GMÜND IN KÄRNTEN KENNENLERNEN
Mittelalterliche Stadt am Lieserzufluss
Am Zusammenfluss von Malta und Lieser liegt Gmünd in Kärnten, eine Stadtgemeinde im Bezirk Spittal an der Drau. Sie hat 2.545 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 31,56 Quadratkilometer. Ihre Altstadt bewahrt Spuren der mittelalterlichen Salzburger Herrschaft.
Markt an der Alpenroute
Gmünd entstand im 11. oder 12. Jahrhundert als Salzburger Vorposten an einer wichtigen Verbindung über die Alpen. Die erste urkundliche Nennung datiert auf 1252. 1273 erscheint der Ort als erzbischöflicher Markt und Herrensitz; 1346 erhielt er Stadtrecht. Eine Stadtmauer schützte die Siedlung, und die Burg auf der Terrasse über dem Ort wurde nach den Kämpfen von 1487 beschädigt. Beim Ausbau der Befestigung ab 1502 entstanden neue Mauerzüge zwischen Burg und Kirche sowie das äußere Maltator. Nach einem Großbrand 1504 musste die Stadt wiederaufgebaut werden. Das Niederlagsrecht von 1409 brachte Erträge für die Befestigung der Stadt und den Ausbau der Salzburger Burg.
Gotik und barocke Erweiterungen
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1339 geweiht. Als gotische Hallenkirche besitzt sie ein breites Mittelschiff und zwei schmalere Seitenschiffe. 1549 kam die Rosenhaimer-Kapelle hinzu; ein Wandgemälde an ihrer Außenwand zeigt ein Kreuz, einen knienden Stifter und eine Ansicht Gmünds. In der Barockzeit erhielt die Kirche eine Sakristei und die Raitenau-Kapelle, einen Rundbau mit rechteckiger Apsis aus dem Jahr 1641. Der Hochaltar wurde 1730 fertiggestellt. Zweimal brannte der Kirchturm bei Stadtbränden, 1613 und 1792. 1887 wurde der gemauerte Turm erhöht und mit einem neuen Helm versehen; er erreicht 74 Meter.
Alte Burg über der Stadt
Die Alte Burg auf der Terrasse oberhalb des Zentrums geht auf einen Bau des 14. Jahrhunderts zurück. Eine ältere romanische Stadtburg lag wahrscheinlich beim späteren Amthof; 1292 wird ein „Castrum“ genannt. Nach der Übernahme Gmünds durch ungarische Truppen 1480 hielt die Burg einer Belagerung durch aufständische Bauern und Bergknappen im Jahr 1525 stand. Christoph Pflügl von Goldenstein ließ ab 1555 den Westtrakt errichten. Ein Erdbeben 1690 beschädigte die Anlage schwer. Nach einem Großfeuer 1886 wurde die Burg nicht wiederaufgebaut. Seit 1950 erwarb die Stadtgemeinde Gelände und Ruine, und eine Bürgerinitiative setzte sich für deren Erhalt ein. Der Turm dient als Aussichtspunkt.
Kunst und Technikgeschichte
Gmünd pflegt neben seinem historischen Erbe eine lebendige Kunstszene. Das Kunsthaus am Hauptplatz präsentiert wechselnde Ausstellungen; im Sommerprogramm 2026 standen Frauenbilder in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Im Pankratium, dem „Haus des Staunens“, führt eine visuell-akustische Erlebniswelt durch bewegte Objekte, Klänge und Wasser. Eine andere Geschichte erzählt das private Porsche Automuseum: Ferdinand Porsche verlegte 1944 sein Konstruktionsbüro nach Kärnten, und in Gmünd entstanden zwischen 1948 und 1950 die ersten Porsche-Fahrzeuge. Die private Sammlung des Museums reicht vom Porsche 356 über Rallye- und Rennwagen bis zum Polizei-Porsche 911. Die Künstlerstadt veranstaltet zudem einen jährlichen Kunsthandwerksmarkt und nimmt internationale Kunstschaffende in Gastateliers auf.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gmünd in Kärnten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Chronik, Archiv & Stadtverein – Stadtgemeinde Gmünd
- Informationen zur Alten Burg – Stadtgemeinde Gmünd
- Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt – Stadtgemeinde Gmünd
- Tourismus – Stadtgemeinde Gmünd
- Das Werk Gmünd und die Geburt einer Legende – Porsche Automuseum
- Kulturinitiative Gmünd – Künstlerstadt Gmünd
Stand der Angaben: 08.10.2026
