MARIA WÖRTH KENNENLERNEN
Maria Wörth: Kircheninsel am Südufer
Maria Wörth liegt am Südufer des Wörthersees, rund 14 Kilometer westlich von Klagenfurt. Die Gemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land umfasst 17,40 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 1.636 Einwohner. Ihre Kirchenhalbinsel ist weithin sichtbar; zum Gemeindegebiet gehören auch Reifnitz, Dellach und Sekirn.
Die Halbinsel war einst eine Insel
Die heutige Halbinsel Maria Wörth war bis etwa 1770 eine Insel; erst später verband ein Damm sie mit dem Festland. Das hügelige Gemeindegebiet zieht sich mit hohem Waldanteil entlang des südlichen Seeufers. Acht Ortschaften liegen in den Katastralgemeinden Maria Wörth und Reifnitz. Der slowenische Name Otok bedeutet Insel und hält die frühere Gestalt der Landzunge sprachlich fest. Im Ortsbild stehen die beiden Kirchen auf dem höchsten Plateau über dem See. Reifnitz liegt weiter östlich an der Bucht, während Dellach und Sekirn weitere Siedlungsbereiche am Ufer bilden.
Ein frühes Zentrum am Wörthersee
Vom Bistum Freising aus erfolgte um 830 eine Tochtergründung auf der Insel. Um 875 entstand auf dem höchsten Punkt eine Marienkirche; unter Bischof Waldo kamen Reliquien der Märtyrer Primus und Felician nach Maria Wörth. Das geistliche Zentrum zog eine Propstei nach sich, die zwischen 1146 und 1150 als zweite Kollegiatstiftung Kärntens gegründet wurde. Die kleine Rosenkranz- oder Winterkirche wurde 1155 geweiht. Ein Brand zerstörte 1399 die Kirchen auf der Insel; der Wiederaufbau zog sich über Jahrzehnte. 1598 ging die Propstei an die Jesuiten über, 1773 wurde Maria Wörth zur weltlichen Pfarre.
Baudenkmale auf engem Raum
Die ehemalige Stiftskirche erhebt sich rund 20 Meter über dem Seespiegel. Von ihrem romanischen Vorgängerbau blieben das Südportal aus dem 12. Jahrhundert, Teile des Langhauses und die Krypta erhalten. Die heutige spätgotische Gestalt wurde 1540 vollendet; an der Südfront befindet sich ein Ölbergfresko von 1521. Ein monumentaler Christophorus an der Außenwand stammt von 1658. Im Hochchor steht ein barocker Altar mit spätgotischer Madonna, die um 1460 entstanden sein soll. Südöstlich der Kirche liegt der romanische Karner. Die Winterkirche westlich davon bewahrt romanische Fresken des 12. Jahrhunderts, die Christus und die Apostel zeigen. In der Hauptkirche ergänzt eine Kanzel mit silbernen Reliefs die Ausstattung; die Krypta bewahrt zudem Freskenspuren.
Reifnitz und die Gemeinde am See
Auf einer Anhöhe bei Reifnitz liegt die Burgruine Reifnitz; in ihrer Nähe befindet sich die Filialkirche St. Margarethen. Diese Orte gehören zur Gemeinde Maria Wörth, liegen aber nicht auf der Kirchenhalbinsel. Die Süduferstraße erschließt den bewaldeten Hang und verbindet Unterdellach im Westen mit dem südöstlichen Gemeindeende. Strandbäder in Reifnitz, Dellach und Sekirn liegen an verschiedenen Uferabschnitten und machen die langen Uferwege auch als Badeorte erfahrbar. In Reifnitz befindet sich eine Anlegestelle der Wörtherseeschifffahrt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Maria Wörth – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Die Geschichte von Maria Wörth – Gemeinde Maria Wörth
- Maria Wörth/ Otok – Katholische Kirche Kärnten
- Maria Wörth – Gemeinde Maria Wörth
- Einrichtungen – Gemeinde Maria Wörth
Stand der Angaben: 08.10.2026
