MARKTGEMEINDE · KÄRNTEN

Millstatt am See

Klostergeschichte, gotische Baukunst und Fremdenverkehr prägen den Ort am See.

GEMEINDEKENNZIFFER20620
Blick durch Bäume auf Millstatt und den Millstätter See
Blick durch Bäume auf Millstatt und den Millstätter See · Foto: JOADL · „Millstatt Ost Steinschicht 2006“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 458
01.01.2026
Fläche
57,74 km²
Bevölkerungsdichte
59,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9872
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MILLSTATT AM SEE KENNENLERNEN

Millstatt zwischen Stift und Seeufer

Millstatt am See liegt am Nordufer des Millstätter Sees. Die Marktgemeinde hat 3.458 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 57,74 Quadratkilometer. Am Seeufer liegt der Hauptort; zahlreiche weitere Siedlungen befinden sich höher oben am Millstätter Berg.

Ein Kloster als geistliches Zentrum

Um 1070 gründeten die Aribonen Aribo und Poto das Benediktinerkloster Millstatt. Das Stift wurde über Jahrhunderte zum geistigen Mittelpunkt Oberkärntens und besaß große Ländereien zwischen Lieser und Turrach. Die Mönche betrieben Landwirtschaft, Fischerei, Brauerei und Weinbau; außerdem unterhielten sie eine Schreib- und Malschule. 1469 wurde das Kloster aufgehoben und der St.-Georgs-Ritterorden eingesetzt. Dieser baute die Anlage zur Festung aus und hinterließ Wehrmauern und Türme. 1598 übernahmen die Jesuiten das Kloster und richteten eine Residenz ein, deren Einkünfte auch der Universität Graz zugutekamen. Nach der Aufhebung des Ordens 1773 endete die klösterliche Herrschaft; Bibliothek und Archiv wurden nach Klagenfurt und Graz gebracht.

Romanische Kirche mit gotischen Spuren

Der Bau der Stiftskirche begann um 1130 und wurde um 1170 mit dem doppeltürmigen Westwerk und der Vorhalle abgeschlossen. Das romanische Hauptportal zeigt Christus als Weltenherrscher, umgeben von Sonne, Mond und Sternen. Im 16. Jahrhundert wurden die Schiffe eingewölbt und romanische Apsiden durch gotische Chorabschlüsse ersetzt. Die Fresken des Malers Urban Görtschacher zeigen um 1518 das Weltgericht. Aus der Jesuitenzeit stammen Altäre, Kanzel und Gestühl. Die Annakapelle kam 1632 an das nördliche Seitenschiff; bis 1716 wurden dort die Reliquien des Domitian verehrt. Auch die Domitiankapelle südlich der Kirche wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Das Gewölbe zeigt spätgotische Netzrippen.

Vom Klosterort zum Kurort

Eine erste Kirche in Millstatt ist um 800 nachweisbar; karolingische Flechtwerksteine erinnern an diesen frühen Bau. Die erste altchristliche Kirche im heutigen Gemeindegebiet wurde in Laubendorf freigelegt und um 600 zerstört. Als Kurort wurde Millstatt 1921 anerkannt. Der Fremdenverkehr hatte bereits im späten 19. Jahrhundert eingesetzt: Als Auftakt der Sommerfrische führt die Millstätter Chronik 1869 einen ersten Gast an. Die Südbahnverbindung über Spittal wurde 1871 eröffnet; die Chronik datiert die endgültige Entdeckung Millstatts für den Fremdenverkehr auf 1873. Für die Anreise mit der Bahn ist der Bahnhof Spittal-Millstättersee der nächstgelegene Zugang zum See. Strandbad, Sprungturm und Tennisplätze entstanden in den 1920er Jahren. 1973 wurden Millstatt und Obermillstatt wieder zu einer Gemeinde vereinigt; dabei umfasste die neue Marktgemeinde 18 Ortschaften.

Ufer und Hochfläche

Die Uferorte Millstatt, Dellach, Pesenthein und Lechnerschaft liegen entlang der Millstätter Straße B 98 auf etwa 600 Metern Seehöhe. Der größere Teil der weiteren Siedlungen befindet sich rund 260 Meter höher auf der Hochebene des Millstätter Bergs am Fuß der Millstätter Alpe. Das Gemeindegebiet gliedert sich in vier Katastralgemeinden: Laubendorf, Matzelsdorf, Millstatt und Obermillstatt. Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung fanden sich bei Lammersdorf und Sappl am Millstätter Berg; sie werden auf etwa 2000 vor Christus datiert. Römer besiedelten ebenfalls das Seeufer. Das 1981 gegründete Stiftsmuseum zeigt Kulturgüter aus der Orts- und Klostergeschichte. Zum Ensemble zählen der romanische Kreuzgang und die Stiftskirche.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Millstatt am See auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 380
31.10.2021 · Registerzählung3 467
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 458

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 485
NUTS-3-Region
Oberkärnten (AT212)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Millstatt am See

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.