PREITENEGG KENNENLERNEN
Preitenegg: Am Übergang über den Packsattel
Preitenegg liegt im oberen Lavanttal an den Hängen von Packalpe und Koralpe. Die Gemeinde im Bezirk Wolfsberg zählt 883 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 68,34 Quadratkilometer.
Zwischen Pack, Hebalm und See-Eben
Das Gemeindegebiet ist überwiegend gebirgig und reicht von den Talräumen an der Lavant auf die Höhen der Packalpe und Koralpe. Packsattel, Hebalm und See-Eben markieren Übergänge zur Steiermark; Nachbargemeinden liegen auch im steirischen Bezirk Voitsberg. Zu den Ortschaften zählen Kleinpreitenegg, Oberauerling, Oberpreitenegg, Preitenegg, Unterauerling und Unterpreitenegg; sie sind zugleich die Katastralgemeinden der Gemeinde. Der Hauptort liegt auf einer Passlandschaft, deren Wege lange vor dem Autobahnbau Kärnten mit der Steiermark verbanden. Waldwirtschaft und Holzverarbeitung gehören zu den lokalen Erwerbszweigen; im Sommer kommen Ausflüge in die Höhenlagen hinzu.
Ein Saumweg wird zur Fernstraße
Der Packsattel war bis ins 18. Jahrhundert nur über einen Saumweg zu queren. Später entstand eine einfache Fahrstraße, bevor die Packer Bundesstraße zwischen 1930 und 1936 ausgebaut wurde. Heute verläuft die Süd Autobahn über den Passraum und prägt die Erreichbarkeit der Gemeinde. Preitenegg selbst ist als Kirche und Herrschaftsgebiet früh belegt: Otto Ungnad von Waldenstein verzichtete auf die Vogtei über die Kirche zugunsten des Bischofs von Lavant. Das Gebiet gehörte zur Herrschaft Waldenstein; 1638 ging der Besitz samt Eisenerzbergbau an das Stift Bamberg. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist hier auch eine Mautstelle belegt. Als der Lavanttaler Weinbau um 1600 zurückging, stiegen die Einfuhren steirischen Weins über den Pass; die Weinmaut brachte wichtige Einnahmen. 1775 hielt der Pfarrmesner den Unterricht in seinem Wohnzimmer ab; acht bis zehn Kinder besuchten im Winter die Schule. 1850 wurde die Ortsgemeinde eingerichtet.
St. Nikolaus mit romanischem Kern
Die Pfarrkirche St. Nikolaus steht leicht erhöht in der Ortsmitte. Ihre erste urkundliche Nennung stammt von 1288; eine eigene Pfarre erhielt Preitenegg erst im 15. Jahrhundert. Im Langhaus und im Turm steckt noch die ältere romanische Chorturmkirche. Der spätgotische Chor und zwei Portale kamen im frühen 16. Jahrhundert hinzu. Die Innenausstattung wurde später barock gestaltet: Franz Anton Detl schuf die Figuren des Hochaltars, der in das zweite Viertel des 18. Jahrhunderts datiert wird. Großformatige Gemälde mit Szenen aus Altem und Neuem Testament ergänzen den Rokokoraum. Während der Reformation hatte die Pfarre zeitweise keinen katholischen Seelsorger.
Die Filialkirche und das kulturelle Gedächtnis
Zur Gemeinde gehört auch die Filialkirche St. Johann Nepomuk in Waldenstein. Sie erhielt ihre heutige Form 1752, als die Reichsgrafen von Schönborn den damaligen Herrschaftsbesitz prägten. Bis 1854 betreute die Preitenegger Pfarrgeistlichkeit das Benefizium dieser Kirche. Auf der benachbarten Hebalm nennt die Gemeinde den Hebalmsee und den „Dom des Waldes“ als Ausflugsziele. Im Gemeindeamt wird eine Ausstellung zu Maximilian Schell genannt. Im Wappen stehen Bischofsstab und drei Kugeln für den heiligen Nikolaus; ein goldener Pfahl mit drei schwarzen Fäden verweist stilisiert auf Autobahn und Verkehrsweg über die Pack.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
