SITTERSDORF KENNENLERNEN
Weinbau am Rand der Karawanken
Sittersdorf liegt am südlichen Rand des Jaunfelds, wo sich Siedlungen und Seen zwischen Vellach und den nördlichen Ausläufern der Karawanken verteilen. Die Gemeinde zählt 1.925 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 44,96 Quadratkilometer.
Zwischen Vellach und Jaunfeld
Die Vellach und der Suchabach durchfließen das Gemeindegebiet; Gösselsdorfer See und Sonnegger See sind die größten stehenden Gewässer. Die heutige Form des Sonnegger Sees entstand 1966 in einer versumpften Senke. Die Topitza erreicht 1.649 Meter und markiert den Übergang zu den Karawankenausläufern. Die B 82 verläuft nord-südlich, in Sittersdorf zweigt die B 81 nach Osten ab. Sechs Katastralgemeinden – Goritschach, Altendorf, Sonnegg, Sittersdorf, Rückersdorf und Proboi – umfassen 27 Ortschaften.
Salzstraße und Sittersdorfer Rötel
Das Gebiet lag an der Römerstraße von Aquileia nach Virunum; eine Verbindung führte Richtung Juenna im heutigen Globasnitz. Im frühen Mittelalter wurde die Strecke über den Seeberg für Salztransport aus der Adria und Eisentransport aus dem Norden genutzt. Salz war im kärntnerischen Binnenland ein kostbares Gut; Roheisen aus dem Görtschitz- und Lavanttal wurde südwärts weitertransportiert. Sittersdorf war auch für Getreide und Wein bekannt. Der Überlieferung nach brachte Christoph von Ungnad um 1470 Reben aus Spanien. Der „Sittersdorfer Rötel“ wurde nach dem ersten Herbstreif gelesen. Eine Chronikanekdote erzählt, dass sogar König Karl III. den Rotwein auf Empfehlung des österreichischen Gesandten gegen Magenbeschwerden probierte. Die Sendung soll über Triest und Cartagena nach Madrid gelangt sein. Die Kirche der heiligen Helena ist 1154 erwähnt; 1466 erscheint Sittersdorf als eigene Pfarre.
Die Burg Sonnegg
Burg Sonnegg entstand im 13. Jahrhundert und war Sitz des herzoglichen Landgerichts für das Jauntal. Sie ist 1267 erstmals urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert bauten die Ungnad die Anlage aus; 1639 kam sie an die Orsini-Rosenberg. Heute sind Ruinen erhalten. Der Adlerflügel der Herren von Sonnegg findet sich im Gemeindewappen. Auf dem Hügel Gradiše südlich von St. Philippen liegen Mauerreste einer zweiten Burg. Ihre Zuordnung zu Juno oder Kristendorf bleibt unsicher. In Pfannsdorf steht die Pfarrkirche St. Philippen ob Sonnegg.
Weinbau und Gemeindegeschichte
Landwirtschaft prägt weiterhin das Gemeindegebiet; in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann auch der Tourismus an Bedeutung. Ein Verein widmet sich der Förderung des Weinbaues. Der slowenische Kulturverein Trta besteht seit 1907; 2022 zählte er mehr als 80 Mitglieder und unterhielt Chöre sowie eine Theatergruppe. Der Männergesangsverein MGV Sittersdorf und Sportvereine ergänzen das örtliche Vereinsleben. Im 19. Jahrhundert wurde Sittersdorf zunächst 1850 als Ortsgemeinde gebildet, 1865 vorübergehend Eberndorf zugeschlagen und 1871 wieder eigenständig. 1944 kamen Rückersdorf und Proboi hinzu; 1973 folgten Teile von Eisenkappel-Vellach. Die alte Volksschule wurde abgetragen und durch einen Neubau ersetzt; zudem entstanden sozialer Wohnbau und ein zweisprachiger Kindergarten.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
