LANDESHAUPTSTADT · STEIERMARK

Graz

Uhrturm, experimentelle Architektur und barocke Bildwelten, dazu die Landeshauptstadt in Zahlen: Geburten, Wachstum, Arbeit, Tourismus und Arbeitsmarkt.

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Blick vom Grazer Schlossberg nach Südwesten über die Altstadt
Blick vom Grazer Schlossberg nach Südwesten über die Altstadt, Aufnahme 2012 · Foto: Manfred Werner - Tsui · „Graz Panorama 2012“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
306 971
01.01.2026
Fläche
127,57 km²
Bevölkerungsdichte
2 406,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
8010
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GRAZ KENNENLERNEN

Historische Stadt und neue Perspektiven

Graz bietet auf engem thematischem Raum sehr unterschiedliche Vorstellungen von Architektur und Repräsentation. Der Uhrturm ist ein vertrautes Zeichen über der Stadt. Das Kunsthaus setzt am Lendkai eine bewusst ungewöhnliche Form dagegen. In Schloss Eggenberg wiederum erzählen historische Innenräume von einem barocken Weltbild. Diese Orte lassen sich als drei Zugänge zu Graz verstehen: über den Stadtblick, über Gegenwartskunst und über die Geschichte adeliger Selbstdarstellung.

Der Uhrturm und der Blick über Graz

Der 29 Meter hohe Uhrturm steht auf dem Schlossberg und gehört zu den bekanntesten Orientierungspunkten von Graz. Auffällig ist das Verhältnis seiner Zeiger: Der größere zeigt die Stunden an. Der Aufenthalt rund um den Turm verbindet die Betrachtung des Bauwerks mit dem Überblick über die Stadt. Auf den Schlossberg führen Wege und Stufen; daneben gibt es Bahn und Lift als eigene Zugangsmöglichkeiten. Dadurch lässt sich der Besuch unterschiedlich gestalten. Die Außenansicht und eine Führung ins Innere sind jedoch verschiedene Angebote. Wer die Konstruktion und Geschichte des Turms genauer kennenlernen möchte, sollte die dafür vorgesehenen Führungen gesondert prüfen.

Ein ungewöhnlicher Bau am Lendkai

Das Kunsthaus entstand im Zusammenhang mit Graz als Europäischer Kulturhauptstadt 2003. Peter Cook und Colin Fournier entwarfen die auffällige, organisch wirkende Form. Die BIX-Medienfassade bezieht auch den umgebenden Stadtraum in die Wahrnehmung ein. Zugleich wurde der Neubau mit dem historischen Eisernen Haus verbunden, dessen geschützte Fassade erhalten blieb. Damit ist das Kunsthaus nicht nur ein eigenständiges Objekt, sondern auch ein Eingriff in ein gewachsenes Viertel. Seine Lage gegenüber der Altstadt schafft eine weitere Beziehung über die Mur hinweg. Wer das Gebäude betrachtet, kann daher sowohl nach seiner Form als auch nach seiner Rolle für die Stadtentwicklung fragen.

Ein erhaltenes Ensemble in Eggenberg

Schloss Eggenberg bewahrt eine Folge von 24 Prunkräumen mit historischer Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Beletage vermittelt dadurch einen zusammenhängenden Eindruck höfischer Repräsentation. Gemälde, Möbel und Dekorationen wirken nicht nur einzeln, sondern in der Abfolge der Räume. Zu den besonderen Objekten gehört ein japanischer Paravent mit einer Darstellung von Osaka. Solche Stücke erweitern den Blick über die lokale Geschichte hinaus und zeigen, welche Vorstellungen ferner Welten in die Ausstattung eingingen. Für eine Besichtigung lohnt es sich, auf Übergänge zwischen den Räumen zu achten. Das Ensemble erzählt durch seine Ordnung ebenso wie durch einzelne Kunstwerke.

Ein barockes Weltbild in Bildern

Der Planetensaal ist der Mittelpunkt der Eggenberger Prunkräume. Sein Bildprogramm verbindet die damals gebräuchlichen Vorstellungen von Planeten und Tierkreis mit der Repräsentation der Familie. Hans Adam Weissenkirchers Gemälde ordnen Himmelskörper, Elemente und weitere Sinnbilder zu einem großen Zusammenhang. Diese Symbolik ist aus der Gedankenwelt ihrer Entstehungszeit zu verstehen und nicht als heutiges naturwissenschaftliches Modell. Gerade darin liegt ihr kulturhistorischer Wert. Der Raum zeigt, wie Machtanspruch, Familiengeschichte und Weltdeutung ineinandergreifen konnten. Erläuterungen des Museums helfen beim Entschlüsseln der einzelnen Ebenen. Ein genauer Blick auf Decke und Wände eröffnet daher mehr als den Eindruck einer besonders reich dekorierten Festhalle.

Mehr Geburten als Sterbefälle

2024 kamen in Graz 2.905 Kinder zur Welt, 2.438 Menschen starben. Die Landeshauptstadt war damit der einzige der 13 steirischen Bezirke mit einem Geburtenüberschuss, alle anderen verzeichneten mehr Sterbefälle als Geburten. Zu Jahresbeginn 2026 lebten in Graz 306.971 Menschen, fast ein Viertel der Steirerinnen und Steirer. Nach Wien ist Graz die größte Gemeinde Österreichs, auf 128 Quadratkilometern kommen 2.406 Einwohner je Quadratkilometer.

Um fast ein Drittel gewachsen

Bei der Volkszählung 2001 hatte Graz 226.244 Einwohner, bei der Registerzählung 2022 waren es 297.083, ein Plus von 31 Prozent. Die Steiermark insgesamt wuchs im selben Zeitraum um sieben Prozent. Neben den Geburten trägt vor allem der Zuzug dazu bei: 2024 zogen per Saldo 2.084 Menschen mehr in die Stadt als weg. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger lag Anfang 2025 bei 29,3 Prozent, doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Junge Erwachsene prägen die Stadt: Anfang 2026 war jede sechste Person zwischen 20 und 29 Jahre alt, in der ganzen Steiermark jede neunte. Mit der Bevölkerung wuchs der Wohnungsbestand: 2001 gab es 128.442 Wohnungen in der Stadt, 2022 waren es 184.140, um 43 Prozent mehr.

Ein Drittel mehr Arbeitende als erwerbstätige Einwohner

Bei der Registerzählung 2022 arbeiteten in Graz 199.920 Erwerbstätige, aber nur 148.786 Erwerbstätige wohnten hier. Per Saldo kamen damit täglich 51.134 Menschen mehr zur Arbeit in die Stadt, als hinausfuhren. Mehr als jede dritte Person zwischen 25 und 64 Jahren hatte einen Hochschulabschluss, 35,7 Prozent, im Landesschnitt waren es 18,5 Prozent. Wer aus Graz hinauspendelte, blieb 2024 meist in der Steiermark: 29.779 fuhren in einen anderen steirischen Bezirk, 9.853 in ein anderes Bundesland und 826 ins Ausland. Die Gemeindesteuern spiegeln das wider: Je Einwohner nahm Graz 2023 an Steuern und Abgaben 2.393 Euro ein, mehr als jeder andere steirische Bezirk im Schnitt seiner Gemeinden.

Kurze Besuche, kräftiges Plus

Im Tourismusjahr 2025 kamen 827.080 Gäste nach Graz und blieben im Schnitt 1,8 Nächte, so kurz wie in keinem anderen steirischen Bezirk. Zusammen ergab das 1.457.074 Nächtigungen, 6,6 Prozent mehr als im Jahr davor und der stärkste Zuwachs im Land. Gemessen an den Nächtigungen liegt Graz damit hinter dem Bezirk Liezen auf Platz zwei. 57 Prozent der Nächtigungen gingen auf Gäste aus dem Ausland. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen der Advent in Graz, Aufsteirern, die Diagonale und der Graz Marathon.

Die meisten Arbeitslosen des Landes

Ende Jänner 2026 waren in Graz 18.111 Menschen arbeitslos gemeldet, mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen in der Steiermark und 6,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte von ihnen hatte eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ende Juli waren es 15.332. Bei der Registerzählung 2022 lag die Arbeitslosenquote in Graz bei 6,7 Prozent, landesweit bei 4,4 Prozent. Auch die Haushalte sind klein: Im Schnitt lebten 2022 in einem Grazer Haushalt 1,95 Personen.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 19.10.2026

GEOGRAFIE

Graz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung261 726
31.10.2021 · Registerzählung291 731
01.01.2026 · Bevölkerungsstand306 971

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
42 667
NUTS-3-Region
Graz (AT221)

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