EBERSTEIN KENNENLERNEN
Eberstein
Eberstein ist eine Marktgemeinde im Görtschitztal. Sie zählt 1.233 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 65,24 Quadratkilometer. Das Gebiet reicht vom Hauptort bis in die südwestlichen Ausläufer der Saualpe. Schloss und Kirchen erinnern an die Herrschaftsgeschichte; Bergbau, Eisenverarbeitung und Dolomitabbau prägten die wirtschaftliche Entwicklung.
Burg über dem Tal
Im 11. Jahrhundert entstand die Burg Hocheberstein; das Dorf Eberstein diente ihrer Versorgung. Das heutige Schloss wird im 12. Jahrhundert als untere Burg erwähnt. In der Römerzeit führte eine Nebenstraße durch das Görtschitztal, über die norisches Eisen transportiert wurde. Römische Grabsteine aus dem 2. Jahrhundert sind in die Schlossfassade eingefügt. Besitzer der Burg, Dienstleute der Grafen von Görz, sind 1152 erstmals belegt. Nach dem Aussterben der Herren von Eberstein ging der Besitz an Moritz Welzer über. Im 17. Jahrhundert kamen Schloss und Herrschaft an die Grafen Christalnigg.
Markt und Handwerk
Eberstein wird bereits 1474 als Markt bezeichnet. Urkunden des 15. Jahrhunderts nennen Handwerker, Fleischbänke und Hofstätten am Unteren Platz. Der Ort entwickelte sich zum Versorgungszentrum für das Görtschitztal. 1850 wurde die Ortsgemeinde gebildet. Zugleich wurde Eberstein Sitz eines Bezirksgerichts und eines Steueramts. Der Bahnanschluss nach Hüttenberg folgte 1869 und stärkte die zentrale Funktion des Orts. Eine Urkunde von 1462 belegt am Ort bereits eine Schule, die damals für eine Siedlung dieser Größe ungewöhnlich war. Eine Weberwerkstatt ist schon 1429 urkundlich belegt. Für 1828 verzeichnete die Gemeindechronik am Hauptort mehrere Bäcker, Schneider, Schuster, Weber und Schmiede sowie je einen Lederer und Färber.
Kirchen und Talgeschichte
Zum historischen Ensemble zählen Schloss Eberstein mit der Georgskirche und die Pfarrkirchen in Hochfeistritz, St. Oswald ob Hornburg und St. Walburgen. In St. Walburgen ist ein ehemaliger Karner erhalten; in Mirnig steht eine Filialkirche des heiligen Andreas. Im Ortsteil Gutschen liegen das Felsentor und zwei Pfeiler eines ehemaligen Galgens, die unter Denkmalschutz stehen. Eine Chronik berichtet, dass Philipp Lackner 1747 wegen Viehdiebstahls hingerichtet wurde. Am Hauptplatz erinnert eine 2024 enthüllte Marmorstatue an Gräfin Anna von Eberstein.
Industrie und Landschaft
Der Rückgang des Hüttenberger Bergbaus traf ab 1881 auch die Ebersteiner Hüttenanlagen. 1903 wurde in der stillgelegten Hochofenanlage ein Zementofen eingerichtet, der 1907 Konkurs machte. Heute prägen neben Land- und Forstwirtschaft auch der Dolomitabbau und der Sommertourismus die Wirtschaft. Dolomit wird oberhalb des Orts im Tagbau gewonnen. Der Personenverkehr auf der Görtschitztalbahn endete 1995; Güterzüge verkehren weiterhin. Die B 92 verbindet Eberstein über Brückl mit Klagenfurt und nordwärts mit dem Görtschitztal. Der Görtschitztal-Radweg führt durch die Gemeinde bis Hüttenberg. Die Hammerwerke wurden ab dem 17. Jahrhundert von den Grafen Christalnigg mit Erzen aus Hüttenberg und Lölling versorgt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
