KREMS IN KÄRNTEN KENNENLERNEN
Krems in Kärnten: Eisen, Almen und Nockberge
Krems in Kärnten zählt 1.581 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 207,14 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet reicht vom Katsch- und Liesertal tief in die Nockberge und grenzt an Salzburg und die Steiermark.
Sieben Katastralgemeinden im Bergland
Das Gemeindegebiet umfasst sieben Katastralgemeinden und 33 Ortschaften. Eisentratten, Innerkrems und Kremsbrücke sind die drei Hauptorte. Der Raum reicht entlang des Katsch- und Liesertals in die Seitentäler des Kremsbachs und Leobengrabens. Die Nockalmstraße beginnt in Innerkrems und führt über 34 Kilometer bis Ebene Reichenau; ihre Trasse erschließt die alpine Landschaft und überquert Gemeindegrenzen. Die Autobahnbrücke über Kremsbrücke ist ein weithin sichtbarer Teil der Verkehrsinfrastruktur. Innerkrems und Eisentratten liegen weit auseinander, aber ihre Ortsgeschichte ist durch Erzgewinnung eng verknüpft.
Hochöfen und Hammerwerke
Der Bergbau auf Eisenerz ist in Innerkrems seit dem 14. Jahrhundert belegt; eine Urkunde von 1399 nennt einen Hammer und eine Blähütte. Um 1400 bestand auch in Eisentratten ein Eisenhammerwerk. In Kremsbrücke wurde 1541 ein Floßofen errichtet. 1566 nahm Jakob Türgg in Eisentratten einen Hochofen in Betrieb; das bis heute erhaltene Türggenhaus erinnert an den Betreiber. Nachdem der Kremser Hochofen 1834 stillgelegt worden war, ließ Graf Konstantin von Lodron-Laterano 1861 in Eisentratten einen neuen Ofen errichten. Der 10,64 Meter hohe Ofen wurde zum Wahrzeichen der Gemeinde. Er blieb nach dem Ende des Innerkremsener Erzabbaus 1883 erhalten und wurde 1890/91 noch einmal kurz betrieben.
Kirchen und Spuren der Herrschaft
Die älteste Kirche auf Gemeindegebiet ist St. Nikolaus in St. Nikolai, erstmals 1351 erwähnt. Weitere Pfarrkirchen stehen in Eisentratten, Kremsbrücke, Leoben und Nöring. In Eisentratten verbindet sich die evangelische Pfarrkirche mit der Geschichte der protestantischen Bevölkerung; die katholische Pfarrkirche in Kremsalpe ist dem heiligen Andreas geweiht. Nördlich von Kremsbrücke lag die Burg Rauchenkatsch, die 1197 erwähnt und 1201 durch ein Erdbeben zerstört wurde.
Landwirtschaft, Dienstleistung und Talstraße
Im Jahr 2011 entfielen von rund 400 Arbeitsplätzen in der Gemeinde 150 auf die Landwirtschaft, 50 auf Produktion und 200 auf Dienstleistungen. Im selben Jahr lebten 846 Erwerbstätige in Krems; etwa ein Drittel arbeitete in der Gemeinde, zwei Drittel pendelten aus. Auch 112 Menschen aus Nachbargemeinden kamen hierher zur Arbeit. Die Tauern Autobahn verläuft durch den Nordwesten des Gemeindegebiets, parallel dazu führt die Katschberg Straße B99. Am 22. Juli 2024 lösten örtlich 110 bis 130 Millimeter Regen ein Hochwasser des Kremsbachs aus; eine Mure verlegte die Innerkremser Landesstraße, der Abwasserkanal wurde unterbrochen. In den Übernachtungszahlen zeigt sich eine Erholung nach dem Rückgang: 2013 wurden 100.000 Nächtigungen gezählt, 2021 waren es 50.000 und 2022 knapp 70.000. Der größte Gästeanteil kam im Sommer. Auch die Katschberg Straße B99 wurde gesperrt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
