WEITERSFELD KENNENLERNEN
Weitersfeld zwischen Markt und Wallfahrt
Weitersfeld liegt auf einer Hochfläche am Übergang vom Waldviertel zum Weinviertel. Die Marktgemeinde im Bezirk Horn zählt 1.502 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 87,18 Quadratkilometer.
An Fugnitz und Reblaus Express
Fronsburg liegt am Fugnitzbach. Nördlich erhebt sich der herrschaftliche Wald Hartberg; im ehemaligen Tiergarten sind dort Eichenbestände erhalten. Auch Oberhöflein liegt am Fugnitzbach. Der Name Prutzendorf verweist auf den Bach, nach dem das Dorf benannt wurde. Die Lokalbahnstrecke Retz–Drosendorf ist heute als Reblaus Express touristisch in Betrieb. Laut Fahrplan 2026 hält der Zug in Weitersfeld und fährt saisonal an Wochenenden und Feiertagen.
Vom Marktbrief zum Pranger
Die Pfarre dürfte bereits in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bestanden haben. Weitersfeld erscheint 1135 als „Wiederuelt“ in einer Urkunde, in der Markgraf Leopold III. auf Zehente verzichtete. 1424 wird der Markt erstmals ausdrücklich genannt; 1430/31 zerstörten Hussiten Teile des Ortes. 1497 bestätigte Maximilian I. das Marktrecht mit einem Wappenbrief. Der Markt erhielt 1544 einen steinernen Pranger mit Ritterfigur. An Jahrmarkttagen hielt die Figur ein hölzernes Schwert. 1866 forderte eine Choleraepidemie 37 Todesopfer. 1882 wurde der Prangersockel für die Dreifaltigkeitssäule wiederverwendet.
Kirchen und konfessioneller Wandel
In der Grafschaft Hardegg verbreitete sich ab den 1560er-Jahren die lutherische Lehre; spätestens 1577 wirkte ein evangelischer Prädikant in der Pfarre. Ein Brand zerstörte 1612 34 Häuser, etwa ein Viertel des Marktes. 1628 musste die Grundherrschaft wieder einen katholischen Priester aufnehmen. Eine Religionskommission setzte 1652/53 Bewohner unter Druck, entweder zu konvertieren oder auszuwandern. Im Gebiet stehen mehrere Pfarrkirchen: Die Kirche im Markt ist dem heiligen Martin geweiht, jene in Oberhöflein der Heiligen Dreifaltigkeit und jene in Obermixnitz dem heiligen Petrus. Die Pfarrkirche im Markt erhielt ihr Langhaus 1728 bis 1731; der Chor ist älter und gotisch. Der spätrokokozeitliche Hochaltar stammt von Jakob Kohl und wurde 1774 aufgestellt.
Fronsburg und Maria im Gebirge
Fronsburg wird 1230 erstmals urkundlich greifbar. Der freistehende, rechteckige Baukern des Schlosses stammt aus dem 16. Jahrhundert. 1569 verkaufte Sigmund Graf von Hardegg die Herrschaft an Christoph Lampel. 1739 erwarb Sigmund Friedrich Khevenhüller die Anlage und nutzte sie als Kanzlei und Landgericht. Johann Joseph Khevenhüller-Metsch richtete 1771 ein Fideikommiss ein. Veränderungen im 18. und 19. Jahrhundert formten die heutige Gestalt. Die politische Gemeinde Fronsburg bestand ab 1848 und wurde 1971 Teil der Großgemeinde Weitersfeld. Maria im Gebirge steht südlich von Sallapulka auf einem Hügel in der Katastralgemeinde Nonnersdorf. Die Pfarre ist 1299 erstmals belegt. 1674 ließ Propst Anton Sardena die Kirche vergrößern und einen neuen Hochaltar aufstellen. Ab etwa 1737 ging die Zahl der Wallfahrer wegen des Aufschwungs von Maria Dreieichen zurück; 1783 wurde die Wallfahrtskirche geschlossen. Im 19. Jahrhundert belebte sich die Wallfahrt wieder. Hauptwallfahrtstag ist der 15. Juni, der Veitstag. Bei Nonnersdorf liegt das Biribründl: Die Quelle wurde 2003 wiederentdeckt und revitalisiert; 2008/09 erneuerte die Pfarrgemeinde die Anlage. Eine Kapelle und der Zugangspfad gehören zur Anlage.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weitersfeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte – Weitersfeld
- Kirche & Religion – Weitersfeld
- Fronsburg – Gedächtnis des Landes
- Biribründl bei Nonnersdorf – Marterl.at
- Reblaus Express – Gemeinde Drosendorf
- Pfarre Sallapulka – Information für die Pfarren, Februar–Mai 2024
- Weitersfeld – Gedächtnis des Landes
- Katastralgemeinden – Marktgemeinde Weitersfeld
Stand der Angaben: 08.10.2026
