GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Gedersdorf

Kellergassen, Lössrinnen und das Kraftwerk Theiß erzählen von Wandel am Strom.

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Weingärten vor Gedersdorf
Weingärten vor Gedersdorf · Foto: Haeferl · „Gedersdorf“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 143
01.01.2026
Fläche
18,83 km²
Bevölkerungsdichte
113,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3494
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GEDERSDORF KENNENLERNEN

Gedersdorf: Weinlagen zwischen Donau und Kamp

Gedersdorf zählt 2.143 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 18,83 Quadratkilometer. Die Gemeinde liegt östlich von Krems zwischen den Lössrändern des Wagrams, der Donau im Süden und dem Kamp im Osten.

Aus mehreren Gemeinden geformt

Die heutige Gemeinde entstand 1967 durch den freiwilligen Zusammenschluss von Gedersdorf, Brunn im Felde mit Stratzdorf sowie Theiß mit Altweidling, Schlickendorf und Donaudorf. Die Siedlungen haben unterschiedliche historische Profile. Gedersdorf ist ein Straßendorf mit Querstraße und unregelmäßigem Ortsplatz; entlang der Kellergassen stehen ein- und zweigeschossige Presshäuser. Theiß liegt oberhalb der Kremsmündung und wird als gewundenes Straßendorf beschrieben. Schon 1097 erscheint es als Tissiza in einer Schenkung an das Stift Göttweig. Eine günstige Überfuhr nach Hollenburg, die 1160 erwähnt wird, machte den Ort früh zu einem entwickelten Dorf. Vor der Donauregulierung lagen fünf Inseln vor Theiß.

Löss und Reben am Wagram

In Gedersdorf wird der Ortsname auf den alten Männernamen Gerrat zurückgeführt. Urkundlich ist der Ort 1190 belegt, als Göttweig, Klosterneuburg und Wilhering dort bereits Weingärten besaßen. Aus frühen Schriftstücken kennt die Gemeinde Riednamen wie Marchgazzen, Reysenthal und Tyrnsteiner. Die Riede Moosburgerin lässt eine Weinbewirtschaftung um 895 vermuten; diese Deutung bleibt eine lokale Vermutung. Auf den südexponierten Terrassen dominieren Grüner Veltliner und Rheinriesling, bei Rotwein Zweigelt. Lössrunsen am Berghang gaben Raum für Kellerzeilen. 1901 bewunderte der Berliner Chinaforscher Ferdinand von Richthofen die ausgeprägte Lösslandschaft am Gedersdorfer Weinberg.

Kirchen, Römerzeit und frühe Funde

Die Filialkirche Gedersdorf ist den Heiligen Philippus und Jakobus geweiht und gehört laut Gemeinde zu den ältesten Kirchen am Wagram. Ihr spätgotischer Saalbau besitzt einen älteren Kern; das dreijochige Langhaus geht im Kern auf etwa 1500 zurück. 1734 erhielt es eine barocke Flachdecke mit geschweiftem Stuckdekor. Der seitenschiffartige Nebenraum im Norden bewahrt den ehemaligen Chor der frühen Kapelle. In Theiß ersetzte eine Kirche zu Maria Empfängnis 1842/43 eine Pestkapelle von 1715/16. Der Pfarrhof nebenan entstand um 1780. In Brunn im Felde belegt ein Grabsteinfund die Präsenz eines römischen Soldaten unter Kaiser Marc Aurel. Die Gemeinde berichtet auch von Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit und der La-Tène-Zeit.

Energie am Standort Theiß

Die damalige NEWAG errichtete das kalorische Kraftwerk Theiß zwischen 1971 und 1974; ein Umbau von 1996 bis 1999 veränderte die Anlage. Seit 2008 steht am Standort ein Fernwärmespeicher mit 50.000 Kubikmetern Fassungsvermögen. EVN beschrieb 2024 ein Hybridspeichersystem, das thermischen Speicher und Batterie verbindet. Laut Betreiber wurde das Gaskraftwerk zu diesem Zeitpunkt nur noch zur Netzstützung angefahren und war nicht im Grundlastbetrieb. Die EVN bietet aktuell Führungen durch Maschinenhalle, Gasturbine und Rauchgasreinigung an, die mit einem Blick aus 52 Metern Höhe enden.

Wege durch Auen und Weinrieden

Rad- und Wanderwege führen an Donau und Kamp durch Aulandschaften, Obstflächen und Sonnenblumenfelder. Der Bahnhof Gedersdorf liegt an der Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf–Krems; über S5 und B35 ist die Gemeinde auch an das Straßennetz angebunden.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Gedersdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 172
31.10.2021 · Registerzählung2 142
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 143

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
900
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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