BAD KLEINKIRCHHEIM KENNENLERNEN
Bad Kleinkirchheim: Heilquellen im Nockgebiet
Bad Kleinkirchheim liegt in einem Tal der Gurktaler Alpen im Bezirk Spittal an der Drau. Die Gemeinde umfasst 74,05 Quadratkilometer und zählt 1.623 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Der Ort entwickelte sich vom bäuerlich geprägten Hochtal zu einem Heilbad und Wintersportzentrum.
Ein Tal zwischen Nockbergen
Das Siedlungsgebiet liegt zwischen 980 und 1.380 Metern Seehöhe; höchster Punkt der Gemeinde ist der Klomnock. Die Talfurche erstreckt sich ungefähr fünf Kilometer von West nach Ost. An den Flanken steigen die Berge auf etwa 2.000 Meter an; die einzige Straßenverbindung zu den Nachbargemeinden ist die Kleinkirchheimer Straße B 88. Rund 35 Prozent der Fläche sind alpines Grünland, 28 Prozent Wald. Nördlich von Kleinkirchheim und St. Oswald gehört ein Teil des Gebiets zum Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge. Drei Katastralgemeinden mit neun Ortschaften umfassen die Gemeinde.
Rodung und frühe Kirchen
Für die Römer war das abgelegene, dicht bewaldete Tal offenbar kein bedeutender Siedlungsraum. Ab dem 8. Jahrhundert kamen bairische und fränkische Siedler nach Kärnten; im 9. Jahrhundert dürfte auch das Kirchheimer Tal besiedelt worden sein. 1166 erscheint ein Pfarrer namens Pabo in einer Urkunde über die Kapelle St. Ruprecht und eine Schenkung an das Kloster Millstatt. Das St. Oswalder Hochtal kam 1197 durch Tausch in den Besitz des Klosters Millstatt. Mönche ließen den Wald roden und schufen Wiesen und Äcker für bäuerliche Siedler. Die dortige Kirche St. Oswald ist 1228 erstmals urkundlich erwähnt. Auch der Unterricht hat eine lange örtliche Geschichte: In Kleinkirchheim reicht die Schule bis ins 18. Jahrhundert zurück; das heutige Schulhaus entstand 1966 bis 1968. In St. Oswald bestand ab 1888 eine einklassige Schule, die 1972 geschlossen wurde.
Die Quelle unter St. Kathrein
Die warme Quelle wurde der Überlieferung nach früh genutzt. 1492 ließ das Kloster Millstatt über der Quellfassung eine Kapelle errichten, die der heiligen Katharina geweiht wurde. Die spätgotische Filialkirche St. Katharina im Bade steht über dem Quellraum; die Heilquelle liegt in der Unterkirche. Im 17. Jahrhundert fasste man eine zweite Quelle und leitete das Wasser in hölzerne Tröge. Die Pfarrkirche St. Ulrich wurde 1166 erwähnt und nach einem Brand 1710 als barocker Langbau neu errichtet. St. Oswald besitzt eine spätgotische Kirche mit Fresken von 1514. 2003 ergänzte die Jakobskapelle neben der Pfarrkirche das Ensemble: Armin Guerino und Tomas Hoke gestalteten den Raum aus Eichenholz und einen anschließenden Glaskubus.
Vom Bauernort zum Urlaubszentrum
Die erste Erschließung für Gäste ging dem Wintersportausbau voraus. Eine regelmäßige Busverbindung wurde 1934 eingerichtet; im selben Jahr nahm das Thermal-Freibad den Betrieb auf. 1936 bot die Gemeinde 400 Fremdenbetten. Nach dem Krieg wuchs die touristische Infrastruktur weiter. Der 1947 gegründete Schiclub veranstaltete ab den 1960er-Jahren Wettbewerbe; 1978 gastierte der Skiweltcup erstmals in Bad Kleinkirchheim. Die beiden Thermen St. Kathrein und Römerbad ergänzen das Skigebiet.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
