MARIA RAIN KENNENLERNEN
Maria Rain: Wallfahrtskirche über dem Rosental
Maria Rain liegt südlich von Klagenfurt auf dem Sattnitzrücken über dem Rosental. Die Gemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 2.748 Einwohner und umfasst 25,50 Quadratkilometer. Weithin sichtbar ist die doppeltürmige Wallfahrtskirche, deren Geschichte eng mit der Marienverehrung und dem nahen Stift Viktring verbunden ist.
Am Rand des Rosentals
Die Gemeinde erstreckt sich zwischen dem Sattnitzmassiv und der Drau, die hier zum Ferlacher Stausee aufgestaut ist. Von Klagenfurt sind es rund acht Kilometer nach Süden. Drei Katastralgemeinden – Maria Rain, Göltschach und Toppelsdorf – gliedern ein Gebiet mit 17 Ortschaften. Die erhöhte Lage öffnet den Blick über das Rosental zu den Karawanken; zugleich fällt der Sattnitzrücken an manchen Stellen steil zum Tal ab. Durch die Gemeinde führt die Loiblpassstraße in Richtung Süden. Eine Nebenbahn verbindet Klagenfurt und Rosenbach. Wald, Landwirtschaft und Siedlungen liegen auf engem Raum zwischen Höhenrücken und Flusslandschaft.
Ein Marienheiligtum über der Drau
Eine erste Kirche „Sancta Maria ad Dravum“ ist 927 belegt; 1144 gelangte „Maria scalach“ an das Zisterzienserstift Viktring. Der heutige Name Maria Rain erscheint 1313. Die Wallfahrtskirche entwickelte sich über einem spätgotischen Bau, dessen älteste Teile aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen. Viktringer Äbte ließen die Anlage zwischen 1700 und 1729 barock erweitern; 1729 erhielt sie ihre heutige Gestalt als Saalkirche mit zwei Türmen. Das Gnadenbild der Madonna mit Kind aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts steht im Zentrum des Hochaltars von 1694. Die Pfarre liegt am Hemma-Pilgerweg und zählt zu den großen Wallfahrtskirchen des Landes.
Kunst und Wallfahrt im Kirchenraum
Der Hochaltar ordnet die Marienstatue in ein barockes Ensemble mit Säulen und Heiligenfiguren ein. Neben der Madonna ist eine Monstranz mit einer Blut-Christi-Reliquie ein besonderes Andachtsobjekt. Die Kirche besitzt außerdem eine Kanzel mit Darstellung der Predigt Johannes des Täufers und Apostelbilder, die Ferdinand Steiner zugeschrieben werden. Zu den traditionellen Wallfahrtsterminen gehören der 15. August und der 8. September; darüber hinaus finden Wallfahrten am 13. des Monats statt. Im Kirchenraum fallen außerdem das Heilige Grab mit niedriger Grabkammer und ein Votivbild zu einem Schiffsunglück von 1744 auf. Ein steinerner Maßstab am westlichen Eingang misst 1,93 Meter und veranschaulicht die überlieferte „Mensura Christi“.
Spuren am Hang und an der Drau
Unterhalb der Kirche führt ein Weg zur Einsiedlerhöhle; der schmale Zugang liegt im Wald und ist Teil eines Rundgangs durch die Kulturlandschaft. Die Geburtskapelle des Gurker Bischofs Jakob Paulitsch steht ebenfalls in bewaldeter Hanglage und bietet einen Rastplatz mit Aussicht. Weiter unten quert das Laufkraftwerk Ferlach-Maria Rain die Drau; es ging 1975 in Betrieb. Auf einer Infotafel am Kraftwerk wird seine Geschichte erläutert. Die Kaiserhütte geht auf einen Aussichtsbau zu Ehren Kaiser Franz Josephs zurück. Von dort öffnet sich der Blick zur Wallfahrtskirche und über das Tal.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
