BAD ST. LEONHARD IM LAVANTTAL KENNENLERNEN
Bad St. Leonhard: Stadt am alten Lavanttaler Weg
Bad St. Leonhard im Lavanttal ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Wolfsberg. Sie zählt 4.202 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 111,83 Quadratkilometer.
Im oberen Tal zwischen Almen und Seitengräben
Das Gemeindegebiet umfasst acht Katastralgemeinden: Erzberg, Görlitzen, Kliening, Bad St. Leonhard, Schiefling, Schönberg, Theißing und Twimberg. Die Stadt liegt im oberen Lavanttal, während sich die Ortschaften bis in Seitengräben und auf die Höhen von Klippitztörl und Schiefling erstrecken. Preblau ist durch seine Mineralwasserquelle bekannt. Im Tal bot die Lavant eine natürliche Leitlinie für Wege und Siedlungen. Heute erschließt die Süd Autobahn das Gebiet über die Anschlussstelle Bad St. Leonhard. 1964 wurden Erzberg-Görlitzen und Theißing, 1973 Kliening und Schiefling in die Stadtgemeinde eingegliedert; auch Teile von Gräbern-Prebl kamen hinzu.
Bamberger Markt und Bergbau im Klieninger Graben
Der Ort entwickelte sich im Herrschaftsgebiet des Hochstifts Bamberg um eine Leonhardskirche, die Bischof Otto im frühen 12. Jahrhundert geweiht haben soll. Urkundlich greifbar wird St. Leonhard 1287; Stadtrechte bestanden bereits vor 1311 und wurden 1325 bestätigt. Eine zugleich erlassene Bergordnung verweist auf die Bedeutung des Erzabbaus. Im 15. und 16. Jahrhundert förderten Gruben im Klieninger Graben Gold und Silber; auch Angehörige der Augsburger Fuggerfamilie investierten dort. 1759 gingen die bambergischen Besitzungen an die Habsburger. Der Eisenabbau endete 1876. Schwefelquelle und Preblauer Sauerbrunnen unterstützten später den Wandel zum Heilbad; 1935 erhielt die Stadt den Zusatz „Bad“.
Glasfenster und Altäre in der Leonhardikirche
Die Pfarrkirche St. Leonhard ist ein gotischer Bau, dessen heutige Gestalt im 14. und 15. Jahrhundert entstand. Ihre mittelalterlichen Glasfenster bilden einen außergewöhnlich umfangreichen Bestand: 192 Scheiben aus dem 14. und 15. Jahrhundert sind bis heute in der Kirche erhalten. Weitere Stücke befinden sich in Museen in New York, Toronto und Basel sowie auf Burg Kreuzenstein. Die Bilder zeigen biblische Szenen und Heilige. Im Chor steht der Hochaltar mit einem Gemälde der Himmelfahrt Mariens; daneben nennt die Stadtgemeinde den spätgotischen Annaaltar von 1513 als besonderes Kunstwerk. Auch ein Leonhardialtar dient als Gnadenaltar. Motivbilder und eiserne Opferfiguren dokumentieren die Wallfahrt zum heiligen Leonhard, der als Viehpatron verehrt wird. Die Kanzel von 1799 ergänzt die ältere Ausstattung um barocke Figuren und Reliefs.
Mauern, Burgreste und Erinnerungsorte
Über dem Stadtkern liegen die Reste der Burg Gomarn, die den Markt einst schützte. Die Stadtmauer ist in Teilen erhalten und macht die kompakte historische Anlage noch ablesbar. Am Hauptplatz erinnert eine Mariensäule von 1732 an die überstandene Pestgefahr; ihre Figuren zeigen Maria sowie die Heiligen Rochus und Sebastian. Im westlichen Stadtteil steht die Kunigundkirche mit gotischem Spitzbogenportal und barockem Kreuzgratgewölbe. Außerhalb des Zentrums liegen weitere historische Anlagen: Die Painburg im Lichtengraben wurde um 1420 auf einer künstlich angelegten Insel errichtet, das nahe Schloss Lichtengraben entstand später als Wohnsitz. Der Bahnhof Bad St. Leonhard wird heute für Güterverkehr genutzt; der Personenverkehr auf dem Abschnitt der Lavanttalbahn wurde eingestellt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bad St. Leonhard im Lavanttal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Bad St. Leonhard – Chronik
- Stadtgemeinde Bad St. Leonhard – Tourismus und Sehenswürdigkeiten
- Stadtgemeinde Bad St. Leonhard – Die Glasfenster von Bad St. Leonhard
Stand der Angaben: 08.10.2026
