GEMEINDE · KÄRNTEN

St. Georgen im Lavanttal

Auf einem Höhenrücken über dem unteren Lavanttal liegen Spuren römischer Arbeit und mittelalterlicher Herrschaft.

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Burgruine Stein in Sankt Georgen im Lavanttal mit Talblick
Burgruine Stein in Sankt Georgen im Lavanttal mit Talblick · Foto: Johann Jaritz / CC BY-SA 3.0 at · „Sankt Georgen Steinberg-Oberhaus Burgruine Stein 03102012 553“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 892
01.01.2026
Fläche
72,38 km²
Bevölkerungsdichte
26,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9423
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. GEORGEN IM LAVANTTAL KENNENLERNEN

St. Georgen: Burg, Steinbruch und Wehrkirche

St. Georgen im Lavanttal ist eine Gemeinde im Bezirk Wolfsberg. Sie zählt 1.892 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 72,38 Quadratkilometer.

Zwischen Lavant und Koralpenhang

Vom Talboden der Lavant steigt das Gemeindegebiet an die Hänge der Koralpe. Der Hauptort St. Georgen liegt südlich von Wolfsberg; sieben Katastralgemeinden umfassen 21 Ortschaften und verstreute Weiler. Die Landschaft verbindet bewirtschaftete Tallagen mit Wäldern und Höhenrücken.

Marmor für römische Bauwerke

Auf dem oberen Steinberg in rund 900 Metern Seehöhe liegt der antike Marmorsteinbruch Spitzelofen, dessen Nutzung mit der römischen Zeit verbunden wird. Der abgebaute Stein ist ein weiß und grau gebänderter Silikatmarmor mit grober Körnung. Graphit, Pyrit und farbloser Glimmer bilden Einschlüsse. Parallel verlaufende Rillen an den Bruchwänden stammen von Spitzschlägeln, mit denen das Gestein bearbeitet wurde. In der Antike wurde das Material häufig vor Ort zu Halbfertigprodukten verarbeitet, damit weniger Gewicht transportiert werden musste. Funde aus Bronze- und Römerzeit weisen außerdem auf frühe Besiedlung im Gemeindegebiet hin.

Bischöfliche Sommerresidenz auf dem Felskegel

Östlich von St. Georgen erhebt sich auf einem Gneiskegel die Burg Stein. Sie wurde 1214 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte damals zum Erzstift Salzburg. 1276 überließ Salzburg sie den Bischöfen von Lavant, die sie als Sommerresidenz nutzten. Im 13. Jahrhundert umfasste ihr Burgfried auch einen Niedergerichtsbezirk. Die Burg überstand mehrere Angriffe und wurde 1480 im Konflikt zwischen kaiserlichen und ungarischen Truppen belagert und verwüstet. 1493 wurde sie wieder befestigt; der Verfall setzte im frühen 18. Jahrhundert ein. Ein künstlich angelegter Graben sicherte den Zugang; eine hölzerne Zugbrücke überspannte ihn. Erhalten sind unter anderem romanische Palasmauern mit gekoppeltem Fenster, eine restaurierte Kapelle und ein Keller mit drei Mittelpfeilern. Die Anlage bot etwa 30 Söldnern Platz. Der ausgedehnte Saal diente den Bewohnern während einer Belagerung als Zuflucht.

Kirchen und Gemeindegeschichte am Steinberg

Die St.-Magdalena-Kapelle wurde 1184 erstmals erwähnt und ist vermutlich ein ehemaliger Karner. Ihr spätromanischer Rundbau besitzt eine gotische Rechteckapsis und ein Lanzettfenster; das Kegeldach trägt einen achtseitigen Dachreiter mit Zwiebelhelm. Die Pfarrkirche St. Georgen entstand in einer Zeit, als die Bauern bei Fehden der Burgherren Schutz brauchten. Sie wurde als Wehrkirche neben der Kapelle angelegt und ist dem heiligen Georg geweiht. Eine Urkunde nennt sie 1246; 1485 wurde die Pfarre dem Stift St. Paul inkorporiert. Kirchhof und alter Friedhof sind von einer Mauer umgeben. An der Nordseite schließt sich eine tonnengewölbte Sakristei an; das Langhaus wurde in der Barockzeit verlängert. Ein halbkreisförmiger Triumphbogen führt zum kreuzrippengewölbten Chor. Auf Konsolen sitzen Figuren von Menschen und Tieren. In die Kirchenmauer ist ein römischer Grabstein eingesetzt; ein weiterer Römerstein liegt in Niederhof. Der römische Text nennt Primus Vronis und seine Frau Ettertie. Die Gemeinde entstand 1864 aus Steinberg, Herzogberg und Paierdorf. Nach der Eingemeindung zu St. Paul 1973 erlangte sie 1991 wieder ihre Selbstständigkeit.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

St. Georgen im Lavanttal auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 017
31.10.2021 · Registerzählung1 945
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 892

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
677
NUTS-3-Region
Unterkärnten (AT213)

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