LURNFELD KENNENLERNEN
Lurnfeld an der Möllmündung
Die Marktgemeinde Lurnfeld hat 2.672 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 33,02 Quadratkilometern. Zur Gemeinde gehören auch Pusarnitz und weitere Ortschaften am Westrand des Oberen Drautals.
Am Zusammenfluss von Möll und Drau
Lurnfeld liegt am westlichen Rand des gleichnamigen Beckens. Möllbrücke, der Hauptort, entstand dort, wo die Möll in die Drau mündet. Vier Katastralgemeinden strukturieren das Gebiet: Möllbrücke I, II und III sowie Pusarnitz. Die 13 Ortschaften umfassen unter anderem Altenmarkt, Göriach, Möllbrücke, Pusarnitz und Stöcklern. Die Marktgemeinde entstand in ihrer heutigen Form nach mehreren Änderungen: 1973 wurden Sachsenburg, Möllbrücke und Pusarnitz zusammengeschlossen; nach einer Volksbefragung machte sich Sachsenburg 1992 wieder selbständig. Die Gemeinde ist dadurch kleiner als die damalige Großgemeinde. Das Gemeindewappen zeigt eine goldene Bogenbrücke über einer goldenen Deichsel auf blauem Grund. Es wurde 1984 verliehen und nimmt auf die Möllbrücke Bezug, die als Wahrzeichen des Hauptortes gilt.
Pusarnitz und der Frieden von 1460
Das Lurnfeld ist seit 891 urkundlich als Liburnia bekannt; Möllbrücke selbst wird 1253 als „mölnprukke“ erwähnt. Spätestens ab 1307 war der Ort Sitz eines Landgerichts der Grafen von Görz. Pusarnitz ist bereits 1072 belegt und gab einem Friedensschluss seinen Namen: Am 25. Jänner 1460 wurde auf der Burg Feldsberg der Frieden von Pusarnitz unterzeichnet. Er beendete den Konflikt zwischen Kaiser Friedrich III. und Graf Johann von Görz um die Grafschaft Cilli. Möllbrücke gewann später durch eine Messingfabrik Bedeutung, die etwa von 1597 bis 1775 bestand.
Wallfahrtskirche auf dem Felsen
Auf 974 Metern Seehöhe liegt die Wallfahrtskirche Maria in Hohenburg über dem Tal. Ihr Altarraum und Südportal gehen auf karolingische Zeit zurück. Als 1706 eine Marienstatue aus Altötting aufgestellt wurde, entwickelte sich die Kapelle zur Marienkirche. 1714 erhielt sie einen Hochaltar; 1776 wurde sie nach Westen verlängert und um Turm und Sängerchor erweitert. Direkt über dem Gotteshaus stehen Mauerreste der Hohenburg aus dem 9. Jahrhundert. Sie war Sitz der Grafen von Lurn. Der letzte Graf starb 1149 als Bischof von Trient. Die Salzburger Bischöfe verlegten ihren Herrschaftssitz später in die Burg Feldsberg bei Pusarnitz.
Meilenstein und Bahnlinien
Ein römischer Meilenstein aus dem Jahr 218 n. Chr. wurde 1944 beim Bau eines Personalhauses in Möllbrücke gefunden. Der Stein gibt die Entfernung nach Teurnia mit fünf römischen Meilen an, rund 7,5 Kilometer. Auch heute liegt Lurnfeld an wichtigen Verbindungen: Durch das Gebiet führen Drautalbahn und Tauernbahn; die Station Möllbrücke-Sachsenburg verbindet die Region mit Lienz und Spittal. Auch Pusarnitz hat eine Tauernbahnstation; Mühldorf liegt außerhalb der Gemeinde. In Möllbrücke steht außerdem die Kirche St. Leonhard, die 1234 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Pusarnitz besitzt die Kirche St. Michael, deren Ursprung fast ein Jahrtausend zurückreicht.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
