STEYR KENNENLERNEN
Wo Flüsse, Handel und Arbeit zusammenkommen
Steyr lässt sich über seine Flüsse und über die Geschichte von Handel und Arbeit kennenlernen. Der Zusammenfluss von Enns und Steyr gehört zu den prägenden Stadtansichten. Historische Bürgerhäuser verweisen auf wirtschaftliche Verbindungen früherer Jahrhunderte, während ehemalige Fabrikgebäude andere Lebenswelten sichtbar machen. Gerade das Nebeneinander dieser Spuren verleiht der Stadt ein Profil, das über eine geschlossene Altstadtkulisse hinausgeht.
Zwischenbrücken und die Wege durch die Stadt
Der Bereich Zwischenbrücken lenkt den Blick auf die Lage am Zusammenfluss. Von hier aus lässt sich die Stadt in mehrere Richtungen erschließen: zu Stadtplatz und Enge Gasse, nach Steyrdorf oder zu den Bereichen rund um Schloss Lamberg. Wasserläufe, Brücken und Höhenunterschiede bestimmen dabei die Perspektiven. Die touristische Stadtübersicht verbindet diese Orte mit Stationen wie dem Dunklhof und dem Wehrgraben. Ein Spaziergang gewinnt dadurch, dass man nicht nur eine Liste von Gebäuden abarbeitet, sondern auf ihre Lage achtet. Die Wege über das Wasser machen besonders anschaulich, wie die einzelnen historischen Teile der Stadt räumlich miteinander verbunden sind.
Ein Handelshaus mit ungewöhnlichem Namen
Das Bummerlhaus gehört zu den bekannten Bürgerhäusern Steyrs. Seine ältesten Bauteile werden dem 13. Jahrhundert zugeordnet; spätere Eigentümer und Umbauten prägten das heute sichtbare Gebäude. Zu seinen Merkmalen zählen das steile Dach und eine reich gestaltete Fassade. Der Name geht auf das Schild eines früheren Löwenwirtshauses zurück: Der Löwe wurde wegen seiner hundeähnlichen Gestalt als Bummerl verspottet. Hinter dieser eingängigen Geschichte steht ein Haus, dessen Besitzer über lange Zeit im Handel tätig waren. Die städtische Darstellung nennt unter anderem Eisen, Stahl, Wein und Waren aus Venedig. Architektur und Wirtschaftsgeschichte greifen an diesem Beispiel unmittelbar ineinander.
Fabrikräume mit neuer Aufgabe
Das Museum Arbeitswelt befindet sich in zwei ehemaligen Fabrikgebäuden des 19. Jahrhunderts. Es richtet den Blick auf arbeitende Menschen und auf den Wandel ihrer Lebensbedingungen seit der Industrialisierung. Die Verbindung zur Industriestadt Steyr ist dabei ein wesentlicher Ausgangspunkt. Zugleich behandelt das Haus Fragen, die über den Ort hinausreichen, etwa gesellschaftliche Veränderungen im Zuge der Digitalisierung. Durch die Nutzung der alten Gebäude bleibt der industrielle Rahmen selbst sichtbar. Aus einer ehemaligen Produktionsstätte wird ein Ort für Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionen. Diese neue Funktion ergänzt die Geschichte der Räume, statt sie nur als historische Hülle zu verwenden.
Als einziger Bezirk Oberösterreichs geschrumpft
Zu Jahresbeginn 2011 lebten in Steyr 38.289 Menschen, Anfang 2026 waren es 37.898, ein Prozent weniger. Alle anderen 17 Bezirke Oberösterreichs sind in diesem Zeitraum gewachsen. Schon zwischen den Registerzählungen 2011 und 2021 war Steyr als einziger Bezirk des Landes geschrumpft, um 338 Einwohner. Die Stadt mit eigenem Statut umfasst knapp 27 Quadratkilometer, auf einem Quadratkilometer leben 1.427 Menschen.
Ältere Bevölkerung, weniger Zuwachs
Neben dem Salzkammergut und der Region Pyhrn-Eisenwurzen gehört Steyr zu den Gebieten Oberösterreichs mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil älterer Menschen. Im Jahr 2025 sank die Einwohnerzahl erneut, um 138. Bei der Registerzählung 2021 hatte gut jede fünfte Person in Steyr eine ausländische Staatsangehörigkeit, 21,0 Prozent, deutlich weniger als in Linz oder Wels. Seit 2017 ist die Einwohnerzahl um 1,1 Prozent gesunken, während Oberösterreich um fast fünf Prozent wuchs. Zu Jahresbeginn 2017 hatte Steyr noch 38.324 Einwohner gezählt.
Arbeitsort für die Region
Bei der Arbeitsstättenzählung 2024 gab es in Steyr 2.701 Arbeitsstätten mit 28.345 Beschäftigten. Auf 100 Einwohner kommen damit 75 Beschäftigte, nach Linz und Wels der dritthöchste Wert in Oberösterreich. 7.408 Steyrerinnen und Steyrer pendelten 2024 aus der Stadt hinaus, 5.757 in einen anderen oberösterreichischen Bezirk, 1.567 in ein anderes Bundesland und 84 ins Ausland. Ende 2025 wurden in Steyr 803 Lehrlinge ausgebildet. 2025 wurden 158 Unternehmen gegründet, gemessen an den Wirtschaftskammermitgliedern 7,6 je 100, einer der höchsten Werte im Land.
Weniger Arbeitslose als im Vorjahr
Ende Jänner 2026 waren in Steyr 2.463 Menschen arbeitslos gemeldet, 1,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ende Juli waren es 2.038, um 6,9 Prozent weniger als im Juli 2025. Rund vier von zehn Arbeitslosen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Gemessen an der Einwohnerzahl ist die Arbeitslosigkeit in Steyr dennoch höher als in den umliegenden Landbezirken: Im benachbarten Bezirk Steyr-Land mit fast 63.000 Einwohnern waren im Jänner 1.610 Menschen arbeitslos gemeldet.
Unter den 20 meistbesuchten Gemeinden
Im Tourismusjahr 2025 kamen 69.511 Gäste nach Steyr, sie verbuchten 135.756 Nächtigungen. Bei den Ankünften lag Steyr damit auf Platz zehn, bei den Nächtigungen auf Platz 15 aller oberösterreichischen Gemeinden. Die Gäste blieben im Schnitt etwa zwei Nächte. Touristisch gehört die Stadt zum Verband Pyhrn-Priel, Bad Hall, Steyr und die Nationalpark Region, der 1.173.204 Nächtigungen zählte und um 4,5 Prozent zulegte.
Die kleinste der drei Statutarstädte
Mit 37.898 Einwohnern ist Steyr die kleinste der drei oberösterreichischen Städte mit eigenem Statut, Linz hat mehr als fünfmal, Wels fast doppelt so viele Einwohner. Bei der Registerzählung 2021 zählte die Stadt 37.867 Einwohner, zehn Jahre davor 38.205. Ende 2025 waren unter den 803 Lehrlingen in Steyr 248 junge Frauen. Bei der Arbeitsstättenzählung 2024 hatten 2.101 Unternehmen ihren Sitz in der Stadt.
Quellen und Belege
- Steyr Tourismus: Stadt und Sehenswürdigkeiten
- Stadt Steyr: Historische Gebäude
- Museum Arbeitswelt: Über das Haus
- Museum Arbeitswelt: Sammlung
- WKO Statistik - Wohnbevölkerung nach politischen Bezirken 2011 bis 2026
- Land Oberösterreich, Statistik - Leben in OÖ: Bevölkerung, Ergebnisse der Registerzählung 2021
- STATISTIK AUSTRIA - Gemeindeverzeichnis 2026
- WKO Statistik - Arbeitsstätten nach politischen Bezirken 2024
- WKO Statistik - Auspendlerinnen und Auspendler nach politischen Bezirken 2024
- WKO Statistik - Lehrlinge nach Geschlecht, Lehrjahr und Bezirken 2025
- WKO Statistik - Unternehmensneugründungen und Gründungsintensität nach Bezirken 2025
- WKO Statistik - Vorgemerkte Arbeitslose nach politischen Bezirken, Ende Jänner 2026
- WKO Statistik - Vorgemerkte Arbeitslose nach politischen Bezirken, Ende Juli 2026
- Oberösterreich Tourismus - Bericht Tourismusjahr 2025
Stand der Angaben: 19.10.2026
