GFÖHL KENNENLERNEN
Gföhl: Marktstadt am Rand des großen Forsts
Gföhl hat 3.835 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 80,72 Quadratkilometer. Die Stadt liegt auf einer Gneis-Hochfläche am Südwestrand des Gföhler Waldes, zwischen den Tälern von Kamp und Krems.
Am Rand des Gföhler Waldes
Die Besiedlung der Gegend setzte um das Jahr 1000 ein. Die Entstehung einer Holzfällersiedlung um 1130 gilt der Stadtgeschichte als wahrscheinlich; urkundlich erscheint der Ort 1231. Die Forste zwischen Kamp und Krems waren landesfürstlicher Besitz und werden seit etwa 1300 als „Gföhler Wald“ bezeichnet. Auch der Ortsname bleibt offen und wird entweder mit Holzschlag oder Abgabe erklärt. Eine alte Salzstraße verband Krems über Gföhl mit Rastenberg und Zwettl. Auf der Hochfläche entwickelte sich der Ort zum Handelsplatz.
Maut, Herrschaft und Stadtrecht
Die landesfürstliche Forstlage brachte Verwaltung und Verkehr nach Gföhl. 1314 war der Ort bereits Markt; vor 1362 ist eine landesfürstliche Mautstelle belegt. 1493 verlieh Kaiser Friedrich III. dem Markt ein Wappen mit Jäger, Hund und Baum. 1608 wurden Amt und Wald an Lazarus Henckel von Donnersmark verkauft. 1849 entstand ein Bezirksgericht; 1884 erwarb Wilhelm Ritter von Gutmann die frühere Herrschaft. Gföhl erhielt 1989 Stadtrecht; der Gerichtsbezirk wurde mit 1. Jänner 1992 aufgelöst. Das heutige Gemeindegebiet gliedert sich in 18 Katastralgemeinden.
Kirche und Brände
Eine Stiftungsurkunde der Pfarre ist nicht erhalten; eine frühe Kirche wird Margareta, der letzten Babenbergerin, zugeschrieben. Die Hussiten zerstörten die Kirche 1426, schwedische Truppen brannten sie 1645 nieder. Bis 1665 gehörte Gföhl zur Mutterpfarre Meisling. Während der Pestjahre 1679/81 entstand im Gföhleramt die Rosaliakapelle. Zwischen 1715 und 1720 wurde die heutige barocke Andreaskirche errichtet. 1820 vernichtete ein Großbrand Kirche, Pfarrhof, Schule und 42 Bürgerhäuser; danach erhielt die Kirche schrittweise ihre heutige Gestalt. Das Wappen der Herrschaft Sinzendorf ist am Kirchturm noch sichtbar. 1964 endete das Patronat der Herrschaft Jaidhof, 1970 wurde der erste Pfarrgemeinderat gewählt und 1979 der Volksaltar aufgestellt.
Bürgermeister und Stadtentwicklung
1795 zählte Gföhl 87 Häuser. 1848 wurde Josef Edhofer erster frei gewählter Bürgermeister. Er setzte ein Steueramt durch und stärkte den wirtschaftlichen Aufschwung des Orts. 1868 entstand eine Sparkasse; 1883 waren es bereits 128 Häuser. Zwischen 1969 und 1979 prägten Kanalisation, Großkläranlage, Siedlungshäuser, Hauptschulbau und Sportanlagen die kommunale Entwicklung. Von 1989 bis 1997 kamen Senioren- und Startwohnhaus, neues Bad und Feuerwehrhaus hinzu. Von 1997 bis 2013 kamen Sporthalle und sechsgruppiger Kindergarten hinzu; zugleich wurden Hauptschule, Wasser- und Abwassernetze sowie Güterwege und Straßen erneuert. Ab 2014 folgten der Ausbau der Kinderbetreuung, eine Außensportanlage sowie die Sanierung von Volksschule und Arzthaus. Das heutige Rathaus entstand durch die Revitalisierung des Edhoferhauses.
Das Kino spielt weiter
Die Lichtspiele wurden 1923 eröffnet. Nach einer Schließung 2009 nahm ein Verein 2017 den Betrieb wieder auf. Am Bayerlandplatz 3 führt die Stadtgemeinde aktuelle Filmvorführungen, Familienfilme und Lesungen im Veranstaltungskalender auf. 2023 erhielt das Kino einen Anerkennungspreis des Österreichischen Kinopreises für engagierte Zielgruppenarbeit.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gföhl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Gföhl - Gföhl
- Lichtspiele Gföhl - Stadtgemeinde Gföhl
- Veranstaltungsstätte Lichtspiele Gföhl
- Gföhl - Gedächtnis des Landes
- Pfarre Gföhl - Pfarrverband Region Gföhl
Stand der Angaben: 08.10.2026
