ALTENBURG KENNENLERNEN
Altenburg am Kamp: Stift, Gärten und Kloster unter dem Kloster
Altenburg liegt im Bezirk Horn am Rand des Kamptals. Die Gemeinde umfasst 28,12 Quadratkilometer und zählt 822 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Das Benediktinerstift steht oberhalb des Kamp und zählt zu den markanten Bauwerken der Gemeinde.
Ein Kloster in mehreren Schichten
Das 1144 gegründete Benediktinerstift erhielt sein heutiges barockes Erscheinungsbild vor allem unter Abt Placidus Much. Baumeister Joseph Munggenast und Maler Paul Troger wirkten an der Gestaltung mit. Der Rundgang macht ältere Klosterbereiche zugänglich, die das Stift als „Kloster unter dem Kloster“ bezeichnet. Die Stiftskirche zeigt Fresken Trogers in der Hauptkuppel. Das Stift nennt außerdem die doppelläufige Kaiserstiege, eine Bibliothek mit drei Kuppeln und die Abtsgruft als eigene Bereiche. Die Stiftsgärten sind jeweils einem theologischen Thema gewidmet. Im Jahr 2026 ist das Stift von 1. Mai bis 26. Oktober donnerstags bis sonntags und an Feiertagen geöffnet. Eintrittskarten gelten den ganzen Tag; für Rundgang und Gärten sollte man zweieinhalb bis drei Stunden vorsehen. Zu den zugänglichen Gartenbereichen zählen Schöpfungsgarten, Apothekergarten, Kreuzganggarten und Waldspielgarten mit Heckenlabyrinth. Öffentliche Führungen finden in der Saison samstags, sonntags und feiertags um elf und vierzehn Uhr statt. Die Eintrittskarte umfasst auch die Sammlung Sainitzer und Sonderausstellungen.
Fünf Orte, unterschiedliche Lagen
Fünf amtliche Ortschaften gliedern das Gemeindegebiet: Altenburg, Burgerwiesen, Fuglau, Mahrersdorf und Steinegg. Sie bilden zugleich gleichnamige Katastralgemeinden. Altenburg selbst liegt vier Kilometer südwestlich von Horn auf etwa 388 Metern Seehöhe; Burgerwiesen befindet sich näher an der Bezirkshauptstadt. In Fuglau steht am westlichen Ortsrand eine Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert. Am Nordrand des Dorfs liegt der Nordring. Mahrersdorf befindet sich oberhalb des Tals der Kleinen Taffa bei Mauerresten der ehemaligen Burganlage der Marichartsdorfer. Steinegg zieht sich am Nordufer des Kamp am Fuß seiner Ruine entlang.
Spuren früher Siedlungen und Wege am Kamp
In einer Kampschlinge wurde im frühen 20. Jahrhundert eine latènezeitliche Siedlung untersucht. Feuerstellen, Eisenschmelzöfen, Steinsetzungen und gepflasterte Bereiche kamen zum Vorschein. Werkzeuge, Schwertscheidenteile, Glasperlen und Keramik weisen auf eine unbefestigte Siedlung hin. Der Schwerpunkt lag in der mittleren und späten Latènezeit; einzelne Keramikfunde reichen bis ins erste Jahrhundert nach Christus. Im südlichen Gemeindegebiet erschließen Wanderwege das Kamptal. Zwischen Schauenstein und dem Öden Schloss führt ein Weg am Fluss entlang; eine Brücke verbindet Steinegg mit St. Leonhard auf der anderen Kampseite.
Das Kloster im 20. Jahrhundert und Gemeindebildung
Eine kommunale Ortsdarstellung nennt für das Stift zunächst romanische, später gotische Klosterbauten mit Kirche und Kreuzgang. Nach seiner Aufhebung 1940 wurden Mönche ausgewiesen; die Gebäude dienten als Umsiedlungslager, Lazarett und Unterkunft für sowjetische Besatzungstruppen. 1947 nahm der Konvent das Klosterleben wieder auf. Die heutige Gemeindeform entstand durch Zusammenschlüsse am 1. Jänner 1968 und am 1. Jänner 1970.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
