LESSACH KENNENLERNEN
Lessach: Weites Tal zwischen Dorf und Tauernseen
Lessach folgt dem Lauf des Lessachbachs von den Schladminger Tauern hinunter zur Taurach. Die Gemeinde im Bezirk Tamsweg hatte am 1. Jänner 2026 535 Einwohnerinnen und Einwohner; ihr Gebiet umfasst 72,23 Quadratkilometer. Die Siedlungen Lessach und Zoitzach liegen in einer Landschaft, die vom Talboden bis zu hochalpinen Seen reicht.
Ein Seitental mit eigenem Rhythmus
Lessach liegt nordöstlich von Tamsweg und umfasst ein langes Tal, das vom Lessachbach geprägt wird. Der Bach entspringt nahe der steirischen Grenze und fließt südwärts zur Taurach. Mit 72,23 Quadratkilometern ist die Gemeinde flächenmäßig weitläufig, die Siedlungen verteilen sich auf Lessach und Zoitzach. Im Norden steigt das Gelände zu den Schladminger Tauern an; der Hochgolling bildet mit 2.863 Metern den höchsten Punkt. Die Landschitzseen sind Ziele längerer Wanderungen. Alltag, Landwirtschaft und Freizeit bewegen sich zwischen Talboden und alpiner Landschaft.
Wandern, Wallfahrt und Dorfgeschichte
Im Ortsbereich führt der Lungauer Kulturwanderweg an markierten Stationen vorbei. Tafeln erklären Bauwerke wie Troadkästen und Kapellen sowie Bergbau und Sagen aus dem Lessachtal. Auch der Salzburger Arnoweg verläuft durch das Dorf. Wer weiter in den Lessacher Winkl möchte, kann einer als Radroute ausgewiesenen Strecke ins hintere Tal folgen: Der Winklweg ist 6,7 Kilometer lang und weist 85 Höhenmeter auf. Deutlich steiler ist die Route zur Wildbachhütte über die Zoitzachalm mit 610 Höhenmetern auf 7,1 Kilometern. Lenznalm und Laßhoferalm werden als Einkehrmöglichkeiten im hinteren Tal genannt. Das Dorf selbst wurde 1908 von einem großen Brand getroffen, der Wohn- und Wirtschaftsgebäude zerstörte; die Wegtafeln erschließen dagegen auch ältere Spuren des bäuerlichen Alltags.
Landwirtschaft und handwerklicher Orgelbau
In Lessach entfielen 2024 51 Arbeitsstätten auf die Gemeinde; 56,9 Prozent waren dem primären Sektor zugeordnet. Die Arbeitsstätten beschäftigten 76 Personen beziehungsweise Beschäftigungsverhältnisse, 47,4 Prozent davon im primären Sektor. Zugleich pendelten 81,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Die Zahlen zeigen eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Arbeitsbasis mit engen Verbindungen zu regionalen Arbeitsorten. Eine besondere handwerkliche Tätigkeit ist die Lungauer Orgelbauwerkstatt in Lessach. Sie baut und bearbeitet Orgeln in einer regionalen Salzburger Tradition, setzt bei der Materialwahl überwiegend auf lokal verfügbare Hölzer und arbeitet an der Mensuration und Intonation der Pfeifen. Die Werkstatt schafft damit ein spezialisiertes regionales Produkt.
Ein Dorf mit Schule und Vereinsleben
Die örtlichen Einrichtungen umfassen eine Volksschule und eine Bücherei. Der Kulturwanderweg bringt die Geschichte auch in den Ortsalltag: Seine Tafeln machen Bauwerke, frühere Gewerbe und Überlieferungen entlang eines Spaziergangs zugänglich. Für Wandernde gibt es im hinteren Lessachtal Jausenstationen auf der Lenznalm und Laßhoferalm. Das Vereinsleben bietet Gelegenheiten, sich jenseits des Berufs zu treffen. Fußballplatz und Schlepplift werden vom örtlichen Schiclub beziehungsweise Fußballverein getragen; im Winter ergänzt der Lift das Freizeitangebot im Dorf, während die Loipe in den Lessacher Winkl führt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 13.10.2026
