SCHRATTENTHAL KENNENLERNEN
Schrattenthal: Stadtgeschichte, Kellergassen und Europawarte
Schrattenthal liegt im Bezirk Hollabrunn im Weinviertel. Die Stadtgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 877 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 22,44 Quadratkilometer. Zu ihr gehören die Ortschaften Schrattenthal, Obermarkersdorf und Waitzendorf.
Von der Burg zur befestigten Stadt
Schrattenthal ist 1220 erstmals urkundlich erwähnt. 1434 erwarb Ulrich von Eyczing den Ort und machte ihn im folgenden Jahr zu seinem Hauptsitz. Er ließ eine Burg errichten und befestigte den Ort mit Mauern. Friedrich III. erhob Schrattenthal 1472 zur Stadt und verlieh dem Ort ein eigenes Wappen. 1501 entstand hier eine Buchdruckerei. 1563 richtete die protestantische Familie Eyczing in der Burg eine evangelische Kirche ein; ein Prediger aus der Pfalz wirkte zugleich als Schulmeister. 1645 bezog der schwedische General Lennart Torstenson kurz Quartier. Beim Brand 1783 wurden Teile der Stadtmauer als Baumaterial für den Wiederaufbau verwendet.
Geschichte der drei Orte
Obermarkersdorf ist 1171 erstmals als Marquartsdorf genannt; eine Urkunde von 1242 belegt einen Weingarten am Ort. Im Dreißigjährigen Krieg verpfändete der wirtschaftlich geschwächte Ort sein Marktrecht an Pulkau. Die Commerzstraße von Krems nach Znaim wurde nach sechsjähriger Bauzeit 1833 eröffnet. Die Stadtgemeinde entstand durch den Zusammenschluss dreier bis dahin selbständiger Gemeinden.
Europawarte auf dem Schafberg
Auf dem Schafberg bei Waitzendorf steht die Europawarte St. Benedikt auf 471 Metern Seehöhe. Der 1980 errichtete Turm erinnert an das 1.500-jährige Jubiläum des heiligen Benedikt. 112 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 20 Metern Höhe. Insgesamt misst die Warte 26 Meter. Der 2,81 Kilometer lange Europawarteweg führt von Obermarkersdorf nach Waitzendorf und ist als mittelschwer beschrieben. Er verläuft als Stichweg des Urbanuswegs. Dieser verbindet alle drei Orte der Stadtgemeinde; die Fußwegvariante ist 16,5 Kilometer lang, mit Abstecher zur Warte 18 Kilometer. Der Turm eröffnet den Blick über Wein- und Waldviertel.
Kellergassen und Ortsbilder
Der Urbanusweg führt an Wiesen, Feldern, Wäldern und Weingärten entlang der Ausläufer des Manhartsbergs vorbei. Kellergassen mit Weinhauerbetrieben und Rastplätzen liegen am Weg; Startpunkte sind der Marktplatz in Schrattenthal, das Stadtamt in Obermarkersdorf oder die Ortsmitte von Waitzendorf. In Schrattenthal sind Teile der Stadtmauer erhalten. Die 2025 erneuerte Mariensäule steht im neu gestalteten Lenaupark; am Rand der Stadtgrabenkellergasse blieben Mauerzüge und ein Verweilplatz sichtbar. Der Radweg im Urbanusnetz umfasst 14,5 Kilometer.
Schloss, Park und Lavendel
Zum Schloss Schrattenthal gehört ein historischer Park mit einer Schlossallee. In den vergangenen Jahren wurde dort ein biologisch bewirtschaftetes Lavendelfeld mit rund 60.000 Pflanzen angelegt. Zum Ensemble gehört die spätgotische Schlosskapelle St. Martin von 1436 bis 1438; ihr Wehrgang war in die Befestigung integriert. Die private Schlossanlage umfasst auch einen mittelalterlichen Hungerturm mit Verlies und einen barocken Schüttkasten. Führungen durch das Schloss stellen diese Bauteile vor.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schrattenthal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte der Stadtgemeinde Schrattenthal | Stadtgemeinde Schrattenthal
- Europawarte Waitzendorf | Weinviertel Tourismus
- Urbanusweg – Folder | Stadtgemeinde Schrattenthal / Club Schrattenthal
- Schrattenthaler Stadtnachrichten 2025 | Stadtgemeinde Schrattenthal
- Schloss Schrattenthal | Retzer Land
- Schrattenthaler Lavendelfest 2026 | Stadtgemeinde Schrattenthal
- Schrattenthal | Gedächtnis des Landes, Land Niederösterreich
- Führungen | Schloss Schrattenthal
Stand der Angaben: 08.10.2026
