SPITTAL AN DER DRAU KENNENLERNEN
Stadt am Zusammenfluss von Lieser und Drau
Spittal an der Drau liegt zwischen Lurnfeld und Unterem Drautal, wo die Lieser in die Drau mündet. Die Stadtgemeinde zählt 15.263 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 48,52 Quadratkilometer. Aus dem 1191 gestifteten Hospital entwickelte sich ein Markt, später eine Stadt und ein regionales Verwaltungszentrum.
Das Spittl an der Handelsstraße
Die Grafen Otto II. und Hermann von Ortenburg gründeten 1191 am Lieserufer ein Hospital mit Kapelle. Es lag an einer alten Handelsstraße zwischen Venedig und Augsburg und versorgte Pilger, die über Katschberg und Radstädter Tauern nach Süden zogen. Die Siedlung erhielt vom Hospital ihren Namen. 1242 ist der Markt erstmals belegt; 1404 erhielt er Marktrecht. Handels- und Mautrechte sowie die Flößerei auf der Drau trugen zur frühen wirtschaftlichen Bedeutung bei. Die Stadtgemeinde gliedert sich in sieben Katastralgemeinden und umfasst 27 amtliche Ortschaften.
Schloss Porcia und Salamanca
Gabriel von Salamanca erwarb 1524 die Grafschaft Ortenburg und ließ ab 1533 das Schloss Porcia errichten. Italienische Baumeister gestalteten den Bau als Renaissancepalazzo mit Arkadenhof. Die Fertigstellung erfolgte erst unter seinen Nachfolgern. 1662 ging das Schloss an die aus Pordenone stammende Familie Porcia über, deren Name es bis heute trägt. Das Schloss steht im Zentrum der Stadt. Das ehemalige Spittl wurde am östlichen Lieserufer neu aufgebaut; heute befindet sich dort ein Hochschulstandort.
Vom Markt zur Bezirksstadt
Spittal wurde wiederholt von Bränden und Kriegen getroffen. 1478 brannten türkische Truppen den Markt nieder, 1522 zerstörte ein Großbrand große Teile der Siedlung. 1892 kam elektrische Beleuchtung im Markt hinzu; 1908 begann der Bau der evangelischen Kirche. 1909 folgte die Tauernbahn. Nach dem Kärntner Abwehrkampf war Schloss Porcia 1919 zeitweise Sitz der Landesregierung. 1930 wurde der Markt zur Stadt erhoben. Im Zweiten Weltkrieg befand sich östlich der Stadt ein Kriegsgefangenenlager. Die Stadtchronik erinnert an rund 6.000 dort gestorbene Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in zwei Gräberfeldern. 1960 wurde die Goldeckseilbahn eröffnet; 1964 kam St. Peter-Edling durch Eingemeindung zur Stadtgemeinde.
Stadtpalais, Museum und Kultur
Neben Schloss Porcia prägt das Khevenhüller-Stadtschloss, heute Rathaus, das Zentrum. Christoph Khevenhüller ließ den dreigeschossigen Renaissancebau mit Arkaden errichten; 1538 wurde dort Hans Khevenhüller geboren, später kaiserlicher Gesandter in Spanien. Die Stadt nennt außerdem die Komödienspiele Porcia und den Internationalen Chorwettbewerb als prägende Kulturveranstaltungen. 1958 gründete Helmut Prasch im Schloss Porcia das Bezirksheimatmuseum, aus dem das heutige Museum für Volkskultur hervorging. Seine Sammlungen behandeln Kinderspiel und Schulgeschichte ebenso wie Handwerk, Bergbau, alpine Landwirtschaft und die Anfänge des Tourismus. 1995 erhielt das Museum eine Auszeichnung im Rahmen des Europäischen Museumspreises. Auf zwei Stockwerken zeigt es zudem ein begehbares Kärnten-Panorama auf 200 Quadratmetern; ein Flugsimulationskino ermöglicht den virtuellen Flug über das Bundesland.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
