SCHARTEN KENNENLERNEN
Scharten, Obstgärten und zwei Kirchen
Zur Kirschblüte wird die Hügellandschaft rund um Scharten besonders anschaulich: Obstbäume stehen an Hängen, Wegen und Höfen, während die Wallfahrtskirche den Ortskern überragt. Die Marktgemeinde im Bezirk Eferding zählt 2.353 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 17,49 Quadratkilometern.
Hügelland im Eferdinger Land
Scharten liegt auf einem Rücken zwischen Eferdinger Becken und Hausruckviertel. Der Hauptort befindet sich auf 397 Metern Seehöhe; der Roithner Kogl erreicht 448 Meter. Die Gemeinde besteht aus zwölf Ortschaften und zwei Katastralgemeinden. Felder, Obstwiesen und kleinere Waldstücke prägen die Umgebung. Kirsch-, Marillen- und Apfelbäume geben der Landschaft einen besonderen Rhythmus, der im Frühjahr an der Blüte und später an den Früchten sichtbar wird. Der Naturpark Obst-Hügel-Land wird gemeinsam mit St. Marienkirchen an der Polsenz getragen. Wanderwege erschließen das Gebiet, ohne dass der Ort seine Funktion als Wohn- und Arbeitsgemeinde verliert.
Kirchen und gelebte Vielfalt
Die Wallfahrtskirche Maria Scharten ist ein weithin sichtbarer Mittelpunkt des Hauptortes. Der Bau wurde 1506 begonnen und nach einer Unterbrechung während der Reformationszeit 1632 fertiggestellt. Das Gnadenbild machte die Kirche zu einem Wallfahrtsziel. In Unterscharten steht die evangelische Toleranzkirche. Sie geht auf ein Bethaus zurück, das nach dem Toleranzpatent von 1781 errichtet wurde; das heutige Kirchengebäude entstand in mehreren Bauphasen. Die beiden Kirchen stehen für unterschiedliche konfessionelle Traditionen und zeigen, wie religiöses Leben im Gemeindegebiet über Jahrhunderte nebeneinander bestand.
Obstbau, Arbeit und Pendeln
Der Obstbau ist eine konkrete örtliche Tätigkeit, die Landschaft und Produkte verbindet. Streuobst an Hängen und Wegsäumen liefert Kirschen, Zwetschken und Mostobst; diese Kulturen gehören zum sichtbaren Arbeitsbild der Höfe. Statistik Austria zählte in Scharten am 31. Oktober 2024 insgesamt 183 Arbeitsstätten. 18,0 Prozent entfielen auf den primären Sektor, 69,4 Prozent auf den tertiären. In den Arbeitsstätten bestanden 392 Beschäftigungsverhältnisse; 82,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Zahl der Arbeitsstätten ist nicht mit jener der Unternehmen gleichzusetzen. Die Kombination aus landwirtschaftlichen Betrieben, örtlichen Dienstleistungen und starkem Auspendeln beschreibt Scharten als ländliche Wohngemeinde mit eigener wirtschaftlicher Basis.
Vom Quellwasser zur Ortsmarke
Leppersdorf ist mit der Geschichte der Schartner Bombe verbunden. Eine dortige Quelle wurde vor dem Ersten Weltkrieg gefasst; zunächst diente ihr Wasser einem Badehaus. In den 1920er Jahren begann Otto Burger in Linz, daraus ein Getränk herzustellen. Die spätere Markenproduktion fand damit nicht dauerhaft in Scharten statt, doch die Quelle blieb ein Teil der Ortsgeschichte. Heute führt die Gemeinde Betriebe und Ab-Hof-Angebote gesondert auf, und der Naturpark verbindet Landschaft mit regionalen Erzeugnissen. Volksschule, Kindergarten, Krabbelstube und Bücherei liegen im Hauptort. So begegnen sich in Scharten lokale Versorgung, landwirtschaftliche Arbeit und ein Ortsbild, das durch seine Kirchen und Obstlandschaft unverwechselbar wird.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Scharten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Scharten - GEM2GO WEB - Startseite
- Scharten - GEM2GO WEB - Startseite - Unser Scharten - Kultur & Geschichte - Geschichtliches & Wissenswertes
- STATISTIK AUSTRIA – Abgestimmte Erwerbsstatistik / Arbeitsstättenzählung 2024
Stand der Angaben: 10.10.2026
