SEEBODEN AM MILLSTÄTTER SEE KENNENLERNEN
An der Westbucht des Millstätter Sees
Seeboden am Millstätter See liegt nahe Spittal an der Drau. Die Marktgemeinde zählt 6.681 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 44,41 Quadratkilometern. Der Hauptort entwickelte sich als Streusiedlung aus mehreren älteren Orten; Seeufer, Burg und archäologische Fundplätze verteilen sich über ein größeres Gemeindegebiet.
Vom Wolfsberg zum Tschiernock
Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Wolfsberg im Süden bis zum Tschiernock im Norden. Es umfasst die Westbucht des Millstätter Sees sowie die Katastralgemeinden Lieseregg, Lieserhofen, Seeboden und Treffling. Der heutige Hauptort hat kein historisches Zentrum im Sinn eines alten Marktplatzes: Er entwickelte sich aus den Siedlungen Gritschach, Kraut, Reich und Wirlsdorf. Die vier Katastralgemeinden umfassen zusammen 22 amtliche Ortschaften.
Funde aus Steinzeit, Bronzezeit und Rom
Im Trefflinger Moos wurde ein Steinbeil aus der jüngeren Steinzeit (3000–2000 v. Chr.) entdeckt; aus dem Gebiet stammen auch bronzezeitliche Werkzeuge, darunter ein Lappenbeil um 1800–1750 v. Chr. 1927 kamen bei der östlichen Ortseinfahrt Reste von Bronzegüssen zutage. Der Raum war Teil einer Verbindung durch das Liesertal, und im Bereich Seeboden vermutet die Forschung eine römische Straßenstation mit Abzweigung nach Salzburg. Ab etwa 200 vor Christus gehörte die Gegend zum Stammesgebiet der Ambidravi, deren Name „Beiderseits der Drau Wohnende“ bedeutet. Viele Ortsnamen am Hochplateau über dem See erinnern zudem an slawische Besiedlung. Um 800 begann die Christianisierung in Form von Taufkirchen. Die älteste Kirche des Seebodner Raums lag in Kötzing; ihre Grundmauern wurden 1953 beim Bau eines Silos entdeckt. Eine römische Quellfassung an der Tangerner Quelle verweist auf die frühe Nutzung des Gebiets.
Burg Sommeregg in Treffling
Die Burg Sommeregg liegt im Ortsteil Schloßau in der Katastralgemeinde Treffling. Sie ist 1237 erstmals urkundlich erwähnt und war Sitz einer Herrschaft. 1933 beschädigte ein Sturm das Dach schwer; das Bauwerk verfiel anschließend. In den 1960er-Jahren begannen Elfi und Andreas Egger, die Ruine zu sichern und von Bewuchs freizulegen. Heute beherbergt die Burg ein Foltermuseum. Die Lage auf dem bewaldeten Hang bietet einen weiten Blick über den See und die Umgebung.
Kirchen und Museen am See
Im Gemeindegebiet stehen die katholische Pfarrkirche Seeboden, die Kirche Lieseregg und die evangelische Kirche Unterhaus. Am Seeufer befindet sich das Kärntner Fischereimuseum, das Fischerei und Unterwasserwelt des Millstätter Sees dokumentiert. Ein Bonsaimuseum ergänzt das lokale Museumsangebot. Die evangelische Kirche Unterhaus wurde im neuromanischen Stil errichtet. Die Toleranzgemeinde baute 1783 ein hölzernes Bethaus; die heutige Kirche ist dreijochig, besitzt eine Apsis und einen spätklassizistischen Kanzelaufbau. Der Altar steht frei in der Apsis und zeigt das Abendmahl. Die Pfarre Unterhaus ist seit 1875 selbstständig. Über die Gemeinde-Topothek werden historische Fotos und Texte aus den Orten zugänglich gemacht.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Seeboden am Millstätter See – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Startseite – Marktgemeinde Seeboden am Millstätter See
- Chronik – Marktgemeinde Seeboden am Millstätter See
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- Evangelische Kirche Unterhaus – Geschichte
Stand der Angaben: 08.10.2026
