MOOSBURG KENNENLERNEN
Moosburg: Karolinger, Kirchen und Teichlandschaft
Moosburg liegt im Becken nördlich des Wörthersees, zwischen Klagenfurt und Feldkirchen. Die Marktgemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 4.649 Einwohner und umfasst 36,76 Quadratkilometer. Karolingische Spuren, Kirchen, Schlösser und eine Landschaft aus Teichen erzählen von der langen Besiedlung des Beckens.
Ein Becken mit vielen Ortsteilen
Das Moosburger Becken gehört zum Klagenfurter Becken. Glan und kleinere Zuflüsse durchziehen die Umgebung; westlich des Ortskerns liegt eine Teichlandschaft aus Mühlteich, Mitterteich und Damnigteich sowie zwei kleineren Gewässern. Acht Katastralgemeinden gliedern die Marktgemeinde, die 35 Ortschaften umfasst. Der Name „Moos“ verweist auf Moor und Feuchtland. Wald, Felder und Wasserflächen liegen nahe beieinander. Am Rand des Ortskerns prägt Schloss Moosburg einen Hügel; Teichufer und Wege erweitern den Blick in die flache, landwirtschaftlich geprägte Umgebung.
Arnulf und die karolingische Erinnerung
Moosburg ist eng mit Arnulf von Kärnten verbunden. Der spätere Herzog, ostfränkische König und Kaiser soll auf der Pfalz Arnulfsfeste aufgewachsen sein und dort längere Zeit geherrscht haben. Nach der 1100-Jahr-Feier Moosburgs gründeten sich 1988 die Karolingerfreunde. Der Verein erforscht die Geschichte des Moosburger Beckens und vermittelt sie durch Vorträge, Publikationen, Kulturwanderungen und archäologische Arbeiten.
Kirchen, Funde und Schlösser
Die Pfarrkirche St. Michael wurde 1368 erstmals urkundlich erwähnt und im 18. Jahrhundert barock umgebaut. Römische Grabsteine sind in und an der Kirche sichtbar. In St. Peter bei Moosburg wurden die Grundmauern einer frühmittelalterlichen Kirche freigelegt; Grabungen 1990 und 1991 brachten ein Gräberfeld und Funde des 9. Jahrhunderts zutage. Schloss Moosburg, westlich des Orts, geht auf einen spätgotischen Bau des 15. Jahrhunderts zurück. Weitere denkmalgeschützte Anlagen sind Schloss Ratzenegg, Schloss Tigring und die Burgruine Hetzelburg. Tigring besitzt eine eigene Pfarrkirche und war vor der Gemeindereform eine selbständige Gemeinde.
Museum und Wege durch die Teiche
Das zweigeschoßige Karolingermuseum widmet sich Arnulf von Kärnten und der Karolingerzeit. In den Vitrinen liegen römische Keramik, Funde aus Ausgrabungen, Waffen, Urkunden und Schmuck; der Karolingergarten greift das Thema draußen auf. Das Museum liegt an der Krumpendorfer Straße 3 und ist im Sommer geöffnet, außerhalb der Saison nach Vereinbarung. Der Glücksparcours führt vom Ortskern über die Teiche zum Schloss und zurück. Besucher können zwischen dem „Weg der Fülle“ und dem „Weg der Stille“ wählen; rund 50 Kunststationen von Paloma und Harald Schreiber begleiten die Strecke. Auf der Schlosswiese liegt außerdem der Paradiesgarten, während die „Galerie der Gedanken“ Installationen zum Thema Glück versammelt. Das SOS-Kinderdorf Moosburg wurde 1959 als weltweit fünftes SOS-Kinderdorf eröffnet. Heute gehören zum Standort unter anderem Familienwohnen, Wohngruppen und ein Kinder- und Jugendambulatorium; damit prägt neben der Karolingerzeit auch die soziale Arbeit die Ortsgeschichte. Das Ambulatorium ist auf Neurologie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters spezialisiert und bietet Diagnostik, Therapie und Elternberatung.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
