KLEIN ST. PAUL KENNENLERNEN
Klein St. Paul im Görtschitztal
Die Marktgemeinde Klein St. Paul liegt im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Zum 1. Jänner 2026 zählt sie 1.754 Einwohnerinnen und Einwohner auf 68,58 Quadratkilometern. Der Görtschitztaler Erz- und Zementstandort liegt zwischen Talboden und Saualpe.
Zwischen Görtschitztal und Saualpe
Die Görtschitz fließt durch den zentralen Teil der Gemeinde, während die Hänge zur Saualpe ansteigen. Der Ladinger Spitz erreicht über 2.000 Meter und bildet einen markanten Hochpunkt. In den Tallagen liegen die Siedlungen und Gewerbestandorte; höher oben prägen Almen und Wälder die Landschaft. Das Gemeindegebiet umfasst mehrere frühere Gemeindegebiete, darunter Klein St. Paul und Wieting, die 1973 zusammengelegt wurden. Die Pfarrkirche Kirchberg steht auf einer Anhöhe; ihr Patrozinium lautet auf Unsere Liebe Frau.
Die Doppelanlage am Hornberg
Die Hornburg bestand aus Oberer und Unterer Hornburg. Die Hauptburg entstand im 12. Jahrhundert und wird 1140 urkundlich erwähnt; 1414 wurde sie ausgebaut. Ihre Ruinen liegen auf dem Gipfel des Hornberges am Westabhang der Saualpe zwischen Eberstein und Klein St. Paul. Die Obere Hornburg war ein rechteckiges Festes Haus aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Östlich davon stehen die Reste einer gotischen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Von der Unteren Hornburg sind Mauerreste eines Hauses, Teile des Berings und eines Wohnbaus aus dem 13. und 14. Jahrhundert erhalten. Seit dem 17. Jahrhundert verfällt die Anlage.
Kapelle und Pfarrgeschichte
Die Pfarrkirche Klein St. Paul wird 1062 erstmals urkundlich erwähnt; eine Kapelle am Ort ist 1077 belegt. Die heutige spätgotische Kirche geht vermutlich auf einen romanischen Vorgängerbau zurück. Ihr Langhaus hat eine barocke Flachdecke, der Chor ein Netzrippengewölbe des 15. Jahrhunderts. Schon vorher war das mittlere Görtschitztal durch den Eisenerzbergbau im nahen Hüttenberg geprägt. 831 kam das untere Görtschitztal in den Besitz des Erzbistums Salzburg. 1507 wurden Grundherrschaft und Pfarre St. Paul unter Hornburg an das Stift St. Paul im Lavanttal übertragen. 1793 zerstörte ein Brand den Pfarrhof und 19 weitere Häuser im Ort. Die Grundherrschaft über die Hornburg wechselte von den Görzern zu den Hornburger Ministerialen; im 15. Jahrhundert war sie kaiserliches Lehen. In der Pfarrkirche erinnert ein eingemauerter Römerstein an die Antike; ein in Wieting ausgegrabener keltischer Schmelzofen ist im Talmuseum ausgestellt.
Zementwerk Wietersdorf
Die Bahnlinie von Launsdorf nach Hüttenberg, gebaut 1869 und 1870, schuf eine Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung des Tals. 1893 entstanden in Wietersdorf die Zementwerke, die zu einem bedeutenden Betrieb der Branche heranwuchsen. Das Wietersdorfer Werk firmiert heute unter dem Namen Alpacem. Die älteren Hammerwerke in Mösel, Wieting und Klein St. Paul verarbeiteten Eisen; sie wurden schon vor dem Ende des Hüttenberger Erzbergbaus geschlossen. Auf der Saualpe erschließen Wanderwege die Weißberger Alm, ein örtliches Wander- und Skigebiet. Klein St. Paul wurde 1930 zur Marktgemeinde erhoben. In Wieting entwickelte sich zunächst die Holzindustrie; das große Sägewerk in Mösel wurde später stillgelegt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
