THOMATAL KENNENLERNEN
Thomatal: Leben zwischen Bundschuh und Schönfeld
Thomatal besteht aus mehreren kleinen Weilern in einem Seitental des Lungaus. Zwischen Bundschuh, Schönfeld und dem Hauptort liegen Almen, Wald und steile Hänge; der höchste Punkt, der Königstuhl, erreicht 2.336 Meter. Die Gemeinde im Bezirk Tamsweg zählt 322 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 75,71 Quadratkilometern.
Ein Tal mit verstreuten Siedlungen
Das Gemeindegebiet folgt dem Einzugsgebiet des Bundschuhbachs und seiner Quellbäche. Die Siedlungen liegen nicht in einem geschlossenen Ortsband, sondern verteilen sich über ein hoch gelegenes, von Schwarzenberg und Lungauer Nockbergen gerahmtes Gebiet. Diese Struktur macht kurze Wege im Alltag nicht selbstverständlich: Die Gemeinde nennt einen Bürgerbus und organisierte Besorgungsfahrten als Angebote für Bewohnerinnen und Bewohner. In Thomatal gehören Volksschule, Vereine und Feuerwehr zu den wichtigen örtlichen Treffpunkten. Almflächen und Wald bestimmen den Talcharakter, während Schönfeld den Übergang Richtung Kärnten markiert.
Bundschuhs industrielle Vergangenheit
In Bundschuh erinnert die denkmalgeschützte Hochofenanlage an eine Zeit, in der Erzbergbau und Eisenverhüttung das Tal wirtschaftlich prägten. Das Ensemble aus Hochofen, Röstöfen, Gebläsehaus und weiteren Gebäuden ist weitgehend erhalten. Heute vermittelt das Museum die Arbeitsbedingungen von Bergleuten und Eisenschmelzern um 1860; damit wird regionale Industriegeschichte an ihrem historischen Ort erfahrbar. Im Hauptort steht die Pfarrkirche St. Georg, deren Baugeschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Auch die Erinnerung an den langjährigen Pfarrer Valentin Pfeifenberger ist im öffentlichen Raum präsent: Das Valentinum zeigt Exponate von außen einsehbar beim Gemeindezentrum. So verbindet Thomatal Denkmäler, kirchliches Leben und lokale Erinnerung, ohne seine Geschichte auf eine einzige Epoche zu reduzieren.
Kleine Arbeitsbasis mit Produktion
Die Statistik Austria weist für Thomatal 2024 insgesamt 35 Arbeitsstätten und 96 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 38,5 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse lagen im sekundären Sektor; 73 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Diese Kennzahlen zeigen eine kleine örtliche Arbeitsbasis und enge Verbindungen nach außen. Ein konkretes Beispiel für Produktion ist Moser Spielgeräte: Die Gemeinde nennt den Betrieb als Hersteller von Spielgeräten, die österreichweit ausgeliefert werden. Daneben führt sie lokale Betriebe für Baggerarbeiten, Holz und Tourismus an. Das wirtschaftliche Bild besteht damit aus einem produzierenden Gewerbe, kleineren Dienstleistungen und Pendelwegen; Zahlen zu einzelnen Firmen oder Beschäftigten nennt die Gemeinde nicht.
Kultur und Wege im Bergland
Die Hochofenanlage in Bundschuh ist der wichtigste öffentlich beschriebene Besuchsort: Für Besichtigungen gibt es ein Museum mit eigener Website und Kontakt zu den Betreibern. Im Tal erschließen Wanderwege und Wintersport das Bergland, während die Pfarrkirche und das Valentinum den Hauptort als kulturelle Stationen ergänzen. Das Valentinum ist als von außen einsehbare Ausstellung angelegt, kein Innenraum, den Besucher betreten. Vereine halten weitere gemeinschaftliche Aktivitäten lebendig; darunter die Stachelschützen, die Armbrustschießen mit Lungauer Tracht verbinden. Für Gäste ergibt sich ein ruhiger, kleinteiliger Zugang zur Region: historische Industrie in Bundschuh, kirchliche Orte im Dorf und alpine Landschaft auf den Höhen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
