LAVAMÜND KENNENLERNEN
Lavamünd: Wo Lavant und Drau zusammenfließen
Lavamünd liegt im Südosten Kärntens im Bezirk Wolfsberg. Die Marktgemeinde zählt 2.735 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 93,80 Quadratkilometern.
An der Spitze zwischen zwei Flüssen
Im Ortszentrum erreicht die Lavant die Drau; der Flusszusammenfluss gab dem Markt seinen Namen und prägt den südlichen Abschluss des Lavanttals. Die Drau bildet zugleich einen Teil der Gemeindegrenze. Während der Ort auf rund 348 Metern Seehöhe liegt, steigen die nördlichen und nordöstlichen Gemeindeteile auf mehr als 1.400 Meter an. Das Gelände verbindet damit Flussauen, bewaldete Hänge und Hochlagen. Der neu gestaltete Drauspitz entstand im Zuge des Hochwasserschutzprojekts; die Schutzmauer entlang des Ortsbereichs misst rund 1,5 Kilometer; auch zwei Lavantbrücken wurden im Projekt neu gebaut.
Vom Straßenmarkt zum Grenzort
Funde am Rabenstein belegen eine Siedlung der mittleren Eisenzeit, ungefähr aus den Jahrhunderten zwischen 800 und 300 vor unserer Zeitrechnung. Auch der Bereich Elbitzen nahe der Mündung war in römischer Zeit besiedelt; Gräber und Münzen weisen darauf hin. Ein römisches Grabmal steht heute vor einem Gasthaus im Ort. 1091 erhielt das Kloster St. Paul einen Stadelhof in Lavamünd. Grafen von Pfannberg gründeten den Markt zwischen 1240 und 1250 auf der Landzunge; 1334 wird er erstmals urkundlich genannt. 1461 durfte die Bürgerschaft einen Richter aus ihren Reihen wählen. Im 18. Jahrhundert betrieb St. Vinzenz eine Glashütte, die über zwei Jahrhunderte zu den angesehensten Spiegelglashütten Europas zählte. Hochwasser erreichten wiederholt den Ort, 1851 stand sogar der Hauptplatz unter Wasser.
Kraftwerke an Drau und Koralpe
Die Flusslage ist auch für die Energieerzeugung entscheidend. Das Laufkraftwerk Lavamünd erreicht laut Betreiber VERBUND eine Leistung von 28 Megawatt. Flussaufwärts, nördlich des Ortskerns, liegt das Kraftwerk Schwabeck. Es wurde zwischen 1939 und 1943 errichtet; 1995 wurde eines der vier Wehrfelder zu einem vierten Maschinensatz umgebaut. Eine technische Fischwanderhilfe überwindet dort einen Höhenunterschied von mehr als 20 Metern. Hinzu kommt das Pumpspeicherkraftwerk Koralpe: Sein Krafthaus liegt gut einen Kilometer südöstlich des Ortszentrums, der Speichersee bei St. Vinzenz. Die Anlage verfügt über 50 Megawatt Leistung. Bei Sanierungsarbeiten am Stauraum von Lavamünd entstand in den 1970er Jahren der künstliche Naturbadesee.
Kulturhaus, Radwege und eine Bahnbrücke
Das Kulturhaus geht auf ein Kino zurück, das die Gemeinde 1955 errichten ließ. 1952 erhielt der Markt seine erste Straßenbeleuchtung. Nach einem Umbau 1996 und 1997 erhielt das Haus seine heutige kulturelle Funktion; das Hochwasser von 2012 beschädigte es schwer, anschließend wurde es umfassend saniert. Eine Eisenbahnbrücke in Rabenstein erinnert an die aufgelassene Strecke Richtung Dravograd: Ihre Mitte verläuft ungefähr entlang der Staatsgrenze zu Slowenien, und unter ihr fließt der Wölblbach in die Drau. Nach dem Ersten Weltkrieg lag der Knoten Unterdrauburg im damaligen SHS-Staat; der Korridorverkehr über Lavamünd wurde bis 1965 geführt. Nach dem Bau der Jauntalbahn wurde der Abschnitt nach Dravograd abgetragen. Heute kreuzen hier Lavantradweg R10 und Drauradweg R1.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lavamünd – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Lavamünd – Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten
- Marktgemeinde Lavamünd – Strom und Energie
- VERBUND – Laufkraftwerk Schwabeck
- Marktgemeinde Lavamünd – Geschichte
Stand der Angaben: 08.10.2026
