MAGDALENSBERG KENNENLERNEN
Magdalensberg
Die Marktgemeinde Magdalensberg liegt am Rand des Klagenfurter Beckens und am Fuß des gleichnamigen Berges. Sie hat 3.727 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 42,90 Quadratkilometer. Der archäologische Berg ist weithin bekannt, doch die Gemeinde reicht weit darüber hinaus: 13 Katastralgemeinden und 40 Ortschaften verteilen sich zwischen Gurk, Raba und den umliegenden Höhen.
Ein Berg mit langer Geschichte
Schon vor der römischen Zeit war der Magdalensberg ein Siedlungs- und Kultplatz des norischen Stammes. Im 1. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich auf dem Berg ein politisches und wirtschaftliches Zentrum. Die Römer errichteten eine Handels- und Verwaltungssiedlung mit Tempeln und Wohnhäusern. Als sich das römische Zentrum im 1. Jahrhundert nach Christus in die Ebene nach Virunum verlagerte, nahm die Bedeutung des Berges ab. Die Grabungen, die 1948 begannen, brachten unter anderem Inschriften, Statuen und Baureste zutage. Der sogenannte Jüngling wurde 1502 beim Pflügen gefunden; die heute im Kunsthistorischen Museum gezeigte Bronzestatue ist eine Renaissancekopie aus dem 16. Jahrhundert; das antike Original ist verschollen.
Landgemeinde im Becken
Die Gemeinde Magdalensberg liegt im unteren Gurktal und im Bereich des Klagenfurter Beckens. Gurk und Raba durchqueren das Gebiet, dessen Fläche zu etwa der Hälfte landwirtschaftlich genutzt wird; rund 40 Prozent sind Wald. Die Seehöhe reicht von etwa 420 bis 1.059 Metern. 1973 wurden Ottmanach und St. Thomas am Zeiselberg zur Gemeinde Magdalensberg zusammengeschlossen. Beide Ortsgemeinden hatten seit 1850 eigenständig bestanden. Seit 2013 führt Magdalensberg die Bezeichnung Marktgemeinde. 2025 erhielt Zinsdorf/Svinča vas eine zweisprachige Ortsbezeichnung. Der dialektale Übergangsraum zwischen Jauntal und Rosental ist in der historischen Sprachlandschaft der Gemeinde präsent.
Kirchen, Schlösser und Denkmäler
Auf dem Gipfel steht die Kirche der Heiligen Helena und Maria Magdalena. Im Ort Ottmanach befindet sich die Pfarrkirche der heiligen Margaretha; Pfarrkirchen stehen außerdem in Timenitz und St. Thomas am Zeiselberg. Schloss Ottmanach, Schloss Freudenberg und Schloss Gundersdorf erinnern an adelige Besitzgeschichte. In Zeiselberg und Timenitz sind Reste von Burgen erhalten. Ein Verzeichnis der Klein- und Flurdenkmäler dokumentiert unter anderem Wegkreuze, Bildstöcke und Hofzeichen. Der Hof vulgo Kosche in Matzendorf besitzt ein Ziegelgitterfenster; um 1830 stellte die dortige Brauerei jährlich rund 600 Eimer Steinbier her.
Von Noricum bis heute
Der Archäologische Park liegt auf dem Magdalensberg im Gebiet der Marktgemeinde. Er umfasst vier Hektar und zeigt Ruinen wesentlicher Teile der römischen Siedlung. Zu den markanten Bereichen zählt die Forumsbasilika mit Tribunal, die als erster nachgewiesener Ort staatlicher Hoheitsverwaltung in Österreich gilt. Der Park ist an der Adresse Magdalensberg 15 in Pischeldorf verortet. Am Fuß des Magdalensbergs liegen die Ortschaften Ottmanach, Pischeldorf und St. Thomas; die Gemeinde erstreckt sich weiter in das Klagenfurter Becken. Der Archäologische Park wird vom Landesmuseum für Kärnten betreut.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Magdalensberg (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kunsthistorisches Museum – Jüngling vom Magdalensberg
- Marktgemeinde Magdalensberg – Unser Ort/Chronik
- Kärnten Werbung – Archäologischer Park Magdalensberg
- Marktgemeinde Magdalensberg – Klein- und Flurdenkmäler
Stand der Angaben: 08.10.2026
