach. Die Gemeinde überliefert auch die Sage vom Ritter, der dem heiligen Veit nach der Rettung seines Sohnes eine Kirche gelobte. Der Chor der heutigen Pfarrkirche entstand um 1400, das Langhaus um 1470.

Gotische Bauphasen

Zum spätgotischen Bestand zählen ein Rundfenster mit Christuskopf und die Darstellung „Christus als Lehrmeister mit den zwölf Aposteln“. Bei der Renovierung von 1763 bis 1771 erhielt die Kirche einen neuen Hochaltar; Pater Koloman Viest entwarf den Turmhelm, der 1831/32 ausgeführt wurde. Die Regotisierung von 1891 öffnete vermauerte Fenstermaßwerke wieder, später setzten Ortsbewohner gestiftete Glasmalereien ein. 1900/01 erhielt das Westportal ein gemauertes Vorhaus. Der Zwiebelturm blieb bis 1963 mit Holzschindeln gedeckt. Die Orgel wurde 1975 nahezu erneuert.

Gölsentaler Siedlungsraum

Die Marktgemeinde umfasst heute vierzehn Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden, darunter Rainfeld und Wiesenfeld. Drei Kindergärten in St. Veit, Rainfeld und Wiesenfeld ergänzen Volksschule, Mittelschule und Musikschule; die Gemeindeseite führt außerdem eine Kleinkinderbetreuung. St. Veit liegt auf 369 Metern Seehöhe und besitzt seit 1588 das Marktrecht. Am Gölsenufer stehen vier Sandtennisplätze zur Verfügung. Im Wobachtal eröffnete 2012 ein Hochseilgarten mit Bogenparcours. 1997 erhielt St. Veit im Tourismusgemeinden-Wettbewerb die Prädikate „gastfreundlich“ und „klimafreundlich“.

Bahn, Pfarre und Forscher

Durch St. Veit verläuft die B 18, die das Gölsental mit dem Wiener Becken verbindet. Die Bahnstrecke Traisen–St. Pölten wird derzeit saniert und elektrifiziert; die ÖBB planen den Abschluss des Gesamtprojekts bis Ende 2027. Während der Bauarbeiten wird abschnittsweise Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten. Die Pfarrgemeinde gehört zur Pfarrgemeinschaft „Heilige Dreifaltigkeit im Gölsental“. In der Gemeinde wirkte Leopold Hacker (1843–1926) als Pfarrvikar; er wurde als Benediktiner, Mineraloge, Höhlenforscher und Entomologe bekannt.

Staff und Weg durch die Natur

Im 12. Jahrhundert stand auf dem Staff eine Burg der Ritter vom Staff, die als Gründer der Ortschaft gelten. Mit der Gründung des Stiftes Lilienfeld 1202 endete ihre Herrschaft; die Burg wurde geschleift. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Naturfreunde auf dem Staff eine Schutzhütte. Die Gemeinde beschreibt einen Rundweg vom Brillergraben über den Sattel beim Oberhauser, Staff und Staffhütte zum Leherbauer; die Runde dauert ungefähr zwei Stunden. Entlang des Weges wechseln Mergelschiefer und Jurakalke. Die Staffwiesen und Waldränder beherbergen geschützte Pflanzen wie Waldsteppen-Windröschen, Kugelblume und Türkenbundlilie. Die Blumen dürfen entlang des Weges nicht gepflückt werden.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

St. Veit an der Gölsen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 911
31.10.2021 · Registerzählung3 868
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 824

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 398
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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