STADL-PREDLITZ KENNENLERNEN
Stadl-Predlitz: Vom Murtal auf die Turracher Höhe
Stadl-Predlitz reicht vom Murtal bis zur Turracher Höhe und umfasst mit 257,10 Quadratkilometern eines der weitläufigsten Gemeindegebiete der Steiermark. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.650 Menschen. Der Bezirkshauptort Murau liegt östlich, doch die Gemeinde ist auch über die Turracher Höhe mit Kärnten und über das obere Murtal mit dem Lungau verbunden. Diese Lage macht Stadl-Predlitz zu einer Gemeinde der Übergänge: Talorte, Seitentäler und ein hochgelegenes Seen- und Almgebiet gehören politisch zusammen.
Mur und Turrach
Die Mur zieht von Westen nach Osten durch die Talorte, während sich südlich davon das Tal der Turrach zur Passhöhe hinaufzieht. In Predlitz zweigt die Turracher Straße von der Murauer Straße ab. Das Gemeindegebiet umfasst dadurch sehr unterschiedliche Höhenstufen und Siedlungsräume. Stadl an der Mur, Einach, Predlitz und Turrach sind wichtige Ortslagen; die Passhöhe liegt an der Grenze zu Kärnten. Der Fluss ist dabei Orientierungslinie und Teil des Alltagsraums, die höheren Lagen öffnen das Gebiet für Bergsport und Wintertourismus. Über den Murradweg lässt sich das Tal auch als Radroute erleben, während die Straße den Zugang zur Turracher Höhe herstellt.
Arbeit und Tourismus
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Stadl-Predlitz 197 Arbeitsstätten und 570 Beschäftigungsverhältnisse aus. 33,5 Prozent der Arbeitsstätten liegen im primären, 12,7 Prozent im sekundären und 53,8 Prozent im tertiären Sektor. 65,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendeln aus. Ein örtlicher Produktionsbetrieb ist das Holz100-Werk von Thoma in Stadl an der Mur; dort werden Vollholzelemente für den Hausbau gefertigt. Auf der Turracher Höhe gehören Wintersport und sommerliche Wanderangebote zur Gästewirtschaft. Die Murtalbahn verbindet die Talorte, und der Murradweg führt Radreisende hindurch. Land- und Forstwirtschaft bleiben vor allem für die Nutzung der ausgedehnten Hang- und Talflächen wichtig.
Besuch im Tal und am Berg
Am Turracher See eröffnet die Turracher Höhe Wege durch die alpine Landschaft; im Winter steht der Skibetrieb im Vordergrund. Im Tal können Gäste dem Murradweg folgen und in Stadl an der Mur den Mursteg überqueren. Der frei zugängliche Steg aus Lärchenholz wurde 1995 errichtet und ist selbst ein Beispiel regionaler Holzbaukunst. Ein anderer Besuchsgrund ist der Griessner Stadl: Der Kunstverein nutzt einen historischen Stadl als Veranstaltungsraum für Theater, Musik und Ausstellungen; ein Besuch richtet sich nach dem Programm. Die Pfarrkirchen von Stadl und Predlitz sowie die Erzröste Turrach erinnern daran, dass auch die älteren Siedlungen und die frühere Erzverarbeitung zur Gemeinde gehören.
Zusammengewachsene Gemeinde
Die heutige Gemeinde entstand 2015 durch den Zusammenschluss von Stadl an der Mur und Predlitz-Turrach; Einach war bereits 1969 mit Predlitz vereinigt worden. Der Doppelname macht die jüngere Verwaltungsgeschichte sichtbar, während sieben Ortschaften ihre eigenen Namen behalten haben. Verkehrlich orientieren sich die Talorte an der Mur: In Predlitz zweigt die Straße Richtung Turracher Höhe ab, die Murtalbahn bedient unter anderem Stadl, Einach und Predlitz. Das Paal- und das Turrachtal erweitern das Gemeindegebiet nach Süden. So führen Wege aus den Siedlungen am Fluss in sehr unterschiedliche Hochlagen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
