SCHWECHAT KENNENLERNEN
Schwechat: Stadt am Fluss und im Wandel
Schwechat ist eine Stadtgemeinde am südöstlichen Rand Wiens. 21.471 Menschen lebten hier am 1. Jänner 2026; das Gemeindegebiet misst 44,82 Quadratkilometer. Flussläufe, industrielle Entwicklung und die Nähe zur Donau prägen die Stadt in sehr unterschiedlicher Weise.
Dort, wo die Schwechat zur Donau zieht
Die Stadt liegt am nördlichen Rand des Wiener Beckens. Wasserkraft setzte über Jahrhunderte Mühlen in Bewegung, aus denen sich im 19. Jahrhundert Fabriken entwickelten. Im Stadtteil Rannersdorf mündet der Frauenbach in die Schwechat; dort erreicht auch die Liesing den Fluss. Östlich von Mannswörth fließt die Schwechat durch einen alten Donauarm, das Zieglerwasser, zur Donau. Die Mannswörther Auen sind ein nahegelegenes Ausflugsgebiet im Wiener Anteil des Nationalparks Donau-Auen. Bei Hochwasser staut die Donau Wasser in die Schwechat und die Zaineth-Au zurück. Am Alberner Leitdamm wachsen Orchideen; auf ehemaligen Forstflächen werden Hybridpappeln schrittweise durch standorttypische Bäume ersetzt.
Vier Katastralgemeinden, vier Ortsbilder
Die Stadtgemeinde umfasst vier Katastralgemeinden und gleichnamige amtliche Ortschaften: Kledering, Mannswörth, Rannersdorf und Schwechat. Kledering ist eng mit dem Wiener Zentralverschiebebahnhof verbunden. Rannersdorf besitzt vorstädtischen Charakter, das Zentrum Schwechat ist industrieller und gewerblicher Schwerpunkt. Der Flughafen Wien liegt im östlichen Teil des Gemeindegebiets an der Grenze zu Fischamend; er ist eine bedeutende Anlage, aber keine eigene Katastralgemeinde. Im Nordwesten ist das Siedlungsgebiet mit Wien zusammengewachsen.
Ala Nova, Mühlen und Brauereigeschichte
Archäologische Funde belegen eine Besiedlung lange vor der römischen Zeit. Im heutigen Stadtgebiet lag das Reiterkastell Ala Nova. Als Markt wurde Schwechat 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1590 entstand das Figdor-Brauhaus am Hauptplatz; daneben bestand das Dominikal- oder Popperbrauhaus. Im 16. und 17. Jahrhundert kamen weitere Brauereien und Textilbetriebe hinzu. Eine Orientalische Handels-Companie produzierte Stoffe für den Export in die Türkei. Franz Anton Dreher erwarb 1797 das Klein-Schwechater Brauhaus. Sein Sohn Anton Dreher I. stellte den Betrieb im Winter 1840 auf untergärige Brauweise um. Das erste helle untergärige Lagerbier gelang ihm im Frühjahr 1841 und wurde zum Markenzeichen. 1913 fusionierte die Schwechater Brauerei mit St. Marx und Simmering zu den Vereinigten Brauereien. 1935 übernahm die Familie Mautner Markhof die Mehrheit an der Vereinigten Brauereien AG.
Stadtwerdung, Eingliederung und Wiederaufbau
Am 24. August 1922 wurde Schwechat zur Stadt erhoben. Bereits 1938 löste das NS-Regime die Selbständigkeit auf und gliederte den Ort als 23. Bezirk in Groß-Wien ein. Schwechat war wegen seiner Rüstungsindustrie besonders von Bombenangriffen betroffen. Am heutigen Flughafengelände lag ab Herbst 1943 das KZ-Außenlager Schwechat-Heidfeld; die Häftlinge mussten auf dem Heinkel-Werksgelände Flugzeugteile fertigen. Nach alliierten Bombentreffern wurde das Lager im Juli 1944 aufgelöst, die Gefangenen wurden nach Floridsdorf verlegt. Nach der Rückgliederung an Niederösterreich wurde Schwechat am 1. September 1954 wieder selbständig; die erste Gemeinderatssitzung fand am selben Tag statt. Mit der neuen Stadtgemeinde wurden Alt- und Neukettenhof verwaltungsmäßig verbunden. In den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau; gegen Ende des Jahrzehnts und zu Beginn der 1960er Jahre folgten neue Betriebe und öffentliche Einrichtungen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schwechat – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Schwechat - Offizielle & aktuelle Infos und Services - Home - Politik & Verwaltung - Wissenswertes - Geschichte
- Nationalpark Donau-Auen – Mannswörther Auen
- Mauthausen Guides – KZ-Außenlager Schwechat Heidfeld
- Stadtgemeinde Schwechat – Das Brauhausviertel
- Schwechater Bier – Geschichte
Stand der Angaben: 08.10.2026
