HARDEGG KENNENLERNEN
Hardegg: Burg über der Thaya und Wege durch den Nationalpark
Die Stadtgemeinde Hardegg gehört zum Bezirk Hollabrunn im nordwestlichen Niederösterreich. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 1.280 Einwohnerinnen und Einwohner; 93,21 Quadratkilometer gehören zum Gemeindegebiet. Seit 2023 verbindet eine Fußgänger-Hängebrücke Hardegg mit dem tschechischen Nationalparkteil.
Eine Stadt am Fluss und an der Grenze
Die Thaya bildet die Staatsgrenze zu Tschechien. Hardegg liegt im Waldviertel und gehört zum Bezirk Hollabrunn. Der historische Stadtkern von Hardegg gilt als kleinste Stadt Österreichs. Insgesamt zählt die Stadtgemeinde neun Ortschaften. 1972 wurden Merkersdorf und Riegersburg-Pleißing eingemeindet, 1975 folgte Niederfladnitz. Die Burg und der Ort liegen in einem engen Talkessel über dem Fluss. Die Thayabrücke ist ein Ausgangspunkt für grenzüberschreitende Wanderwege. Während des Eisernen Vorhangs war die Thayabrücke als Verbindung nach Tschechien unterbrochen.
Burg Hardegg und die Stadtgeschichte
Archäologische Untersuchungen belegen eine Besiedlung des Burgbergs seit dem 10. Jahrhundert. Für diese Zeit nehmen jüngere Untersuchungen eine hölzerne Burg an; die steinerne Anlage entstand demnach im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts. Der Name Hardegg ist um 1145 mit Otto von Hardegg schriftlich belegt. 1290 erscheint die Stadt erstmals in einem Kirchenregister. Ursprünglich war sie mit fünf Stadttoren befestigt. Das Haus Khevenhüller kaufte die Grafschaft 1731. Baufälligkeit, Erdbeben und der Ortsbrand 1764 führten dazu, dass Teile der Burg für den Wiederaufbau abgetragen werden durften. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Fürst Johann Karl Khevenhüller-Metsch südliche und östliche Abschnitte wiederherstellen. Eine Waffen- und Erinnerungssammlung zu Maximilian von Mexiko ging 1945 verloren; der Fürst hatte Maximilian begleitet.
Wanderungen im Thayatal
Der Thayatalweg beginnt an der Thayabrücke und führt flussabwärts über den Überstieg oder in einer längeren Variante um den Umlaufberg, weiter ins Kajabachtal und zur Ruine Kaja. Der Nationalpark beziffert die Route über den Überstieg mit sechs Kilometern, die Umlaufschleife mit 9,5 Kilometern und den Gesamtanstieg mit 329 Höhenmetern; die Route ist als mittelschwer eingestuft, mit steilen und felsigen Abschnitten. Vom Umlaufberg blickt man auf die Flussschlingen, beim Kajabach auf seine Mündung in die Thaya. Der Einsiedlerweg führt vom Nationalparkhaus zur Einsiedlerbehausung und weiter über die Hängebrücke. Seine Varianten reichen von zwei bis sechs Kilometern. Beim Thayatalweg führt der Rückweg von Merkersdorf über Begleitweg und Kirchensteig vier Kilometer zurück nach Hardegg. Auch der Iron Curtain Trail führt durch Hardegg. Aktuelle Wegmeldungen veröffentlicht der Nationalpark.
Perlmutt in Felling, Kaolin im Norden
In Felling arbeitet die Perlmuttmanufaktur Mattejka, 1911 von Rudolf Marchart gegründet. Zunächst verarbeitete er Muscheln aus Thaya und March; als die heimischen Bestände erschöpft waren, stellte Bruno Marchart 1948 auf importierte Meeresmuscheln und -schnecken um. Daraus entstehen Knöpfe und Schmuckstücke; heute führt die fünfte Generation den Familienbetrieb weiter. Seit 2005 ist die Manufaktur ein Schaubetrieb: Ein Film und ein Blick in die Produktion vermitteln das Handwerk. Die Nationalparkseite führt Besichtigungsangebote und Öffnungszeiten; genaue Termine nennt der Betrieb. In Mallersbach und Niederfladnitz wurde bis 1975 Kaolin abgebaut.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hardegg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Hardegg - GEM2GO WEB - Startseite
- Hardegg - GEM2GO WEB - Startseite - Freizeit & Tourismus - Sehenswürdigkeiten
- Burg Hardegg | Nationalpark Thayatal
- Thayatalweg – das Herzstück des Nationalparks Thayatal
- Einsiedlerweg mit Hängebrücke über die Thaya | Nationalpark Thayatal
- Perlmuttmanufaktur Mattejka | Nationalpark Thayatal
- Perlmuttmanufaktur – RM Perlmuttdesign GmbH | Stadtgemeinde Hardegg
Stand der Angaben: 08.10.2026
