WOLFSBERG KENNENLERNEN
Wolfsberg: Schloss, Stadtmauer und Lavant
Wolfsberg liegt im mittleren Lavanttal im Bezirk Wolfsberg. Die Stadtgemeinde zählt 25.011 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 278,31 Quadratkilometer.
Zwischen Saualpe und Koralpe
Das Gemeindegebiet umfasst weite Teile der Saualpe und reicht mit zwei Ausläufern an die Koralpe. Im Tal sammelt sich der Siedlungsraum entlang der Lavant; darüber liegen hoch gelegene Ortschaften und Höfe. Die Stadt selbst entstand an einem Flussübergang zwischen der Lavant und dem Schlossberg. 40 Katastralgemeinden und 65 Ortschaften gehören zum Gemeindegebiet. Im Tal verläuft die Lavanttalbahn.
Burg, Markt und Stadtrecht
Wolfsberg kam im frühen 11. Jahrhundert an das Hochstift Bamberg. Die Burg wurde 1178 erstmals urkundlich erwähnt; 1331 verlieh Bischof Werntho der Stadt das Stadtrecht. Unterhalb der Burg entwickelte sich der Markt zu einem befestigten Handelsplatz. Die Stadtbefestigung verband die Obere Stadt mit der Burg und schloss später auch die Untere Stadt jenseits der Lavant ein. Handel, Handwerk sowie Wein- und Obstanbau prägten die Wirtschaft. 1425 belagerten die Grafen von Cilli die Stadt, mussten aber unverrichteter Dinge abziehen. 1478 scheiterte auch ein türkischer Angriff an den Befestigungsanlagen. 1713 suchte die Pest die Stadt heim, 1716 zerstörte eine Feuersbrunst rund 170 Häuser. Zum Dank für das Ende der Seuche errichteten Bürger 1718 die Mariensäule am Hohen Platz. 1759 gingen die bambergischen Besitzungen an die Habsburger. 1846 erwarb Graf Hugo Henckel von Donnersmarck die Herrschaft.
Bürgerhäuser, Reckturm und Kirchen
Am Hohen Platz stammen viele Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert; spätgotische Portale, Renaissancefenster und Laubengänge bestimmen ihre Fassaden. Das Bamberghaus war ursprünglich das Untere Schloss. Am Getreidemarkt liegt das frühere Landrichterhaus mit dem Reckturm, dem letzten erhaltenen Turm der Stadtmauer. Die Stadtpfarrkirche St. Markus wurde 1216 erstmals erwähnt und besitzt einen 72 Meter hohen Turm. 141 Stufen führen zur früheren Türmerwohnung; bis in die 1960er Jahre beobachtete der Türmer von dort nachts die Stadt. Die Bäckerkapelle St. Anna entstand 1497 und bewahrt einen spätgotischen Flügelaltar. Die Burg ließ Graf Hugo Henckel von Donnersmarck nach Plänen der Architekten Johann Romano und August Schwendenwein im englisch-gotischen Tudor-Stil zum Schloss umbauen. Das 1858 und 1859 errichtete Mausoleum der Familie Henckel von Donnersmarck stammt von August Stüler aus Berlin.
Eisenbahn und Erinnerungsorte
1879 wurde Wolfsberg durch die Lavanttalbahn mit Unterdrauburg verbunden; 1900 folgte die nördliche Verlängerung nach Zeltweg. 1936 öffnete die Straßenverbindung über die Pack den Verkehr Richtung Graz. Im Juli 1934 besetzten Nationalsozialisten die Stadt im Zuge des Juliputsches; im Süden kam es zu Kämpfen mit Bundesheer und Heimwehren. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Priel das Kriegsgefangenenlager Stalag XVIII A mit bis zu 7.000 Insassen. Bei einem alliierten Luftangriff am 18. Dezember 1944 kamen 94 Lagerinsassen und 50 Zivilpersonen ums Leben. Nach 1945 nutzte die britische Besatzungsmacht das Lager als Internierungsstätte für rund 3.000 bis 4.000 Personen; 1948 übergab man es den österreichischen Behörden. Das Museum im Lavanthaus zeigt 2026 die Sonderausstellung „Die Römer im Lavanttal“. Ausgewählte Funde beleuchten Wohnen und Alltag, Kult und Religion, Bestattung sowie Bergbau und Rohstoffgewinnung.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wolfsberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Wolfsberg – Stadtgeschichte
- Stadtgemeinde Wolfsberg – Stadtspaziergang
- Stadtgemeinde Wolfsberg – Fakten und Zahlen
- Stadtgemeinde Wolfsberg – Stadtführungen
- Stadtgemeinde Wolfsberg – Ausstellung „Die Römer im Lavanttal“
Stand der Angaben: 08.10.2026
