LANGENLOIS KENNENLERNEN
Langenlois – Weinort am Loisbach
Langenlois liegt am südlichen Ende des Kamptals, wo der Loisbach aus dem Wald in die Ebene tritt. Die Stadtgemeinde zählt 7.470 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 67,09 Quadratkilometer.
Liubisa und der Weinzehent
Die älteste überlieferte Namensform, „Liubisa“, erscheint in Göttweiger Traditionsbüchern für die Zeit zwischen 1072 und 1091. Die Aufzeichnungen betreffen den Weinzehent und belegen damit auch den Weinbau am Ort. Spätere Schreibweisen wie Liubes, Lvibes und Levbs entwickelten sich zur Kurzform „Lois“; „Langenlois“ ist im 15. Jahrhundert, erstmals 1413, nachweisbar. Der Loisbach entspringt in der Gföhler Gegend und mündet bei Gobelsburg in den Kamp. Dort, wo er die Waldzone verlässt, entstand die frühe Siedlung.
Marktrechte und die Vierziger
Die mittelalterliche Bürgerschaft baute früh eigene Rechte und Einrichtungen auf. 1327 taucht die Gemeinschaft der „Vierziger“ erstmals in den Quellen auf: ursprünglich vierzig landesfürstliche Lehner mit gemeinsamem Besitz an Weingärten und Wald. 57 Vierzigerlehnern bestätigte man das Nutzungsrecht im Wald hinter Schiltern gegen jährlich 180 Eimer Dienstmost für das Schlüsselamt Krems. 1346 wird ein Spital erwähnt; drei Jahre darauf ist erstmals ein Schulmeister bezeugt. Herzogin Katharina verlieh den Bürgern 1361 das Recht zur freien Richterwahl. Herzog Rudolf IV. untersagte 1364 auswärtigen Gerichten, Bürger wegen unbelegter Geldschulden festzusetzen. Der gewählte Richter brauchte die Bestätigung des Landesfürsten. Ein Jahrmarkt zu Leonhardi kam 1411 hinzu; 1459 bestätigte Kaiser Friedrich III. Privilegien und untersagte die Einfuhr auswärtigen Weins in den Markt.
Vom Markt zur Stadtgemeinde
Mit dem Bahnanschluss 1889 an die Lokalbahn Hadersdorf–Horn–Sigmundsherberg erhielt Langenlois eine neue Verbindung nach außen. 1901 wurde Haindorf eingemeindet; 1925 folgte die Stadterhebung. Am 1. Jänner 1972 kamen Gobelsburg mit Zeiselberg, Schiltern mit Kronsegg und Zöbing hinzu. Diese Zusammenschlüsse formten die heutige Stadtgemeinde.
Kirchen erzählen Baugeschichte
Die Stadtpfarrkirche St. Laurentius verbindet einen gotischen Innenraum mit einer barocken Westfassade. Die Pfarre entstand zwischen 1200 und 1250 aus Krems; 1300 galt die Laurentiuskirche bereits als die größere der Kirchen Langenlois. Nach schweren Schäden im Inneren entschied man sich nach dem Zweiten Weltkrieg für eine umfassende Wiederherstellung des frühgotischen Zustands, die 1959 und 1960 umgesetzt wurde. Daneben ist die Nikolauskirche im Oberen Aigen seit 1289 bezeugt. Bei der Außenrenovierung 1982 wurde unter dem Presbyterium ein Karner entdeckt.
Rieslingterrassen und Kamptalwarte
Auf dem Heiligenstein im Ortsgebiet von Zöbing steht die 1897 vom Österreichischen Touristenklub errichtete Kamptalwarte. Der 21 Meter hohe Turm liegt auf 351 Metern Seehöhe und eröffnet einen Blick über Kamptal und Donautal; an klaren Tagen reicht er bis Ötscher und Schneeberg. Von Zöbing führt ein etwa halbstündiger Weg durch Wald und Rieslingterrassen zur Warte. Die Stadtgemeinde nennt das Ursin Haus, den Fiakerwirt und das Gasthaus Gutmann in Zöbing als Schlüsselstellen; das Ursin Haus führt aktuell ganzjährig Tourismusinformation und Vinothek.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Langenlois – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtarchiv Langenlois – Geschichte
- Stadtarchiv Langenlois – Chronik
- Stadtarchiv Langenlois – Pfarrkirche St. Laurentius
- Stadtarchiv Langenlois – Gebäude und Plätze
- Stadtgemeinde Langenlois – Kamptalwarte am Heiligenstein
- Ursin Haus – Kontakt und Tourismusinformation
- Österreichischer Touristenklub – Aussichtswarten
Stand der Angaben: 08.10.2026
