MARIA LAACH AM JAUERLING KENNENLERNEN
Maria Laach am Jauerling: Sechs-Finger-Madonna am Südhang
Die Marktgemeinde Maria Laach am Jauerling liegt im Waldviertel am Südhang des Jauerling. Sie zählt 882 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 36,45 km².
Am Südhang des Jauerling
Der Jauerling erreicht 960 Meter und ist laut Naturpark der höchste Berg entlang der Donau. Maria Laach gehört zu den sieben Naturparkgemeinden Jauerling-Wachau; das Schutzgebiet umfasst rund 11.500 Hektar. Der Naturpark beschreibt die Landschaft als Wechsel von Donauufern, Weinbau, Wiesen, Wäldern und Tälern. Die vom Naturparkverein 2015 übernommene Stauferhütte am Jauerlinggipfel wurde 2020 und 2021 renoviert und im Juni 2021 als Naturwerkstatt eröffnet. EU, Land Niederösterreich und die sieben Naturparkgemeinden unterstützten den Umbau. Sie dient der Umweltbildung für Schulen und Kindergärten sowie Workshops für Erwachsene. Die Gemeinde erstreckt sich über die Hochfläche und reicht bis zur Donau zwischen Emmersdorf und Aggsbach Markt.
Eine gotische Kirche auf dem Pilgerweg
1367 ist ein Marienaltar im Zusammenhang mit dem gestohlenen Melker Kreuz erwähnt. Der heutige gotische Bau entstand ab 1380 anstelle einer älteren Kirche. Deren Dach war vermutlich mit Lohrinde gedeckt, woraus sich der Ortsname Laach entwickelt haben könnte. Maria Laach war zunächst eine Filiale von Weiten. 1432 kam die Kirche an das bayerische Kloster Vilshofen; 1462 verpflichtete es sich, einen Kaplan zu halten. Unter den Freiherren von Kuefstein wurde die Kirche auch Begräbnisstätte des Geschlechts.
Altarbilder und die Madonna mit sechs Fingern
Der Doppelflügelaltar trägt rückseitig die Jahreszahl 1480. Im Schrein sitzt Maria mit dem Christuskind; zu Füßen liegen Mondsichel und Löwenkopf. Davon zu unterscheiden ist das Gnadenbild am linken Seitenaltar: Die thronende Madonna hält einen Rosenkranz in einer rechten Hand mit sechs Fingern. Der Überlieferung nach brachte Freiherr von Kuefstein es um 1663 aus dem Rheinland mit. Die Hand gab der Wallfahrtskirche den Namen „Unsere Liebe Frau Sechs Finger“. Nach dem Pestjahr 1680 gelobte das südliche Waldviertel, jedes Jahr nach Maria Laach zu pilgern. Eine als wundertätig überlieferte Heilung eines blinden Kindes 1719 steigerte den Pilgerzulauf.
Wanderwege und Christbaumkulturen
Der Naturpark-Weg von Maria Laach nach Weinberg führt über Wiesen und Felder zur Anhöhe des Weilers. Die markierte Rundtour startet und endet am Marktplatz, ist 3,13 Kilometer lang und überwindet 110 Höhenmeter. Ihr höchster Punkt liegt auf 693 Metern. In Zeißing führt die Runde an der Schlossruine vorbei, bevor sie nach Maria Laach zurückkehrt. Ein anderer markierter Abschnitt des Drei-Kirchen-Wegs verbindet Maria Laach mit den Wallfahrtsorten Heiligenblut und Weiten. Am örtlichen Kraftweg stehen unter anderem ein Brunnen, ein steinernes Tor und eine Kapelle am Kaiserlindenplatz; ein Terrassenweg quert mehr als hundert Jahre alte Steinterrassen. Seit den frühen 1960er-Jahren werden hier Christbäume produziert; seit 2007 trägt die Gemeinde den Namen „Christbaumgemeinde“.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Maria Laach am Jauerling – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Maria Laach am Jauerling - GEM2GO WEB - Startseite - Mein Maria Laach - Wissenswertes - Zahlen und Fakten
- Pfarre Maria Laach – Pfarrkirche und Geschichte
- Zahlen und Fakten
- Kraftweg – Stationen
- Naturpark Jauerling-Wachau – Fakten zum Naturpark
- Naturpark Jauerling-Wachau – Wallfahrtskirche Maria Laach
- Naturpark Jauerling-Wachau – Weinberg-Rundweg
- Naturpark Jauerling-Wachau – Naturwerkstatt Jauerling
- Marktgemeinde Maria Laach – Christbaumgemeinde
Stand der Angaben: 08.10.2026
