MARKTGEMEINDE · KÄRNTEN

Köttmannsdorf

Burg, Pfarrkirchen und Naturlehrpfad erzählen von einer vielschichtigen Gemeinde am Rosentalrand.

GEMEINDEKENNZIFFER20414
Pfarrkirche Sankt Georg in Köttmannsdorf
Pfarrkirche Sankt Georg in Köttmannsdorf · Foto: Johann Jaritz / CC BY-SA 3.0 at · „Koettmannsdorf Pfarrkirche Sankt Georg 28062007 01“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 190
01.01.2026
Fläche
28,16 km²
Bevölkerungsdichte
113,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9071
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

KÖTTMANNSDORF KENNENLERNEN

Köttmannsdorf: Hollenburg und Sattnitzlandschaft

Köttmannsdorf liegt auf der Sattnitz südwestlich von Klagenfurt, zwischen Keutschacher Seental und Rosental. Die Marktgemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land umfasst 28,16 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 3.190 Einwohner. Ihre Ortsgeschichte verbindet eine bedeutende Burganlage mit romanischen Kirchen, slowenischer Kultur und einer besonderen Vogelwelt.

Ein Name auf der Sattnitz

Die erste urkundliche Nennung Köttmannsdorfs steht 1142 in der Gründungsurkunde des Zisterzienserklosters Viktring; genannt werden darin auch Hollenburg und Plöschenberg. Funde von Skeletten und Eisenmessern in Wurdach belegen eine frühmittelalterliche Besiedlung. Die Gemeinde gliedert sich in vier Katastralgemeinden und 23 Ortschaften. Ihr Gebiet reicht von 455 bis 921 Meter Seehöhe; der Ort Köttmannsdorf selbst liegt auf 558 Metern. Das Gemeindewappen greift die Hollenburg auf: Grundlage war das Siegel Ulrichs von Hollenburg, der die Burg von 1308 bis 1335 mit seinem Bruder innehatte.

Hollenburg über dem Rosental

Die Burg Hollenburg steht auf einem steilen Felshügel über Drau und Rosental. Als erster urkundlich gesicherter Besitzer gilt Markgraf Leopold I., der die Anlage 1142 seinem Ministerialen Swikerus übergab. Die Dietrichsteiner erwarben die Burg 1514 und bauten sie im 16. und 17. Jahrhundert zur heutigen Schlossanlage aus. Von außen wirkt sie wehrhaft; der Innenhof zeigt eine Renaissancegestaltung mit Holzgalerie, Doppelarkaden und Treppe. Der heutige Altar der Burgkapelle stammt aus 1660. Fresken aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden 1945 im Kapellenraum entdeckt. Das Anwesen prägt die Geschichte des gesamten Sattnitzraums.

Kirchen mit langen Baugeschichten

Die Pfarrkirche St. Georg steht erhöht im Ort, umgeben von einer zinnenbekrönten Friedhofsmauer. Romanische Teile, ein gotischer Chor und spätgotische Erweiterungen treffen dort auf die barocke Sebastianskapelle. Urkundlich ist die Pfarre 1192 nachweisbar; sie galt als Urpfarre des Sattnitzgebiets. An der Südwand befindet sich ein Christophorus-Fresko aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Auch die gotische Totenleuchte am Friedhof zählt zu den markanten Denkmalen. Die Filialkirche St. Gandolf ist seit 1142 erwähnt; ihr romanischer Nordturm wurde 1863 verändert. Die 1204 erstmals erwähnte Kirche in St. Margarethen bewahrt eine gotische Predella mit der Anbetung der Könige; der heutige Altar stammt von 1660.

Lebensraum Zwergohreule

Auf dem Plöschenberg wurde 1999 ein sechs Kilometer langer Naturlehrpfad eingerichtet. Zwölf Tafeln widmen sich unter anderem Heilpflanzen, Wald, Geologie, Karsterscheinungen, Eiszeitspuren und Vogelwelt. Namensgeberin ist die Zwergohreule, deren Lebensraum südexponierte Hänge, extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen und Gehölzgruppen umfasst. Das Gebiet zählt zu den bedeutenden Bruträumen der Zwergohreule in Österreich. Der Weg führt durch eine Landschaft, die durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung entstanden ist und Ausblicke über Rosental und Karawanken eröffnet. Im bäuerlichen Alltag der Sattnitz war Wasser knapp: Das durchlässige Konglomerat ließ oberflächennahe Quellen in Trockenzeiten versiegen, weshalb Wasser aus tieferen Gräben geholt werden musste.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Köttmannsdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 874
31.10.2021 · Registerzählung3 128
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 190

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 227
NUTS-3-Region
Klagenfurt-Villach (AT211)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Köttmannsdorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.