KLAGENFURT AM WÖRTHERSEE KENNENLERNEN
Vom Neuen Platz bis an den See
In Klagenfurt am Wörthersee lassen sich Stadtgeschichte und Wasserlandschaft unmittelbar miteinander verbinden. Im Zentrum führen Plätze und historische Gebäude zu den Spuren der Kärntner Landeshauptstadt. Weiter westlich stellt der Lendkanal die Verbindung zum See her. Wer beide Bereiche in einen Besuch einbezieht, erlebt sehr unterschiedliche Seiten Klagenfurts: repräsentative Architektur, einen alten Verkehrsweg am Wasser und Ausflugsziele mit ganz eigener Entstehungsgeschichte.
Der Lindwurm auf dem Neuen Platz
Der Lindwurmbrunnen gehört zu den markantesten Orientierungspunkten der Innenstadt. Die Figur wurde aus einem einzelnen Block Chloritschiefer vom Kreuzbergl gearbeitet und 1593 aufgestellt. Brunnenbecken und Herkulesfigur kamen später hinzu. Dadurch erzählt das Denkmal auch von unterschiedlichen Gestaltungsphasen des Platzes. Für einen Stadtrundgang ist es ein guter Ausgangspunkt, weil hier ein bildhaftes Wahrzeichen und ein repräsentativer öffentlicher Raum zusammenkommen. Das steinerne Tier macht eine lokale Erzähltradition mitten im heutigen Stadtalltag sichtbar.
Ein Innenhof als Zugang zur Landesgeschichte
Das Landhaus wurde im späten 16. Jahrhundert errichtet und gehört zu den bedeutenden weltlichen Bauten Klagenfurts. Sein hufeisenförmiger Grundriss öffnet sich zu einem Innenhof mit Arkaden. Zwei schlanke Türme mit Zwiebelhelmen bestimmen die Silhouette. Die heute sichtbare Anlage enthält zudem Spuren älterer Bauten und späterer Umgestaltungen. An diesem Beispiel lässt sich gut erkennen, dass die historische Innenstadt nicht aus einer einzigen Epoche stammt. Der Hof erschließt den Bau räumlich, während eine Besichtigung der zugänglichen Innenräume weitere Einblicke ermöglicht. Für die Beschäftigung mit Kärntens politischer Geschichte ist das Gebäude deshalb ein besonders naheliegender Anknüpfungspunkt im Zentrum.
Ein historischer Wasserweg zum Wörthersee
Der rund vier Kilometer lange Lendkanal wurde 1527 als künstliche Verbindung zum Wörthersee angelegt. Er diente dem Warentransport und der Wasserversorgung der Stadtbefestigung. Heute begleiten Wege den Kanal und machen den Übergang von der Stadt zum See erfahrbar. Die Steinerne Brücke aus dem 16. Jahrhundert ist dabei eine historische Wegmarke. Am Wasser lässt sich eine andere Entwicklungsgeschichte Klagenfurts ablesen als an den repräsentativen Plätzen: Hier stehen Transport, Versorgung und die Nutzung einer künstlich geschaffenen Verbindung im Vordergrund. Wer den Verlauf verfolgt, kann den See als Teil der Stadtgeschichte verstehen und nicht bloß als benachbartes Freizeitziel.
Weltarchitektur im kleinen Maßstab
Minimundus entwickelte sich aus einer kleinen Modellanlage der 1950er-Jahre. Die Idee, Bauwerke aus verschiedenen Ländern an einem Ort zusammenzuführen, wurde nach der Übernahme durch einen Vertreter von RETTET DAS KIND schrittweise ausgebaut. Neben den Modellen im Freien entstand später eine interaktive Innenausstellung. Der Rundgang eröffnet damit eine andere Art des Sehens: Fassaden und Bauformen lassen sich über Ländergrenzen hinweg vergleichen. Zur Geschichte des Ausflugsziels gehört auch seine soziale Verbindung zum Kärntner Verein RETTET DAS KIND. Ein Besuch hat deshalb einen Hintergrund, der über die Miniaturen hinausreicht. Der Betreiber informiert über das jeweils verfügbare Ausstellungsangebot und die Besuchsbedingungen.
Seit 2018 mehr als 100.000 Einwohner
Zu Jahresbeginn 2018 überschritt Klagenfurt am Wörthersee erstmals die Marke von 100.000 Einwohnern, Anfang 2026 waren es 105.734. Fast jeder fünfte Mensch in Kärnten lebt damit in der Landeshauptstadt, die als Stadt mit eigenem Statut zugleich einen Bezirk bildet. Auf 120 Quadratkilometern kommen 880 Einwohner auf einen Quadratkilometer, so dicht ist kein anderer Kärntner Bezirk besiedelt.
Gewachsen durch Zuzug
Bei der Volkszählung 1971 zählte die Stadt 82.840 Einwohner, Anfang 2025 waren es 105.256, ein Plus von 27 Prozent. Kärnten wuchs im selben Zeitraum nur um acht Prozent. Aus eigener Kraft wächst Klagenfurt dabei nicht: 2024 kamen 792 Kinder zur Welt, 1.092 Menschen starben. Ausgeglichen wurde das durch Zuzug, per Saldo zogen 695 Menschen mehr in die Stadt als weg, mehr als in jeden anderen Kärntner Bezirk. Fast der gesamte Gewinn kam aus dem Ausland, innerhalb Österreichs hielten sich Zu- und Wegzüge mit einem Plus von 27 nahezu die Waage.
Wer hinausfährt, bleibt meist in Kärnten
13.585 Klagenfurterinnen und Klagenfurter arbeiteten 2024 außerhalb der Stadt. 9.739 von ihnen pendelten in einen anderen Kärntner Bezirk, 3.571 in ein anderes Bundesland und 275 ins Ausland. Auch die meisten Arbeitslosen des Landes leben hier: Ende Jänner 2026 waren 5.595 Menschen arbeitslos gemeldet, gut ein Fünftel aller Arbeitslosen in Kärnten, Ende Juli 4.264. Fast vier von zehn Arbeitslosen im Jänner hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Gegründet wird in der Landeshauptstadt besonders häufig: 2024 entstanden 569 neue Unternehmen, 5,4 je 1.000 Einwohner und damit mehr als in jedem anderen Kärntner Bezirk. Das mittlere Nettoeinkommen der unselbständig Erwerbstätigen lag 2023 bei 25.980 Euro im Jahr, etwas unter dem Landeswert von 26.517 Euro.
Kurze Aufenthalte in der Seestadt
Im Kalenderjahr 2025 kamen 242.081 Gäste nach Klagenfurt, um drei Prozent mehr als im Jahr davor. Sie blieben im Schnitt 2,1 Nächte, zusammen 510.041 Nächtigungen. Unter den Kärntner Gemeinden lag die Landeshauptstadt damit auf Rang sechs, hinter Hermagor-Pressegger See, Villach, St. Kanzian am Klopeiner See, Bad Kleinkirchheim und Finkenstein am Faaker See. Die Tourismusregion Klagenfurt legte um 2,5 Prozent zu, stärker wuchs unter den neun Kärntner Regionen nur die Region Villach. Im Sommer 2024 standen in der Stadt 7.124 Gästebetten bereit.
Am größten See des Landes
Die Stadt liegt am Ostende des Wörthersees, mit 1.939 Hektar Fläche der größte See Kärntens. Er ist bis zu 85 Meter tief und erwärmte sich im Sommer 2024 knapp unter der Oberfläche auf bis zu 28,1 Grad. Im Jahr 2024 wuchs Klagenfurt um 390 Einwohner, das größte Plus aller Kärntner Bezirke, während das Land insgesamt nur um 351 Menschen zulegte. Mehrere Bezirke verloren gleichzeitig Einwohner, allen voran Wolfsberg mit 247. Klagenfurt grenzt an zwölf Gemeinden, zehn davon gehören zum Bezirk Klagenfurt Land, zwei zum Bezirk St. Veit an der Glan.
Quellen und Belege
- Stadt Klagenfurt: Sehenswürdigkeiten
- Stadt Klagenfurt: Denkmalgeschützte Bauten
- Minimundus: Geschichte der Anlage
- WKO Statistik - Wohnbevölkerung nach politischen Bezirken 2011 bis 2026
- STATISTIK AUSTRIA - Gemeindeverzeichnis 2026
- Amt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik - Statistisches Handbuch des Landes Kärnten, Daten 2024
- WKO Statistik - Auspendlerinnen und Auspendler nach politischen Bezirken 2024
- WKO Statistik - Vorgemerkte Arbeitslose nach politischen Bezirken, Ende Jänner 2026
- WKO Statistik - Vorgemerkte Arbeitslose nach politischen Bezirken, Ende Juli 2026
- Kärnten Werbung - Tourismusbericht Kärnten, Kalenderjahr 2025
Stand der Angaben: 19.10.2026
