GRIFFEN KENNENLERNEN
Am Schlossberg
Griffen liegt am Übergang zwischen Klagenfurter Becken und Lavanttal. Die Marktgemeinde zählt 3.392 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 74,75 Quadratkilometer. Über dem Marktort ragt der Schlossberg mit Burgruine und Tropfsteinhöhle auf.
Am Durchgang ins Lavanttal
Die Packer Straße B 70 und die Südautobahn A 2 binden den Ort an das Kärntner Zentralgebiet und die Steiermark an. Zum Gemeindegebiet gehören unter anderem Pustritz, Wölfnitz und St. Kollmann; auch der Griffner See liegt außerhalb des kompakten Marktorts. Die bewaldete Grutschen ist ein Naherholungsgebiet. Der Weiberwinkel ist mit einer örtlichen Sage verbunden, und auf der Grutschen steht eine 2001 errichtete Waldkapelle.
Criuina und Bamberg
Eine Urkunde von 822 nennt den Ort „Criuina“ als Besitz des Klosters Innichen. Bamberger Bischöfe errichteten um 1100 die Burg auf dem Schlossberg, die den Übergang ins Lavanttal sicherte. 1237 ist Griffen ausdrücklich als Markt belegt; bis 1759 gehörte der Ort zum Hochstift Bamberg. Nach dem Verkauf verfiel die Burganlage. Die politische Gemeinde entstand 1850. 1858 kamen Haberberg und Kaunz hinzu; zeitweise gehörte auch Ruden dazu. Bei der Gemeindereform 1973 wurden Wölfnitz und Pustritz eingegliedert. Seit 2000 gehört die Burgruine der Marktgemeinde. In den Jahren 2000 und 2001 folgten Sicherungsarbeiten unter Denkmal- und Naturschutzauflagen; bis 2004 leisteten Bürger, Vereine und Betriebe mehr als 4.500 freiwillige Arbeitsstunden.
Funde aus der Tropfsteinhöhle
Funde aus der Tropfsteinhöhle belegen menschliche Anwesenheit vor mehr als 20.000 Jahren; Knochen, Werkzeuge und Rußspuren einer Feuerstelle sind dabei wichtige Belege. Während der Kriegsjahre wurde die Höhle bei der Suche nach Luftschutzräumen wiederentdeckt. 1956 wurde sie für Besucher geöffnet; 2026 beging die Gemeinde ihr 70-jähriges Bestehen. 1971 wurden zusätzliche Höhlenteile erschlossen und die erweiterte Schauhöhle eröffnet. Die Höhle ist 485 Meter lang und wurde 1957 zum Naturdenkmal erklärt. Die Tropfsteinformen und ihre verschiedenen Farbtöne prägen den Führungsweg im Inneren.
Stift Griffen und Peter Handke
Das ehemalige Prämonstratenserstift prägt den Markt mit seiner Stiftskirche Maria Himmelfahrt. Eine päpstliche Urkunde bestätigte 1237 den Besitz des Stifts: 26 Huben, drei Weingärten bei Wolfsberg und eine Schwaige an der Saualpe. Die Kirche wurde 1272 fertiggestellt und geweiht. Romanischer Baukörper und barockisierte Fassade prägen die Stiftskirche; eine Wehrmauer mit Wehrturm umschließt Kirch- und Friedhof. Im Stift ist eine Dauerausstellung Peter Handkes eingerichtet. Der Schriftsteller wurde im Ortsteil Altenmarkt geboren, im Haus seines Großvaters, einer kleinen Keusche mit dem Vulgo-Namen „Wunder“. Die Griffner Landschaften und Orte kehren in seinem Werk wieder. Auch die Pfarrkirche Peter und Paul im Markt sowie die Pfarrkirche St. Martin in Kaunz mit Wehrkirchhof und Karner sind eigenständige historische Bauorte. Weitere Kirchen stehen in Großenegg, am Windischen Weinberg und in Pustritz.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Griffen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- 70 Jahre Tropfsteinhöhle – Marktgemeinde Griffen
- Peter Handke und Griffen – Marktgemeinde Griffen
- Griffen: Geschichte – Marktgemeinde Griffen
- Stift Griffen – Geschichte und Weihe 1272
- Stift Griffen: Geschichte – Marktgemeinde Griffen
Stand der Angaben: 08.10.2026
