REICHENAU KENNENLERNEN
Reichenau in den Nockbergen: Hochalmen und alte Kirchen
Die Gemeinde Reichenau liegt im oberen Gurktal und reicht bis in die Nockberge. Am 1. Jänner 2026 zählt sie 1.694 Einwohnerinnen und Einwohner auf 114,00 Quadratkilometern. Alte Kirchen und historische Wege dokumentieren die späte Besiedlung des Hochtals.
Rodungen im oberen Gurktal
Das obere Gurktal blieb bis ins 9. Jahrhundert dünn besiedelt. Erst ab dem 10. bis 12. Jahrhundert wurden Wälder gerodet und geschlossene Siedlungen angelegt. Der Ortsname Gnesau ist 1160 in der Region belegt; Reichenau selbst erscheint 1332 in einer Urkunde. Der Name wird mit dem Roden und Räuchern von Waldflächen erklärt. Der sumpfige Talboden wurde erst nach 1300 erschlossen. Die Steuergemeinden Winkl-Reichenau, Ebene Reichenau, St. Margarethen und Wiedweg entstanden 1829. 1850 wurde daraus die politische Gemeinde Reichenau. St. Lorenzen gehörte zunächst zu Albeck und kam in den 1860er-Jahren zu Reichenau.
Kirchen in den verstreuten Talsiedlungen
Die Pfarrkirche St. Laurentius in St. Lorenzen wurde 1216 geweiht; die Pfarre wurde 1633 selbständig. Der Bau geht im Kern auf romanische und gotische Formen zurück und erhielt im späten 18. Jahrhundert eine barocke Überarbeitung. Oberhalb des Orts liegt die Filialkirche St. Anna, ursprünglich ein gotischer Bau des 14. Jahrhunderts. In Ebene Reichenau wurde die Kirche St. Martin 1384 als Kapelle geweiht; erst 1812 wurde sie Pfarrkirche. Ihr heutiger Bau entstand Mitte des 18. Jahrhunderts im spätbarocken Stil. Die Kirche Hl. Margaretha in St. Margarethen ist 1307 erstmals belegt. Sie trägt an der Südfassade ein Christophorusbild aus dem 15. Jahrhundert.
Turracher Höhe und Nockalmstraße
Im Norden liegen die Turracher Höhe und der Turracher See an der Grenze zur steirischen Nachbargemeinde Stadl-Predlitz. Die Nockalmstraße zweigt in Winkl von der Turracher Straße ab und führt Richtung Innerkrems. Eine zweite wichtige Verbindung ist die Kleinkirchheimer Straße, die bei Patergassen nach Westen abzweigt. Ebene Reichenau ist Ausgangspunkt für die Straße über die Turracher Höhe. Seit 1928 gab es eine Autobusverbindung dorthin; danach entwickelte sich der moderne Fremdenverkehr. Wanderwege führen durch das Gemeindegebiet, darunter der Salzsteigweg 09. Almflächen und Bergwälder prägen die hochgelegenen Teile des Gemeindegebiets.
Grenzsteine und Toleranzbethaus
Die Kirche in Wiedweg wurde 1844 als evangelisches Toleranzbethaus errichtet. Seit 1954 besteht dort wieder eine eigenständige Pfarre. In der Ortschaft Winkl überspannt die Teufelsbrücke die Schlucht des Stangenbachs. Die gemauerte Brücke stammt von 1893; 1978 wurde sie als Verkehrsweg durch eine breitere Betonbrücke ersetzt, ein Teil der alten Konstruktion blieb erhalten. Südwestlich von Ebene Reichenau markiert ein Grenzstein von 1814 die frühere Grenze zwischen den Illyrischen Provinzen und dem Kaiserreich Österreich. In Ebene Reichenau befindet sich die Verwaltung des Biosphärenparks Kärntner Nockberge. Im Gemeindegebiet liegen die Skigebiete Turracher Höhe und Falkert; die Gemeinde verbindet damit alpine Landwirtschaft, Wintertourismus und Sommerwanderungen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
